Kreativität als Chance in der Weihnachtszeit

Der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber blickt mit Zuversicht auf die kommende Advents- und Weihnachtszeit.

Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber über Advent und Weihnacht in der Corona-Pandemie.

Fulda. Auch im Bistum Fulda laufen seit Wochen laufen bereits Überlegungen, Workshops und mehr, um Ideen auszutauschen und Projekte zu konkretisieren, wie in diesem Jahr das Weihnachtsfest begangen werden kann.

„Im November werden Praxis-Hilfen dafür publiziert mit vielen Anregungen, die Pfarrgemeinden dann gerne aufgreifen können. Die Gemeinden entscheiden vor Ort, was für sie passt und jeweils machbar ist. Da gibt es natürlich Unterschiede in Städten und Dörfern“, so Bischof Dr. Michael Gerber auf Anfrage von „Fulda aktuell“.

Mancherorts gebe es noch einen hübschen Pfarrgarten, der sich vielleichz für ein Krippenspiel mit Schafen und Hirten eignen könnte. „In anderen Orten gibt es einen großen Kirchvorplatz, der für einen Kurz-Gottesdienst genutzt werden kann oder es gibt in Städten einen Marktplatz, auf dem Weihnachtslieder erklingen und die Menschen mitsummen können _ natürlich mit ausreichend Abstand“, so Gerber. Wenn die „Corona-Notbremse im November“ wirkt, seien solche Veranstaltungen im Freien im Dezember nach wie vor denkbar.

Es gebe natürlich einige Einschränkungen, die damit verbunden sind: „Die Krippenspiele, Gottesdienste oder Weihnachtskonzerte dürfen nicht zu lang sein – auch wegen den möglichen winterlichen Wetterverhältnissen. „Das ist eine kreative Herausforderung, in der auch eine Chance steckt, mit neuen Formaten Menschen neugierig auf die frohe Weihnachts-Botschaft zu machen, die bislang nicht zu Besuchern klassischer Gottesdienste gehören.“ Weihnachten 2020 in der Corona-Krise kann auf diese Weise noch deutlicher machen, dass Christsein nicht nur was für „Insider“ sei.

„Klar ist: Fließband-Christmetten im Stundentakt sind nicht geplant: Das geht auch lüftungstechnisch nicht. Zwischen den einzelnen Angeboten muss in Kirchen ausreichend gelüftet werden. So kann es also möglich sein, dass es um 15 Uhr ein Angebot für Familien mit Kleinkindern gibt, um 18 Uhr ein Heiligabend-Gottesdienst und um 20 Uhr eine Christmette –alles mit reduzierter Personenzahl und ausreichend Abstand nach den Vorschriften“, so Bistumssprecher Robert Eberle.

Die meisten Gemeinden würden mit Platzreservierungen arbeiten, um niemanden an der Kirchtür abweisen zu müssen, denn die Abstände und Höchstgrenzen an Gottesdienstbesuchern müssten strikt eingehalten werden. „Darauf wird genau geachtet, da geht Gesundheitsschutz vor“, so Gerber. Das funktioniere bisher sehr gut: Plätze, an denen Menschen sitzen können, sind klar markiert und eine freie Platzwahl sei zur Zeit nicht möglich. Für diese Reservierungen gebe es inzwischen bewährte Systeme, beispielsweise die Seite mein-kirchplatz.de im Internet.

Das Bistum Fulda überträgt an jedem Adventssonntag sowie an allen Weihnachtsfeiertagen Festgottesdienste live ins Internet. Das sei eine Möglichkeit, ältere Gemeindemitglieder zu erreichen oder Gläubige, die wegen der Corona-Pandemie auf Gottesdienstbesuche in den Kirchen verzichten möchten. „Viele Gemeinden tun das auch. Und mit einfach zu bedienenden Tablets nutzen das inzwischen sehr viele Menschen. Bereits in der ersten Lockdown-Phase bekamen Senioren solche Geräte geschenkt - um so mit der Familie Kontakt halten zu können. Solche Geräte dürften an Weihnachten 2020 erneut beliebte Geschenke sein“, sagt der Fuldaer Bischof.

Mit Kreativität und Flexibilität, mit Verantwortungsbewusstsein und der Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, könne das Weihnachtsfest in diesem Jahr gelingen. „Wir sind da im Bistum Fulda sehr zuversichtlich und sehen, dass wir in dieser Corona-Krise auf Neues entdecken und dazu lernen“, so Eberle. In einem Schreiben an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums rät Gerber mit Blick auf die nächsten Wochen und die Planungen für Advent und Weihnachten, „ein Gleichgewicht von Vorsorge und Zuversicht zu finden, um das auch zu tun, was möglich ist“.

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