"Kleingartenverein Waidesgrund" startet neu durch und sucht Mitglieder

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Schöne Gärten in der früheren Anlage.
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Das frühere Vereinshaus.
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Vor kurzem wurde auf dem neuen Areal mit dem Bodenaushub begonnen.

Vor einem Jahr musste die alte Anlage geräumt werden, nun entwickelt man an der Maberzeller Straße neue Perspektiven

Fulda - Von der Kleingartenanlage Waidesgrund in Fulda ist seit einigen Monaten nichts mehr übrig. Die Mitglieder des „Kleingartenvereins (KGV) Waidesgrund Fulda“ hatten ihre Parzellen Ende vergangenen Jahres geräumt und waren finanziell unterschiedlich entschädigt worden. 87 Jahre lang war ihnen das rund 46.000 Quadratmeter große Gelände an der Waides ans Herz gewachsen, bis es städteplanerischen und städtebaulichen Überlegungen weichen musste.

Zuletzt gab es dort 113 Parzellen, inklusive des Standortes auf der Ochsenwiese und der Vereinsgaststätte. Viele der Hobbygärtner bewirtschafteten ihre Anlagen schon seit Jahrzehnten und hatten diese teilweise über Generationen weitergegeben. Gegen die Auflösung ihres zweiten Zuhauses hatten die Mitglieder Unterschriften gesammelt, zumal man sich von der Stadt im Stich gelassen gefühlt hatte. Inzwischen haben sich die Wogen geglättet, der Verein ist zu neuen Ufern aufgebrochen.

Wie Johannes Heller, Sprecher der Stadt Fulda, auf Anfrage von „Fulda aktuell“ sagt, sind für alle Kleingärtner des „KGV Waidesgrund“, die weitermachen wollen, Ersatzflächen geschaffen worden. Diese liegen an der Maberzeller Straße (ehemals so genanntes Grabeland) in unmittelbarer Nachbarschaft zum KGV „In den Straußwiesen“. Insgesamt 23 Parzellen seien dort am Entstehen.

„So wie am Waidesgrund, so soll es wieder werden“, sagen im Gespräch mit „Fulda aktuell“ Vereinsvorsitzender Rolf Kibler und Schriftführer Wolfgang Schleicher. Auch am neuen Standort, wo man im Übrigen gut nachbarschaftliche Beziehungen zum „Straußwiesen“-Verein pflege, werde man den alten Namen „KGV Waidesgrund“ tragen – schon wegen der Tradition.

Weil aber die erwähnten 23 Parzellen bewirtschaftet werden müssen, sucht man nun nach neuen Mitgliedern, „die viel Lust und Spaß am Gärtnern haben“. Zumal viele derjenigen, die früher am Waidesgrund ihren Kleingarten gehabt hätten, nicht zuletzt aufgrund des langen Procedere mit der Stadt abgesprungen seien oder sich anderen Kleingartenvereinen angeschlossen hätten. Manche hätten auch ganz aufgegeben, da sie am Waidesgrund groß geworden seien und keinen Neuanfang wollten. Inzwischen aber habe sich das Verhältnis zur Stadt normalisiert.

Am neuen Standort wird es laut Kibler und Schleicher Gartenparzellen in einer Größe zwischen 200 und 250 Quadratmetern geben. „Unser Verein stellt dazu eine fertige Betonplatte von gut 24 Quadratmetern zum Bau einer Gartenlaube mit einem Strom- und Wasseranschluss sowie mit separaten Zählern gegen eine geringe jährliche Pacht zur Verfügung“. Sehr willkommen seien gerade auch Familien mit Kindern: „Zeigen Sie ihren Kindern, wie ein Garten angelegt, eine Gartenlaube gebaut wird oder Bäume und Sträucher gepflanzt werden“, werben Kibler und Schleicher. Die auch ankündigen, dass ein neues Vereinshaus mit komplett eingerichteter Küche und Räumlichkeiten mit etwa 30 Sitzplätzen gebaut werde, das allen Mitgliedern für Familienfeiern gegen einen geringen Unkostenbeitrag zur Verfügung stehen solle.

Und was geschieht mit dem einstigen Kleingartenareal? Heller: „Grundsätzlich ist dort vorwiegend Wohnbebauung geplant, dabei soll vor allem bezahlbarer Wohnraum in Geschossbauweise entstehen. Basis sind die Ergebnisse aus dem städtebaulichen Ideenwettbewerb, der im Jahr 2017 stattfand“. In die Planungen wurden auch die Erweiterung des Bettenhauses sowie eine neue Halle für das „Kongress- und Kulturzentrum Esperanto“ aufgenommen.

Heller zufolge findet im Moment noch die Freiräumung des Geländes statt, die Mitte Oktober angeschlossen sein soll. Anschließend werde es eine Baugrunduntersuchung geben, auch der Kampfmittelräumdienst wird dort Untersuchungen durchführen, „denn schließlich befinden wir uns ja in Bahnnähe und in unmittelbarer Nachbarschaft alter Industrieflächen wie zur ,Berta‘, so dass mit Blindgängern zu rechnen ist und andere Weltkriegsaltlasten nicht auszuschließen sind“. Parallel dazu werde der Bebauungsplan für das Gelände erarbeitet. Die ersten Schritte wie frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange seien bereits erfolgt, als nächster formaler Schritt werde die öffentliche Auslegung voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 erfolgen. Im Anschluss soll der B-Plan dann von der Stadtverordnetenversammlung als Satzung beschlossen werden, bevor mit den ersten Erschließungsarbeiten begonnen werden kann.

Kontakt

 Wer Mitglied beim „KGV Waidesgrund“ werden möchte, kann sich an Vereinsvorsitzenden Rolf Kibler unter den Telefonnummern 0661/56695 und 0163/9878320 (ab 5. Oktober), an zweiten Vorsitzenden Carsten Wess unter den Telefonnummern 0661/95250632 und 0152/55301300 sowie an Schriftführer Wolfgang Schleicher unter den Telefonnummern 0661/602192 und 0151/21122420 wenden.

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