Kommunalwahl im Fokus: Birgit Kömpel ist neue SPD-Unterbezirksvorsitzende

Birgit Kömpel

Im Gespräch mit der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Birgit Kömpel, die nun neue Unterbezirksvorsitzender der SPD in Fulda ist.

Burghaun. Die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Birgit Kömpel wurde beim Unterbezirks-Parteitag in der „Haune-Halle“ in Burghaun zur neuen Vorsitzenden gewählt. Sie folgt damit der Landtagsabgeordneten Sabine Waschke. Kömpel erhielt 85,2 Prozent der Delegiertenstimmen. Sie war ohne Gegenkandidaten angetreten.

Für den Parteitag hatte Unterbezirksgeschäftsführer Jochen Hammerschick ein Konzept ausgearbeitet, welches laut Kömpel auch von etlichen Unterbezirken angefragt wird.

„Auf dem Parteitag haben sich alle Delegierten sehr diszipliniert an die Hygiene- und Abstandsregeln gehalten. Natürlich hätte ich gerne Sabine zu ihrem Abschied in die Arme genommen oder auch die eine oder andere Person. Aber es ist derzeit einfach geboten, Abstand zu halten. Deshalb haben wir uns dann eher mit warmen Worten begrüßt und so auch unsere Wertschätzung über die Wiedersehensfreude zum Ausdruck gebracht“, so Kömpel.

„Die Zusammenarbeit mit Sabine war und ist geprägt durch Sympathie, Vertrauen und Freundschaft. Sie hat mich immer unterstützt und ich hoffe sehr, dass ich auch weiterhin auf ihren Rat zählen kann.“

„Das Vertrauen der Genossinnen und Genossen zu bekommen, um neue Wege zu gehen, ist eine große Ehre für mich. Man bedenke, ich bin erst im Jahr 2007 in die Partei eingetreten“, sagt Kömpel gegenüber „Fulda aktuell“. Eichenzells ehemaliger Bürgermeister Rudolf Breithecker habe sie damals für die SPD in Eichenzell geworben. „Aber auch und insbesondere die SPD Fulda hat mich mit offenen Armen aufgenommen, meine Ideen unterstützt und mich gefördert. Deshalb ist es mir eine Freude, dieser Partei beziehungsweise diesen Menschen zumindest einen Teil zurückzugeben. Viele davon sind inzwischen auch Freundinnen und Freunde. Wir haben sehr engagierte Frauen und Männer in unserem neuen Vorstandsteam, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit in den nächsten Jahren“, sagt die ehemalige Bundestagsabgeordnete.

Zu den Aufgaben, die sie als Unterbezirksvorsitzende in den Fokus nehmen möchte, gehört „zu allererst natürlich die Kommunalwahl am 14. März 2021“. Die SPD möchte in möglichst vielen Gemeinden Wahllisten aufstellen. „Wir möchten ansprechbar sein und flächendeckend für die SPD vor Ort werben. Wir brauchen weiterhin den regen Austausch mit den Gewerkschaften, denn sie sind unsere Bündnispartner für eine soziale und gerechte Arbeitswelt.“

Mehr Präsenz bei verschiedenen Veranstaltungen der Ortsvereine und Arbeitsgemeinschaften soll auch gewährleistet werden. „Aber auch insgesamt wünsche ich mir, dass wir bei vielen öffentlichen Veranstaltungen sichtbar und ansprechbar sind. Viele Menschen interessieren sich für politische Themen. Es gilt, diesen Menschen zuzuhören, ihre Sorgen und Ideen aufzunehmen und diese Themen in unsere politische Arbeit zu integrieren“, sagt Kömpel. Auch die Förderung von jungen Menschen in der Partei liegt ihr am Herzen. „Gerade die junge Generation braucht eine Stimme, um Zukunftsthemen anzustoßen und diese auch einzubringen. Wir möchten junge Talente für künftige Aufgaben im Unterbezirk aufbauen.“

Gerade die Corina-Krise zeigt laut Kömpel klar und deutlich auf, „wie wichtig eine starke SPD – sei es im Bund, im Land oder auch in den Kommunen – ist“, so Kömpel. Ein wichtiges Thema im Landkreis Fulda ist aus ihrer Sicht die Arbeitsplatzsicherung. „Durch die momentane Situation verlieren viele Menschen ihre Arbeit und haben Angst vor der Zukunft. Wir brauchen Konzepte, um gerade ältere Menschen bei drohendem Verlust des Arbeitsplatzes sozial abzusichern und/oder sie zu qualifizieren, damit sie auch weiterhin eine gute Chance auf dem heimischen Arbeitsmarkt haben.“

Annehmen möchte sie sich auch des Themas Infrastruktur im ländlichen Raum, insbesondere der Digitalisierung und flächendeckender Breitbandversorgung. „Der Großteil unserer Bevölkerung lebt auf dem Land und nicht in der Stadt. Wir müssen aufpassen, dass unsere ländliche Struktur erhalten bleibt und wir bei der Digitalisierung nicht benachteiligt werden“, sagt sie.

Ebenso zu den Themen, an denen Birgit Kömpel arbeiten möchte, gehören Ausbau und Erhalt des Öffentlichen Nahverkehrs in der Region. „Die Menschen in unseren Dörfern müssen eine kostengünstige Möglichkeit haben, um Einzukaufen, Arztbesuche oder auch Kulturangebote in der Stadt wahrzunehmen.“

„Gerade im Moment zeigt sich, wie wichtig unsere Krankenhäuser sind. Das Klinikum Fulda muss unbedingt weiterhin in kommunaler Trägerschaft bleiben – das war, ist und wird auch in Zukunft ein zentrales Anliegen der SPD im Unterbezirk Fulda sein“, so Kömpel zum Thema Gesundheitspolitik.

„Wir werden uns nach der Sommerpause im Unterbezirksvorstand darüber beraten und dann zusammen eine Entscheidung treffen. Allerdings treffe nicht ich oder der Unterbezirksvorstand sondern unsere Delegierten des Wahlkreises die Entscheidung, wer für die Bundestagswahl 2021 kandidiert“, sagt Kömpel über ihre politische Zukunft und eine eventuelle erneute Kandidatur für den Deutschen Bundestag.

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