Klimaschutzziele im Blick: MdL Eva Goldbach über die Kanzlerkandidatin der GRÜNEN

Eva Goldbach ist Landtagsabgeordnete der GRÜNEN im Wahlkreis Vogelsberg.
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Eva Goldbach ist Landtagsabgeordnete der GRÜNEN im Wahlkreis Vogelsberg.

Die Vogelsberger Landtagsabgeordnete über Baerbock, Politik und die Doppelspitze.

Vogelsberg. 1. Wie zufrieden sind Sie mit der Kanzlerkandidatin Ihrer Partei?

Annalena Baerbock ist eine hervorragende Kandidatin und ich freue mich sehr darüber, dass sie unsere Kanzlerinnenkandidatin ist. Sie hat in den letzten Jahren bewiesen, dass sie jede Debatte aufgrund ihrer Fachkompetenz, ihrer Schlagfertigkeit und ihres unverstellten Blicks auf die Dinge bestehen kann. Dass sie außerdem als einzige Frau ins Rennen geht, ist der Beweis dafür, dass wir GRÜNE die Gleichberechtigung von Frauen bei der Besetzung von Spitzenpositionen nicht nur fordern, sondern auch umsetzen. Robert Habeck verdient großen Respekt dafür, dass er diese Entscheidung mitgetroffen hat und Annalena Baerbock im bevorstehenden Wahlkampf unterstützen wird.

Das ist Ausdruck einer neuen politischen Kultur auf Augenhöhe zwischen Frauen und Männern.

2. Was erwarten Sie von Ihrer Kanzlerkandidatin?

Mit Annalena an der Spitze unserer Kampagne möchten wir in den nächsten fünf Monaten für ein starkes GRÜNES Ergebnis bei der Bundestagswahl sorgen. Mit ihrer fachlichen Kompetenz und ihrer zupackenden Art wird sie sich den Herausforderungen stellen und sie bewältigen. Dabei geht es vor allem um die sozial-ökologische Transformation. Der Ausgang der Bundestagswahl entscheidet maßgeblich darüber, ob es uns gelingt, den Klimawandel noch in den Griff zu bekommen und die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen.

3. Wie sehen Sie bei der derzeitigen politischen Lage die Chancen für eine GRÜNE Bundeskanzlerin?

Gut. In den Umfragen sind wir derzeit die zweitstärkste politische Kraft und könnten eine Koalition anführen. Welche das wird, richtet sich allein danach, mit wem wir unsere Klimaschutz-Ziele am nachhaltigsten umsetzen können.

4. Die GRÜNEN sind seit langer Zeit für ihre Doppelspitzen bekannt. Welche Auswirkung hat die Festlegung auf eine Kandidatin?

Doppelspitzen gab und gibt es bei den GRÜNEN schon immer – nicht nur als gesellschaftspolitisches Statement oder symbolischen Akt, sondern als Ausdruck unserer Überzeugung, das Gleichberechtigung und Vielfalt uns bei der Lösung praktischer Probleme weiterbringen. Hier aber geht es um die Kanzlerinnenkandidatur, für die naturgemäß nur eine Person antreten kann. Deshalb mussten wir uns zwischen zwei herausragenden Persönlichkeiten entscheiden, und das haben wir getan. Dass mit Annalena Baerbock im Bundestagswahlkampf jetzt für die GRÜNEN eine Frau an der Spitze steht, ist eine große Motivation für andere Frauen bei den GRÜNEN, sich ebenfalls für Spitzenämter zu bewerben.

5. Haben die GRÜNEN aus Ihrer Sicht nach der Wahl einen „Lieblings-Koalitionspartner“?

Nein. Das alles entscheidende Kriterium ist, mit wem wir unsere Klimaschutz-Ziele umsetzen können. Wir werden mit allen reden – außer der AfD.

6. Welches Ergebnis erhoffen Sie sich bei der Bundestagswahl?

Ich wünsche uns ein Ergebnis 20 Prozent plus x, so dass an den Grünen bei der Regierungsbildung kein Weg vorbeigeht.

7. Wie wird der Wahlkampf in Coronazeiten stattfinden?

Wir werden den Wahlkampf an die aktuelle Pandemielage anpassen. Es wäre wirklich schön, wenn wieder persönliche Begegnungen und Gespräche stattfinden könnten. Sicherlich wird vieles aber in den digitalen Raum verlagert werden müssen.

8. Wie ist Ihre Meinung zu dem offenen Kandidaten-Duell der Unionsparteien?

Der eigentlich überflüssige Streit mitten in der Pandemie tut weder der Union, noch der gesamten Politik gut. Die personellen Fragen sollten einer politischen Agenda folgen. Letztere ist nicht klar erkennbar, und vielleicht führt genau dieser Gesichtspunkt auch zur Uneinigkeit bei der Führungsfrage. Ich halte die augenblickliche Fixierung auf ein persönliches Duell zweier Politiker für eine verkürzte Sichtweise. Wir GRÜNE ziehen es vor, statt über persönliche Eitelkeiten über die wirklichen Probleme zu sprechen.

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