Im Kreis Fulda häufen sich die Krätze-Erkrankungen 

2018 hat es im Kreis Fulda bislang 82 Fälle von Krätze (Skabies) gegeben / Infos von Kreisgesundheitsamt und "Robert-Koch-Institut" 

Osthessen - Es ist ein Fehlurteil zu glauben, die Skabies, gemeinhin als Krätze bekannt, sei ausgerottet. Denn auch in unserer Region taucht sie immer wieder auf, wie die in den vergangenen Tagen bekannt gewordenen Fälle in der „Ritter-von-Haune-Grundschule“ und der Kindertagesstätte von Burghaun aufzeigen. Zudem verstärkt in verschiedenen Einrichtungen in Schmalkalden im benachbarten Thüringen.

Vor diesem Hintergrund hat „Fulda aktuell“ beim Landkreis Fulda nachgefragt, wie das zuständige Kreisgesundheitsamt die Situation bewertet. Danach hat es 2018 bisher 82 Fälle von Krätze im Landkreis Fulda gegeben. Nach 29 in 2017 und 48 in 2016.

Ausführliche und verständliche Antworten auf Fragen, wodurch sich Krätze äußert und was man dagegen tun kann, gibt es auf der Seite infektionsschutz.de der „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ oder auf rki.de, dem „Robert-Koch-Institut (RKI)“.

Danach handelt es sich bei Skabies (Krätze) um eine durch die so genannte Skabiesmilbe verursachte ansteckende Hautkrankheit. Die Milben, die zu den Spinnentieren gehören, seien nur schwer mit bloßem Auge zu erkennen. Symptome träten erst nach vier bis sechs Wochen aufgrund der Reaktion des Immunsystems auf Eier und Ausscheidungen der Milben auf.

„Krankheitszeichen sind Brennen der Haut und Juckreiz, der besonders nachts stark ausgeprägt ist, stecknadelgroße Bläschen, gerötete Knötchen oder Pusteln. Mit Milben befallen sind vor allem Zwischenräume von Fingern und Zehen, Handgelenke, Knöchel, Achseln, Ellenbogen, Brustwarzen und Genitalien“, heißt es weiter. Bei Säuglingen und Kleinkindern könnten auch Kopf und Gesicht betroffen sein. Die Übertragung von Skabiesmilben erfordere meist längeren direkten Hautkontakt.

Zur Behandlung empfiehlt die Leitlinie der „Deutschen Dermatologischen Gesellschaft“ Permethrin-haltige, äußerlich anzuwendende Cremes. Als weitere äußerlich anzuwendende Therapieoptionen werden die Wirkstoffe Crotamiton und Benzylbenzoat genannt. Mehrere entsprechende Arzneiprodukte seien in Deutschland dafür zugelassen und auf dem Markt erhältlich.

Auf die Frage nach einer Meldepflicht teilt das Landratsamt mit: „Es gibt keine bundesweite Meldepflicht von Einzelfällen. Allerdings gab es eine Gesetzes-Novellierung im Juli 2017. Damit wurde die Anzahl der Einrichtungen, die an Gesundheitsämter zu melden haben, ausgeweitet“.

Ergänzend heißt es dazu auf der „RKI“-Webseite: Bis zur Novellierung galt die Meldepflicht für Skabies für Einrichtungen, in denen überwiegend Säuglinge, Kinder oder Jugendliche betreut werden, insbesondere also Kinderkrippen, Kindergärten, Kindertagesstätten, Kinderhorte, Schulen oder sonstige Ausbildungseinrichtungen, Heime, Ferienlager und ähnliche Einrichtungen. Mit der Novellierung von 2017 gilt die Meldepflicht nun auch für Skabiesfälle oder Verdachtsfälle in voll- und teilstationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen (ausgenommen Krankenhäuser), Obdachlosenunterkünften, Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern, sonstigen Massenunterkünften und Justizvollzugsanstalten“.

Die Daten seien nicht übermittlungspflichtig, würden also vom Gesundheitsamt, bei dem die Meldungen eingehen, nicht an die Landesbehörden und das „Robert-Koch-Institut“ übermittelt.

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