Königin im Knast: Neue Pfeifenorgel für den Andachtsraum der JVA Hünfeld

Zur Einweihung der neuen Orgel in der JVA Hünfeld waren Rotarier aus Bad Hersfeld gekommen. Es spielten unter anderem Bezirkskantor Sebastian Bethge und Gefängnispfarrer Andreas Leipold.
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Zur Einweihung der neuen Orgel in der JVA Hünfeld waren Rotarier aus Bad Hersfeld gekommen. Es spielten unter anderem Bezirkskantor Sebastian Bethge und Gefängnispfarrer Andreas Leipold.
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Zur Einweihung der neuen Orgel in der JVA Hünfeld waren Rotarier aus Bad Hersfeld gekommen. Es spielten unter anderem Bezirkskantor Sebastian Bethge und Gefängnispfarrer Andreas Leipold.

In der Justizvollzugsanstalt Hünfeld wurde die neue Orgel am Dienstagabend mit einem kleinen Orgelkonzert eingeweiht.

Hünfeld - Orgelklänge hinter schwedischen Gardinen – das gab es bisher in der Justizvollzugsanstalt Hünfeld nicht. Denn zuvor musste ein elektrisches Instrument herhalten, wenn die Gottesdienste des evangelischen Gefängnispfarrers Dr. Andreas Leipold musikalisch begleitet werden sollten. Das hat sich nun geändert.

„Eigentlich sollte eine Truhenorgel aus der Bad Hersfelder Stadtkirche beziehungsweise der Hospitalkapelle in die JVA gebracht werden“, sagt Orgelbaumeister Peter Kozeluh von der „Orgelbauwerkstatt Rotenburg“. Doch dann habe man mit Bezirkskantor Sebastian Bethge und Pfarrer Leipold festgestellt, dass das Instrument noch für das Musizieren in der Kurstadt instand gesetzt werden könnte.

Trübes Dasein gefristet

Aus dem Dorf Raßdorf bei Wildeck-Obersuhl stammt eine kleine Orgel, die gerade in Rotenburg für eine neue Kirchenorgel in Zahlung genommen worden war. Das Instrument aus den 60-er Jahren fristete ein trübes Dasein, bis Kozeluh es dem Pfarrer zeigte. „Ich dachte, ich sehe nicht recht“, so Leipold. „Vom Aussehen und der Größe her war das Instrument wie für den Andachtsraum in der JVA gemacht“, sagt er. Von den Holzfarben und der äußeren Gestaltung fügt sich die „Königin der Instrumente“ wirklich homogen in den Raum hinter Gittern ein.

Bis das einmanualige Instrument mit den 165 Pfeifen am Dienstagabend mit einem kleinen Konzert eingeweiht werden konnte, mussten jedoch viele Stunden Arbeit in die Restauration gesteckt werden. „Nach der gründlichen Reinigung und der Entfernung des erheblichen Schimmelbefalls bauten wir das Gehäuse um und nahmen Arbeiten an dem Gebläse vor“, so Kozeluh. „Das Instrument musste auch klanglich auf den Raum abgestimmt werden“, fügt er hinzu. Die letzten Arbeiten wurden nicht in der Rotenburger Werkstatt, sondern direkt in der JVA durchgeführt. „Es war für uns schon eine Besonderheit, ein Instrument für ein Gefängnis zu bauen“, sagte der Orgelbauer.

„Ein Jahr zu spät“

Peter Schindewolf ist Häftling in Hünfeld. „Wegen Steuergeschichten“, erzählt er. Schindewolf spielt Orgel, Klavier, Gitarre und Trompete. „Das habe ich mir alles selbst beigebracht“, sagt er. Zur Einweihung der neuen Orgel intoniert er „Amazing Grace“. „Ich würde gerne öfter darauf spielen. Aber nur deswegen möchte ich dann doch nicht länger hierbleiben“, scherzt er. Denn ihn trennen nur noch 17 Tage von der Freiheit. „Die Orgel ist eindeutig ein Jahr zu spät gekommen“, bedauert er. Zwischen fünf und acht Besucher hat Pfarrer Leipold in seinen monatlichen evangelischen Gottesdiensten. Die geringe Anzahl ist darauf zurückzuführen, dass verhindert werden soll, dass die Häftlinge diese Gelegenheit wahrnehmen, um Informationen auszutauschen. „Ich versuche die Häftlinge mit meinen Gottesdiensten zu ermutigen“, so Leipold. Es sei etwas Besonderes, hinter Gittern zu arbeiten. „Ich bin jeden Tag auf Zeit eingesperrt“, sagt der Bad Hersfelder Pfarrer.

"Ganz andere Gefühle"

Anstaltsleiter Lars Streiberger freut sich sehr, dass nun ein „echtes“ Instrument im Andachtsraum zum Einsatz kommen kann. „Die Orgel bringt ganz andere Gefühle hervor, als es ein E-Instrument kann“, sagt er. Er dankte dem Hünfelder „Albert-Krebs-Förderverein“, der die neue Orgel gestiftet hat. Zur Einweihung der Orgel waren Mitglieder des „Rotaryclubs Bad Hersfeld“ in die JVA Hünfeld gekommen. Dessen derzeitiger Präsident Dirk Burkhard hatte just am Dienstag Geburtstag, so dass ihm zum ersten – und hoffentlich einzigen – Mal hinter Gittern „Viel Glück und viel Segen“ gesungen wurde.

Um die Klangmöglichkeiten der Orgel vorzuführen, spielten der Orgelbauer und der Bad Hersfelder Stadtkirchenkantor Sebastian Bethge zu einem kleinen Orgelkonzert Werke von Böhm, Albinoni, Händel, Storace und Händel – teilweise mit Pfarrer Leipold auf der Querflöte. „Das Instrument hat einen intimen Klang, der gut auf die Atmosphäre der Kapelle abgestimmt ist“, sagt Kantor Bethge.

Passend zum Orgelspiel hinter Gittern erklang auch eine „Fuga“ von Buxtehude. Ganz nebenbei: „Fuga“ ist lateinisch und heißt übersetzt „Flucht“.

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