Kein Zusammenhang mit Krebserkrankungen

Untersuchungen der "Unfallkasse Hessen" in Gebäude der "Hochschule Fulda"

Fulda - Die Belastungen durch Gefahrstoffe in der Raumluft und durch elektromagnetische oder radioaktive Strahlung in Gebäude 31 der "Hochschule Fulda" liegen unter den Grenz- beziehungsweise Richtwerten. Das haben einschlägige Untersuchungen der "Unfallkasse Hessen" sowie Messungen der "Hochschule Fulda" ergeben. Die Hochschule hatte die Untersuchungen veranlasst, um einen ursächlichen Zusammenhang von Krebserkrankungen bei acht Beschäftigten in der ersten Etage von Gebäude 31 ausschließen zu können.

 „Die Messungen bestätigen unsere ersten Einschätzungen auf der Grundlage des derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes, dass bei Auftreten unterschiedlichster Krebsarten am ehesten von einer unglücklichen statistischen Häufung auszugehen ist“, erläutert Christina Walther von der "Unfallkasse Hessen" das Messergebnis. „Auch wenn alle Expertinnen und Experten einen ursächlichen Zusammenhang zwischen den Krebserkrankungen und dem Gebäude praktisch ausgeschlossen hatten, war es uns wichtig, über zusätzliche Messungen mögliche Restrisiken so weit wie möglich auszuschließen", betont Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar.

Eine erste Beurteilung der Situation auf Basis der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse hatten Wissenschaftlerinnen aus dem Fachbereich Pflege und Gesundheit, die "Unfallkasse Hessen" sowie der Betriebsarzt der "Hochschule Fulda" bereits im Herbst vergangenen Jahres vorgenommen, nachdem die Fachbereichsleitung sich zuvor an die Hochschulleitung gewandt hatte. Sie ergab keinerlei Anhaltspunkte für einen ursächlichen Zusammenhang der Erkrankungen mit dem Gebäude. Die Beschäftigten sind an unterschiedlichen Krebsarten erkrankt, denen unterschiedliche Risikoprofile zugrunde liegen. Auch würde ein krebserzeugender Gefahrstoff typischerweise zu einer Häufung bestimmter Erkrankungen führen.

Um diese Analyse zu untermauern und alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Identifizierung potenzieller Gefährdungen auszuschöpfen, wurden noch im vergangenen Jahr Messungen geplant. Anfang dieses Jahres wurde die "Unfallkasse Hessen" mit diesen Messungen beauftragt. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, systematisch alle relevanten Gefährdungen zu ermitteln und definitiv auszuschließen, dass die Beschäftigten irgendwelchen bedenklichen Stoffen oder Strahlungen ausgesetzt sind“, erläutert Kanzler Ralf Alberding die Vorgehensweise.

Zusätzlich zu diesen Messungen wurden die Kellerräume des Gebäudes 31 begangen. In zwei von insgesamt 14 Räumen, die als Lagerraum genutzt beziehungsweise ungenutzt sind und nicht zu dem Fachbereich gehören, in dem die Häufung von Krebsfällen aufgetreten ist, befindet sich noch Bodenbelag aus den 60er Jahren. Eine aufgrund einer auffälligen Geruchsbelastung durchgeführte Voruntersuchung hat ergeben, dass in diesem Bodenbelag Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) vorhanden sind.

PAK sind schwerflüchtige bis feste Stoffe, die sich durch Abrieb aus dem Belag lösen und beispielsweise über die Schuhe in die Fläche verteilt werden können. In die Luft gelangen sie, wenn sie sich an Staubteilchen heften. Da die betroffenen Räume nicht offen zugänglich sind, geht auch die "Unfallkasse Hessen" davon aus, dass keine Verschleppung der PAK aus dem Bodenbelag erfolgt und die Beschäftigten folglich damit nicht in Berührung kommen. „Dennoch werden wir noch eine Staubmessung im Keller von Gebäude 31 veranlassen, um sicherzustellen, dass definitiv keine PAK über Staub in die Luft gelangen“, betont Kanzler Alberding.

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