Kommunale Kliniken Osthessen prüfen Fusion

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Osthessen. Kartellamt soll prüfen, ob die großen Kliniken in Fulda, Bad Hersfeld und Alsfeld enger kooperieren dürfen.

Fulda/Bad Hersfeld/Lauterbach. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die kommunalen Krankenhäuser in Deutschland verschlechtern sich von Jahr zu Jahr, insbesondere weil die Tarifabschlüsse seit vielen Jahren nicht ausreichend refinanziert werden. Der wirtschaftliche Druck lässt viele Krankenhausträger darüber nachdenken, sich zusammenzuschließen und in größeren Einheiten Wirtschaftlichkeitsreserven zu erschließen.

Auch die Stadt Fulda und die Landkreise Vogelsberg und Hersfeld-Rotenburg haben sich als Krankenhausträger gemeinsam mit dem Hessischen Sozialministerium und einer Beratungsgesellschaft mit dieser Frage auseinandergesetzt.

Mit dem Ziel, die kommunale Trägerschaft des Klinikums Fulda, des Kreiskrankenhauses Alsfeld und des Klinikums Bad Hersfeld zu erhalten und damit die wohnortnahe Versorgung über alle Versorgungsstufen und insbesondere die Notfallversorgung abzusichern, ist beabsichtigt, eine mögliche Fusion dem Kartellamt zur Prüfung vorzulegen.

Diese kartellrechtliche Prüfung ist erforderlich, weil die drei Krankenhausträger durch andere Beteiligungen (z. B. Energieversorgungsunternehmen, Sparkassen usw.) mit den Umsätzen die magische Schwelle des Kartellrechts überschreiten. Bei einem Umsatz von mehr als 500 Mio. € muss das Kartellamt vor einem Zusammenschluss von Gesellschaften prüfen, ob durch den Zusammenschluss eine marktbeherrschende Stellung entsteht. Die politisch Verantwortlichen hoffen, dass das Bundeskartellamt zu einer positiven Entscheidung kommt, damit auch in der Gesundheitsversorgung interkommunale Zusammenarbeit möglich ist.

Die drei Krankenhäuser arbeiten jetzt schon gut zusammen. So wurde z. B. vor einigen Monaten das Onkologische Zentrum Osthessen gegründet, an dem neben den drei fusionswilligen Kliniken auch weitere Krankenhäuser in der Region beteiligt sind. Das Klinikum Fulda betreibt in den Räumlichkeiten der Klinikum Bad Hersfeld GmbH eine Außenstelle der Strahlentherapie. Auch bei der Versorgung von Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten wird z. B. zwischen dem Kreiskrankenhaus Alsfeld und dem Klinikum Bad Hersfeld intensiv zusammengearbeitet. Bei der Versorgung von Neugeborenen gibt es eine reibungs¬lose Zusammenarbeit zwischen den drei Häusern, die alle Versorgungsstufen abdecken.

Mit der Entscheidung des Kartellamts wird frühestens im September dieses Jahres gerechnet, erst danach kann über den weiteren Weg entschieden werden.

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