Mikroplastik

Kleine Schadstoffe mit großer Wirkung: Mikroplastik

Die meisten Menschen benutzen täglich Kosmetika in der mikroskopisch kleine Kunststoffe enthalten sind.

Martina Lewinski

Die meisten Menschen benutzen täglich Kosmetika wie Duschgel, Shampoo und Peelings, die Mikroplastik enthalten. Das Meer ist heute einer Vielzahl von Bedrohungen ausgesetzt. Eine davon ist die Verschmutzung durch Plastikmüll. Oft werden an Küsten Plastiktüten oder Plastikflaschen gefunden. Nicht weniger häufig sind jedoch mikroskopisch kleine Kunststoffe in unserem Wasser: Mikroplastik.

Als Mikroplastik werden feste und unlösliche synthetische Kunststoffe bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind. Unterschieden wird zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik. Zum primären Mikroplastik gehören sogenannte Basispellets (das Grundmaterial für die Plastikproduktion) sowie der in der Kosmetikindustrie verwendete Kunststoff. Sekundäres Mikroplastik entsteht durch den Zerfall oder das Zersetzen größerer Kunststoffteile durch Umwelteinflüsse wie Sonne und Wasser. Durch herkömmliche Produkte wie Seife, Hautcreme oder Make-Up, gelangen diese Stoffe über unser Waschbecken, in die Gewässer. In diesen Kosmetikprodukten wird Mikroplastik unter anderem als Schleifmittel, Bindemittel, Füllmittel und Filmbildner, verwendet.

Das Mikroplastik gelangt über die lokalen Abwässer in die Kläranlagen. Diese filtern die entsprechenden Stoffe nur bedingt heraus. Ein Teil des Mikroplastiks wird im Klärschlamm zurückgehalten, der Rest gelangt in Meere und Flüsse. Plastik zieht Schadstoffe aus der Umwelt wie ein Magnet an. Werden die verseuchten Teile dann von Meerestieren gefressen, können diese Gifte auf unseren Tellern landen. Schadstoffe wurden bereits in Seehunden, Fischen, Muscheln und kleineren Organismen nachgewiesen, die sie passiv oder durch ihre Nahrung aufgenommen hatten. Mikroplastik ist Forschern zufolge auch über Mücken in Vögel, Fledermäuse und Spinnen gelangt. Winzige Kunststoffstückchen, die Mücken als Larven im Wasser geschluckt haben, seien auch noch in ausgewachsenen, fliegenden Insekten zu finden. Letztlich landet Mikroplastik auch auf unseren Feldern und wurde bereits im Regenwasser und in der Luft nachgewiesen. Da Plastik biologisch nicht abbaubar ist, verbleibt es Hunderte von Jahren in der Umwelt. Mikroplastik wurde außerdem bereits 2014 im Trinkwasser und Bier nachgewiesen. Denn über den Wasserkreislauf kommt Mikroplastik ins Trinkwasser, welches als Mineralwasser abgefüllt oder für den Brauvorgang von Bier verwendet wird.

Es gibt noch keine aussagekräftigen Studien zu den Folgen von Mikroplastik für den Menschen. Allerdings wurden Muscheln getestet. Das Ergebnis war, dass die Muscheln Nanoplastik-Partikel im Gewebe ansetzen, was auf Dauer heftige entzündliche Prozesse auslöst. Dies geschieht, wenn Mikroplastik sich so weit verkleinert, dass es zellgängig wird und sich dadurch im Körper ablagern kann. Forscher gehen davon aus, dass es sich auf ähnliche Weise auch im menschlichen Körper ansammeln und zu Entzündungen führen könnte. Plastik in Kosmetikprodukten ist zu erkennen, wenn man die Inhaltsstoffe im Kleingedruckten prüft und weiß, wonach man suchen muss. Dafür wurden bereits Apps entwickelt wie die „Beat the Microbead“. Diese erkennt Produkte durch Hilfe des Smartphones. Die Produkte werden gescannt und auf Mikroplastik geprüft mehr Informationen gibt es auf www.mikroplastik.at .

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