Kleine Lebensretter

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Fulda. Rauchmelder werden zum Ende des Jahres in allen Wohnungen Pflicht.

Fulda. Rauchmelder sollen in erster Linie Leben retten – nicht ‘mal vor dem Feuer an sich, sondern vielmehr vor dem giftigen Rauch, der dabei entsteht. Im Schlaf wird dieser nicht bemerkt und kann schon nach wenigen Atemzügen lebensbedrohlich sein. Der Geruchssinn funktioniert im Schlaf nicht, weshalb nur ein Rauchmelder effektiv Schutz bietet – sofern dieser richtig angebracht und gewartet wurde.In Neubauten sind die Rauchmelder schon seit 2006 Pflicht, bis Ende dieses Jahres müssen sie auch in bereits bestehenden Wohnungen installiert werden.  Laut der "Hessischen Bauordnung” sollen mindestens drei Rauchmelder pro Wohnung, in Schlaf- und Kinderzimmer sowie im Flur angebracht werden. In Mietwohnungen kommt nun die Frage auf, wer dafür und für die anfallenden Kosten zuständig ist. In Hessen ist das der Eigentümer der Wohnung, der allerdings nicht für die Wartung und die Sicherstellung der Melder verantwortlich ist. Diese Aufgaben sind von den Bewohnern zu tätigen.Soweit die Theorie, doch was bedeutet das in der Praxis? Und was geschieht bei Missachtung der Verordnung?

Ist kein Rauchmelder in der Wohnung angebracht, passiert eigentlich nichts. Bußgelder sind nicht geplant. Auch der Versicherungsschutz ist im Brandfall nicht unbedingt in Gefahr. Das bestätigt auch Kathrin Jarosch, Pressereferentin des "Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft". "Grundsätzlich muss der Versicherungsnehmer alle bestehenden gesetzlichen und behördlichen Sicherheitsregelungen beachten. Hierzu kann auch die Rauchmelderpflicht gehören. Praktisch gibt es keine Auswirkungen auf den Versicherungsschutz, weil der fehlende oder unsachgemäß betriebene Rauchmelder für den Schaden bzw. die Schadenhöhe ursächlich sein müsste. Ein solcher Zusammenhang kann in der Regel nicht hergestellt werden.” Auch wenn demnach die Pflicht eher nur auf dem Papier besteht, sollte sich jeder Hausbesitzer und -bewohner überlegen, ob ein Rauchmelder trotz fehlender Kontrollen und Sanktionen nicht trotzdem in der eigenen Wohnung angebracht werden sollte.

Rauchmelder sind in der Anschaffung nicht teuer und die Wartung ist nicht aufwendig. Gerade in Mehrfamilienhäusern hat man die Entscheidung für oder gegen einen Rauchmelder nicht nur gegenüber sich selbst zu verantworten, sondern auch für die Personen in den Nachbarwohnungen.Fraglich ist bei all diesen Aspekten, die allesamt nicht neu sind, warum es überhaupt eine Pflicht für Rauchwarnmelder geben muss. Jedem sollten die Argumente für ein solches Gerät klar sein. Und wen diese Überlegungen bisher nicht zum Kauf animiert haben, den interessieren wahrscheinlich auch keine Richtlinien aus einer Bauverordnung. Zumindest bringt eine solche Verordnung aber Aufmerksamkeit für das Thema. Es wäre zumindest wünschenswert,dass diese den ein oder anderen doch zu einer Anschaffung bewegt.

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