Können wir Denkmäler für die Zukunft erhalten?

Denkmalschutz und demographischer Wandel Thema der Fachtagung des Netzwerks Lndlicher Raum der DenkmalAkademie im Schloss Romrod Osthess

Denkmalschutz und demographischer Wandel Thema der Fachtagung des Netzwerks Lndlicher Raum der DenkmalAkademie im Schloss Romrod

Osthessen. Der bevorstehende demographische Wandel und die damit verbundenen strukturellen Vernderungen im lndlichen Raum werfen viele Fragen auf wie beispielsweise: Knnen unsere historischen Stdte und Drfer mit ihren alten Gebuden als Zeugnis unseres kulturellen Erbes auf lang Sicht erhalten werden? Und: Welche Mglichkeiten bestehen, trotz abnehmender Bevlkerung und zurckgehender Landwirtschaft die Erhaltung und die Sanierung solcher Gebude positiv zu beeinflussen?

Um solche Fragen ausfhrlich mit Fachleuten und Betroffenen zu diskutieren, hat das Forum Netzwerk Lndlicher Raum der DenkmalAkademie im Schloss Romrod ein weiteres Seminar veranstaltet, diesmal zum Thema Denkmalschutz in der Stadt- und Dorfentwicklung.

Im direkten Dialog

Ziel der Veranstaltung war es, im direkten Dialog zwischen Fachleuten und rund 40 Teilnehmern mgliche Wege zu errtern und aufzuzeigen, wie auf die vernderten Rahmenbedingungen eingegangen werden kann und wie Kooperationen zwischen den Denkmalschutzbehrden und der Stadt- und Dorfentwicklungsplanung entwickelt werden knnen, um gemeinsam Lsungen zur Nutzung und Erhaltung von Denkmlern zu finden und zuzulassen.

Professor Frank Oppermann von der Fachhochschule Darmstadt, ausgewiesener Fachmann in Sachen Denkmalschutz und ehemaliger Mitarbeiter einer Unteren Denkmalschutzbehrde, referierte ber das Denkmalschutzgesetz.

Wie Oppermann erluterte, ergeben sich die Voraussetzungen, nach denen ein Gebude als Kulturdenkmal als schutzwrdig eingestuft wird, stets aus dem jeweiligen Objekt selbst. Die Bewertung eines Kulturdenkmals falle daher immer objektspezifisch aus, da die geschichtliche Entwicklung und die Prgungen individuell voneinander abweichen.

Konsequentes Handel gefordert

Ich sehe die Gefahr, dass viele Denkmler im lndlichen Raum aufgrund fehlender Nutzungen nicht mehr erhalten werden knnen, denn Denkmler werden nicht durch Gesetze gemacht, sondern die Menschen bestimmen, was erhalten wird und was nicht, so Oppermann, der das Angebot einer fachlichen Beratung der Eigentmer von Denkmlern als wichtige Hilfestellung bei der Planung und Sanierung von schtzenswerten Gebuden einstuft und auch die Definition besonderer finanzieller und steuerlicher Rahmenbedingungen als Instrument sieht, um die Erhaltung der Denkmler zu untersttzen.

Urte Kelm von der unteren Denkmalschutzbehrde in Lauterbach berichtet aus ihrem beruflichen Alltag im Vogelsbergkreis und dem zunehmenden Verfall von Gebuden, der aufgrund der vernderten strukturellen Einflsse nur durch konsequentes Handeln, und auch dann nur in Teilen, vermieden werden knne.

Die Denkmalschtzerin befrchtet, dass zuknftig nur Orte lebensfhig bleiben, die entweder verkehrsgnstig liegen, Vorteile als Wohnstandorte haben, die Versorgungsfunktion fr den tglichen Bedarf erfllen oder die Schwerpunkte fr den Tourismus und die Naherholung sind. Daher wird es Ortschaften geben, die sich besonders fr den Einsatz regenerativer Energien eignen und Orte, in denen neue Wohnformen in historischen Hofanlagen fr Aufmerksamkeit sorgen.

Synagoge Romrod als Beispiel

Wie Kelm betonte, werde knftig das Flchen- und Gebudemanagement in den Gemeinden an Bedeutung gewinnen, denn nur so knne der Bestand an leer stehenden Gebuden und bebaubaren Flchen in den Drfern erfasst und auch in die Vermarktung gelangen.

Architekt Herbod Gans (Homberg/Ohm) und Jan Ermel, Leiter der Bildungsabteilung der DenkmalAkademie, berichten von einzelnen Kulturdenkmlern, die durch eine sensible Planung und neue Wohnnutzungen erhalten werden konnten. Ein besonderes Beispiel fr eine ffentliche Nutzung sei beispielsweise die Synagoge in Romrod, die mit viel Feingefhl als Kulturdenkmal erhalten werden konnte.

Das Fazit zog Moderator Hartmut Kind, Mitglied des Fachbeirates des Forums Netzwerk Lndlicher Raum: Eine verstrkte Kooperation zwischen Denkmalschutz und der Stadt- und Dorfentwicklung ist eine dringende Notwendigkeit, um die knftigen Herausforderungen bewltigen zu knnen.

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