Klartext zur Zeitumstellung: Eine Zeit für alle Bürger

Mit dem immer noch nicht geregelten Abschaffung der Zeitumstellung beschäftigt sich Redakteur Christopher Göbel in seinem Klartext-Kommentar.

Zweimal im Jahr passiert es und ebenso oft ärgere ich mich kurzzeitig darüber: Die Zeitumstellung. Ich hatte mich eigentlich gefreut, als die EU vor rund einem Jahr die Menschen befragte, ob sie eine Abschaffung der Sommerzeit-Winterzeit-Umstellung befürworten. 4,6 Millionen EU-Bürger stimmten dafür ab, davon alleine drei Millionen aus Deutschland. Das zeigte allerdings auch, dass das Problem der Zeitumstellung ein deutsches zu sein scheint.

Meines ist es jedenfalls. Ich brauche immer ein paar Tage, um mich an den um 60 Minuten veränderten Rhythmus der Welt zu gewöhnen. Und ich bin, so sagen es zumindest Umfragen und Studien, nicht der einzige, der den Wechsel von Winter- auf Sommerzeit (und umgekehrt) entweder unsinnig findet oder gar unter gesundheitlichen Beschwerden zu leiden hat. Ich habe mir immerhin inzwischen gemerkt, dass man die Zeit im März vorstellt (wie die Gartenmöbel) und sie im Oktober zurückstellt (ebenfalls wie die Gartenmöbel).

Der EU-Abstimmung ist übrigens bis heute kein Ergebnis gefolgt. Der noch amtierende EU-Ratspräsident Jean-Claude Juncker hat zwar angeregt, dass sich die EU-Staaten auf eine gemeinsame Zeit einigen sollen, aber bisher ist nichts weiter passiert. Junckers Nachfolgerin Ursula von der Leyen könnte das Ganze auch wieder kippen, wenn sich herausstellen sollte, dass sich die Staaten nicht darauf einigen können, ob nun eine immerwährende Sommer- oder Winterzeit gelten solle. Wenn dies das einzige Problem sein sollte, dann verstehe ich nicht, warum da nicht endlich mal etwas auf EU-Ebene passiert.

Natürlich gibt es drängendere und dringender Probleme, die zu lösen sind. Aber sich auf eine gemeinsame Europazeit zu einigen, sollte doch eigentlich kein unendlich lange dauerndes Verfahren sein. So denke ich jedenfalls. Grundsätzlich gibt es rund um den Erdball Zeitzonen. Wenn man diese zugrunde legt, dann kann es zwar immer noch sein, dass Griechenland im Osten und Portugal im Westen jeweils um eine Stunde von der Mitteleuropäischen Zeit abweichen, aber auch das ließe sich regeln. Eine Zeit für alle Europäer würde vieles erleichtern.

Und zweimal pro Jahr die Zeit umzustellen, ist aus meiner Sicht ein Relikt aus einer Zeit, in der man meinte, durch die Umstellung Energie sparen zu können. Dass das eine Legende ist, ist so sicher wie die Mär vom eisenhaltigen und sehr gesunden Spinat. Mit einer baldigen und endgültigen Regelung könnte die EU endlich mal zeigen, dass sie im Sinne ihrer Bürger handelt und nicht immer wieder Entscheidungen auf die lange Bank schiebt. Sie würden mich (und sicherlich auch viele andere Menschen) glücklicher machen und von Bananen- und Gurkenkrümmung oder ähnlichem Unfug zu etwas kommen, das den Bürgern tatsächlich etwas bringt.

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