Klirrende Kälte

Osthessen. Ganz Deutschland bibbert. Und die Osthessen bei Temperaturen noch niedriger als in einer Gefriertruhe besonders

Osthessen. Ganz Deutschland bibbert. Und die Osthessen bei Temperaturen noch niedriger als in einer Gefriertruhe besonders. Arktische Werte, die in etwa mit denen von Nowosibirsk vergleichbar waren, bescherten der Region in der Nacht auf Mittwoch einen (vorlufigen!?) Klte-Rekord fr diesen Winter.

Die Frage im Vorfeld war: Wo und wann wird die Minus-20-Grad-Marke zuerst geknackt? Schon am spten Dienstagabend meldeten die Wetterfrsche fr Fulda minus 21 Grad, am frhen Mittwochmorgen sanken die Frostwerte dann in einigen Gegenden auf 23, 24 und bei Bimbach immerhin auf 25 Grad Celsius unter den Gefrierpunkt. Bei Nsttal will ein Autofahrer mit seiner automatischen Temperturanzeige sogar minus 27 gemessen haben. Wobei es auf ein oder zwei Grad mehr oder weniger in diesem Zusammenhang letztendlich dann auch nicht mehr ankam. Bei knackig-kalten Temperaturen war Zittern angesagt jedenfalls bei all denen, die sich Klamotten-technisch nicht richtig warm eingepackt hatten.

Das war schon schweinekalt, beschreibt in seiner gewohnt lockeren wie gleichermaen treffenden Art FFH-Wetterfrosch Dr. Martin Gudd die regionale Wetterlage, die freilich in einem globalen Kontext zu sehen sei. Das ist eine Temperatur-Phase, die nicht jedes Jahr auftritt. Allenfalls einmal pro Dekade ist der Winter bei uns so kalt und auch noch schneereich, sagt der gebrtige Fuldaer. Und wirklich grundlegend wrmer wird es in den kommenden Tagen auch nicht. Abweichend von dieser 1:10-Regel kann der Diplom-Meteorologe noch eine besondere Klte-Konstellation statistisch belegen: In den Aufzeichnungen fr Rekordwetterwerte lsst sich nmlich auch ein grob gerechneter 23-Jahres-Rhythmus nachweisen (im Durchschnitt sind es etwa 22,5 Jahre). 1985/86 herrschten demnach noch Ende Februar Temperaturen um minus 26 Grad, 1962/63 war der groe Eiswinter, wieder 23 Jahre zurck (in 1939/40) liegt der besonders brutale Kriegswinter (der strengste Winter im vergangenen Jahrhundert berhaupt). 1916/17 gab es den Steckrbenwinter, und geht man ins Jahr 1893/94 zurck, dann ist man beim schlimmsten Winter im 19. Jahrhundert.

Das Ganze kann man bis 1708/09 zurckverfolgen, erlutert Dr. Gudd. Er vermutet, dass das alles kein Zufall sein kann und mglicherweise mit der Sonne zusammenhngt. Es wrde mich nicht wundern, wenn sich das frher oder spter herausstellen und wissenschaftlich beweisen liee. Irgendetwas geht da in unserem Zentralgestirn vor, von dem heute noch niemand so richtig wei, was es tatschlich ist.

Fr die gegenwrtigen Frostbeulen sorgt arktische Kaltluft, die ohne Umweg direkt vom Nordpol ber das skandinavische Festland (und deshalb auch so trocken) zu uns strmt. Wir nehmen die Kltewelle diesmal auch deshalb so bewusst wahr, weil die Winter in den vergangenen Jahren im Mittel alle zu mild waren, ergnzt Dr. Gudds Kollege Stefan Bender.

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