Klartext: Die „Ampel“ wäre ein Novum in der Geschichte

Klartext zum möglichen nächsten Regierungsbündnis in Berlin.
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Klartext zum möglichen nächsten Regierungsbündnis in Berlin.

In Berlin stehen die Zeichen auf Rot-Grün-Gelb, was die nächste Bundesregierung betrifft. Redakteur Christopher Göbel und seine Gedanken dazu.

Nun könnte also wahr werden, was es bisher auf Bundesebene noch nie gab: Eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP – mit einem sozialdemokratischen Bundeskanzler Olaf Scholz. Bei der Bundestagswahl haben wir Wählerinnen und Wähler die Politiklandschaft nach 16 Jahren Angela Merkel und mehreren Großen Koalitionen heftig durcheinander gewirbelt.

Am Wahlabend und auch beim vorläufigen amtlichen Endergebnis war nicht klar abzusehen, wie unser Land zukünftig regiert werden könnte. Wochenlang waren zwei Optionen wahrscheinlich: „Ampel“ mit Bundeskanzler Scholz oder „Jamaika“ mit Bundeskanzler Armin Laschet (CDU).

Dass die zweite Option so lange im Gespräch war, hing aber vor allem daran, dass sich Laschet als Wahlverlierer an seinem Rettungsring „Kanzlerschaft“ hängte, der aber immer weiter aufs offene Meer hinaustrieb. Auch als bekannt war, dass sich SPD, Grüne und FDP zu Sondierungsgesprächen treffen würden, hat er öffentlich noch immer gesagt, dass die CDU für Gespräche bereitstehe. Doch Unionskollege Markus Söder haute den nächsten Nagel in den Kanzlerschafts-Sarg Laschets. Söder sah die Union mit der Verkündung der Ampel-Gespräche klar in der Opposition.

Nun muss sich zeigen, wie weit die drei (möglichen) Koalitionsparteien gehen, um eine Regierung zu bilden, bei der alle ihrer Wählerschaft gegenüber das Gesicht wahren können. Es gibt sicherlich viele Übereinstimmungen zwischen SPD und Grünen, aber auch die FDP war auf Bundesebene schon an rot-gelben Regierungskoalitionen beteiligt. Zwar gibt es heute leider keine charismatischen Politiker wie Willy Brandt und Walter Scheel oder Helmut Schmidt und Hans-Dietrich Genscher mehr, aber vielleicht bringen Scholz und Habeck, Baerbock und Lindner auch etwas auf den Weg, das unser Land in Sachen Klimaschutz, Mindestlohn, Digitalisierung und nicht zuletzt Corona auf Vordermann bringt. Oder zumindest zunächst den Status quo beibehält, denn in den Merkel-Jahren war nicht alles schlecht. Die „Mutti“ hat meiner Meinung nach auch sehr Vieles richtig gemacht. Und sie hat große Fußstapfen hinterlassen.

Ich hoffe nur, dass Lindner nicht den selben Fehler wie vor vier Jahren begeht und sich als Koalitions-Verhinderer erweist. Ich hoffe auch, dass die (zukünftigen) Koalitionäre ohne offenen Streit ein Kabinett zusammensetzen können und ich hoffe zudem, dass unser Land unter neuer Führung nach der „Ära Merkel“ in neuem Fahrwasser mit einer starken Mannschaft auf Kurs bleibt.

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