Zum Kotzen - Darmvirus grassiert

Fulda. Sie gehen bundesweit um, ihr Infektionsweg verlief von Nord nach Sd. Hohe Erkrankungszahlen werden aus Niedersachsen gemeldet und m

Fulda. Sie gehen bundesweit um, ihr Infektionsweg verlief von Nord nach Sd. Hohe Erkrankungszahlen werden aus Niedersachsen gemeldet und mittlerweile haben sie sich auch in der Region Osthessen breitgemacht: Die Rede ist von den hochansteckenden Noro-Viren, die derzeit landesweit fr heftige Reaktionen bei Alt und Jung sorgen und beim Menschen Magen-Darm-Erkrankungen mit den charakteristischen Symptomen Brechdurchfall, Bauchkrmpfen und mitunter sogar Fieber auslsen.

Jetzt haben Sie mich just auf dem falschen, oder wenn sie es so ausdrcken wollen, richtigen Fu erwischt, sagt Dr. Stefan Kortm, Leiter des Kreisgesundheitsamtes Fulda. Ich bin selbst betroffen und man kann sich kaum dagegen wehren. Selbst bei peinlichster Einhaltung von Hygienevorschriften und Gesundheitsratschlgen ist man gegen das Virus nicht gefeit.

Die bertragung passiert auf fkal-oralem Weg oder ber Trpfcheninfektion, erlutert der Mediziner. Hat`s einen denn doch erwischt, sollte man mglichst darauf achten, viel Flssigkeit zu sich zu nehmen. Ein bis zwei Tage kann man schon mal ohne Essen auskommen, ohne Flssigkeit nicht, warnt Dr. Kortm. Ich empfehle deshalb trinken, trinken und nochmals Wasser trinken vor allem bei alten und jungen Menschen, die ganz schnell austrocknen knnen.

Die Noro-Viren sind eigentlich meldepflichtig, so der Leiter des Kreisgesundheitsamtes gegenber Fulda aktuell bei Erreger-Nachweis! Nur: Wenn die Patienten nicht zum Arzt gehen, dann kann ich auch nichts melden. Und nicht bei jedem Brechdurchfalls muss es sich gleich und automatisch um Noro-Viren handeln, auch wenn der Verdacht zur Zeit ziemlich nahe liegt. An Zahlen nennt der Arzt fr das Jahr 2005 insgesamt 40 Flle fr den Landkreis Fulda, im vergangenen Jahr waren es 110 gemeldete Noroviren-Erkrankungen.

Die haben Hochsaison von November bis Februar, im Sommer treten sie nur vereinzelt auf. Vom 1. Dezember 2006 bis 17. Januar 2007 wurden im Kreisgebiet zwlf Flle gemeldet (Vergleichszeitraum des Vorjahres 5). Auch wenn es sich bei den Zahlen nur um die Spitze des Eisbergs handele und ein Anstieg zweifels-ohne signifikant sei, so liege der Landkreis Fulda im Vergleich zum brigen Bundesdurchschnitt dennoch deutlich niedriger. Der Leiter des Kreisgesundheitsamtes erklrt diesen Sachverhalt in erster Linie damit, dass der Rhner Menschenschlag allgemein gesundheitsbewuter lebt und unsere lndliche Bevlkerung in der Region bei Durchfallerkrankungen eine eher hhere Hemmschwelle fr einen Arztbesuch ansetzt als beispielsweise Stadtbewohner.

Das Norovirus, ehemals als Norwalk-Like-Virus bezeichnet, wird ber den Stuhl oder Erbrochenes ausgeschieden und auf fkal-oralem Weg oder beim Einatmen des beim Erbrechen entstehenden Aerosols bertragen. Die Erkrankung klingt in der Regel nach zwei bis drei Tagen wieder ab. 2005 registrierte das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) 4749 Flle in ganz Deutschland, 2006 waren es einschlieich der 51. Woche 6540 Erkrankungen. Das Virus gilt als Verursacher von 30 Prozent der Magen-Darm-Entzndungen bei Kindern, bei Erwachsenen ist es in jedem zweiten Fall Auslser des charakteristischen Brechdurchfalls. Susanne Glasmacher, Pressesprecherin des RKI gegenber Fulda aktuell: Man sollte peinlichst genau auf Hygiene achten und immer wieder die Hnde waschen. Selbst in Kliniken und Altenheimen ist das Virus extrem hartnckig. Bei Durchfall empfehlen wir, viel Mineralwasser oder Tee zu trinken vor allem kleine und alte Menschen knnten sonst schnell austrocknen.

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