Langweilige öffentlich-rechtliche Medien: Mitunter eine Zumutung  

Klartext-Kommentar von "Fulda aktuell"-Redaktionsleiter Bertram Lenz über Öde bei TV und Radio und über "Satisfaction"  

Fulda - Die „Rolling Stones“ haben es bereits 1965 vorausgesagt und in ihrem „Satisfaction“ für immer verewigt: die Ödnis in den Medien. So besangen sie das Gefühl, wie gelangweilt man ist, wenn ein Radiosprecher völlig unnütze Informationen („useless information“) verkündet oder man einem Mann im Fernsehen dabei zuschaut, der erzählt, wie weiß T-Shirts sein könnten. Damals gab es in Deutschland drei Fernsehprogramme und, in heutigen Zeiten undenkbar, einen Sendeschluss.

Was geblieben ist, das sind der Ärger und die Verständnislosigkeit über ein TV-Programm, das – soweit man nicht gerade ein Fan der Privaten ist – einfach zum Ausschalten zwingt. Oder man macht das Gerät gar nicht erst an. Das Üble an der Geschichte aber ist, dass man – so wie wohl die meisten von uns – treu und brav seine Rundfunkgebühren zahlt. Und dafür eine Auswahl der Öffentlich-Rechtlichen vorgesetzt bekommt, dass man sich mit Grausen abwendet und den Fernseher schlafen schickt. Und sich ebenfalls ins Land der Träume begibt.

Beispiele gefällig? So gab es am vergangenen Montagabend zur besten Sendezeit in der „ARD“ eine Politsendung und beim „ZDF“ die aktuell unvermeidliche Leichtathletik-WM aus Doha, die noch nicht einmal bei den Menschen vor Ort auf großes Interesse stößt. Nun denn, denkt man sich, es gibt ja noch die Dritten Programme oder „ZDF Neo“. Hier aber laufen – unter anderem – Tierstorys aus dem Frankfurter Zoo, die x-te „Tatort“-Wiederholung oder die gefühlt zehnte Auflage von „Wilsberg“ beziehungsweise von „Ein starkes Team“. Kurz gesagt: Eine Zumutung, für die man – wie erwähnt – auch noch sehr viel Geld löhnt.

Beim Radio, früher Hort von spannenden Hörerlebnissen, ist es auch nicht anders. Von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, wird man mit Mainstream-Einerlei zugedröhnt. Unverwechselbares findet sich fast nicht, und dem Anspruch, Informationen von Wert zu liefern, kommt kaum ein Sender nach.

Da verwundert es, dies als Quintessenz, kaum, dass sich immer mehr Mitbürger von den Öffentlich-Rechtlichen ab- und – unter anderem – dem Internet mit seinen Streamingdiensten zuwenden. Die Rolle, die früher das Fernsehen ausgefüllt hat, nämlich mit anspruchsvollen Produktionen zu locken, übernehmen immer mehr Unternehmen wie der Konzern „Netflix“. Dass parallel dazu die Zahl derjenigen steigt, die sich einer Zahlung der Rundfunkgebühr verweigern und ihre jeweiligen Geräte abmelden, dürfte angesichts der geschilderten Ödnis kaum verwundern. Und die Schlussfolgerung daraus? „I can‘t get no satisfaction“.

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