Kommentar: Europa ist mausetot!

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Hans-Peter Ehrensberger macht sich angesichts der Flüchtlingstragödie Gedanken über den Fortbestand der EU.

Ich war am Wochenende in Luxemburg. Im Großherzogtum  habe ich noch ein gewisses Maß an europäischem Flair gespürt, auch wenn das in diesen Wochen und Tagen wohl nur noch in einem kleinen Land und eher bei den profanen Dingen des Lebens zu spüren ist: bei einer grenzenlosen Einreise, bei günstigen Kaffee- und Spritpreisen, an entspannt bummelnden multikulturellen Besucher-Gruppen.

Wenn mir jedoch eine Bekannte erzählt, was sie am Wochenanfang  am österreichisch-deutschen Grenzübergang bei Freilassing erlebte, als sie auf der Rückreise von ihrer in Salzburg studierenden Tochter fünf Stunden im Stau stand und auch noch ihr Auto durchleuchtet wurde,  dann sage ich: Europa liegt im Sterben, nein: Europa ist eigentlich schon mausetot. Gedanken und faszinierende Vorstellungen von Freiheit, Freizügigkeit, Stabilität und Menschenrechten, welche sich die EU auf die Fahnen und in ihre Charta geschrieben hat, werden ad absurdum geführt, ja regelrecht mit den Füßen getreten.

Weil Flüchtlinge aus dem nahen und mittleren Osten sowie  Nordafrika mit ihren Füßen abstimmen, sich weder vor seeuntauglichen Schlauchbooten, schlimmem Stacheldraht und skrupellosen Schleppern fürchten und sich zu Fuß, in Fahrzeugen und Flüchtlingszügen auf den Weg ins gelobte Land Germany und zu Mutti Merkel machen. Die zeigt wie tausende ehrenamtliche Helfer große Empathie für die Schicksale der bemitleidenswerten Menschen, macht indes unhaltbare Versprechungen und hat eigentlich doch, wie viele der Mitglieder ihrer Regierung und noch mehr von  der Opposition, nicht wirklich einen Plan zur Lösung der Jahrhunderttragödie, gegen die die griechische Finanzkrise als Peanuts bezeichnet werden kann.

in noch größeres Trauerspiel liefert freilich das EU-Ausland ab, ja ich bezeichne diese verantwortungslosen Regierungen außerhalb Deutschlands, Österreichs und Schwedens, vor allem jene im Osten so, deren Bürger früher selbst hinter einem Eisernen Vorhang schwer zu leiden hatten. Die fordern frech von uns Milliarden an Fördermitteln,  wenn es jedoch um die Aufnahme von Menschen geht, dann ist es mit der Solidarität vorbei. Europa steht am Scheideweg – und ich befürchte, dass es diese Zerreißprobe nicht bestehen wird. Mit derart destabilisierenden Methoden und Gebaren ist das Ende der "EU im alten Stil" in Sicht. Und das hehre Projekt einer vereinten Wirtschafts-, Wohlstands- und vor allem Wertegemeinschaft auf dem alten Kontinent  gescheitert. Ganz sicher!

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