Kreishandwerkerschaft Fulda: Keine Alternative zur fristlosen Kündigung Büttners

Kreishandwerksmeistrer Thorsten Krämer (Mitte) nach seiner Neuwahl gemeinsam mit seinem Stellvertreter Michael Wißler (rechts) und seinem Vorgänger Claus Gerhardt.

Vorstand der Kreishandwerkerschaft Fulda reagiert auf Vorwürfe des entlassenen Geschäftsführers Dr. Herbert Büttner 

Fulda - Am Sonntagnachmittag hatte Dr. Herbert Büttner, am vergangenen Freitag entlassener Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Fulda, auf die Vorwürfe ihm gegenüber reagiert. Nun gibt es eine erneute Reaktion des Vorstandes der Kreishandwerkerschaft Fulda namentlich von Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer:

Das Statement im Wortlaut:

"Falsch ist, dass die Kündigung von Herrn Dr. Büttner einzig durch die bevorstehende Insolvenz der ,Perspektive Pro Handwerk GmbH' (PPH) begründet ist.

Richtig ist dagegen, dass die Kündigung begründet ist durch das zerstörte Vertrauensverhältnis zwischen dem Geschäftsführer einerseits und dem Vorstand der Kreishandwerkerschaft andererseits. Hintergrund sind die durch Dr. Büttner vorgelegten Zahlen der PPH, die einer Prüfung des hinzugezogenen Steuerberaters nicht Stand gehalten haben, ganz im Gegenteil, sogar eine umgehende Insolvenz nahe legten.

Falsch ist, dass es bei Urlaubsantritt von Dr. Büttner vor einer Woche Ziel gewesen sei, eine drohende Insolvenz zu verhindern. Falsch ist ebenfalls, dass die Gesellschaft mit frischer Liquidität ausgestattet worden sei.

Richtig ist folgende Aussage: Die Kreishandwerkerschaft respektive der Vorstand, konnten die PPH gar nicht mit frischer Liquidität ausstatten, dies lässt unsere Satzung nicht zu. Dazu wäre es im Vorfeld nötig gewesen, eine Delegierten- beziehungsweise Innungsversammlung einzuberufen. Diese hat es nicht gegeben. Und selbst, wenn: Ob es dann zu einer Stammkapital-Einlage gekommen wäre, mag ich bezweifeln“, verdeutlicht Kreishandwerksmeister Krämer.

Falsch ist ebenfalls, dass die Insolvenz- und auch die Personalentscheidungen des Vorstandes während der urlaubsbedingten Abwesenheit gefällt worden seien.

Richtig ist dagegen folgende Chronologie: Am 12. Juni 2019 hat Dr. Büttner dem Vorstand der Kreishandwerkerschaft die Zahlen 2018 der PPH vorgelegt. Da diese nicht durchgängig schlüssig waren, wurde eine externe Steuerkanzlei mit der Prüfung der Zahlen beauftragt. Diese Prüfung nahm einen Zeitraum von vier Wochen ein. Am 15. Juli 2019 wurde das Ergebnis der Steuerkanzlei vorgelegt, mit dem klaren Ergebnis der Zahlungsunfähigkeit, einer hohen Überschuldung und einer fehlenden positiven Zukunftsprognose. So habe die Steuerkanzlei nur noch die umgehende Insolvenz empfehlen können. Am 17. Juli 2019 wurden gemeinsam mit Vorstand und Dr. Büttner diese niederschmetternden Zahlen besprochen. Der Vorstand tagte an diesem Tag und ebenso bereits am 15. Juli bis weit nach Mitternacht, aus persönlichen Gründen hat Dr. Büttner die Besprechung vorzeitig verlassen. Am 18. Juli 2019 wurde Herrn Dr. Büttner in einem Vier-Augen-Gespräch mit Herrn Thorsten Krämer das Ergebnis der nächtlichen Sitzung mitgeteilt: Die Trennung von Dr. Büttner aufgrund eines komplett zerrütteten Vertrauensverhältnisses, das eine weitere Zusammenarbeit unmöglich macht. Am 19. Juli erhielt Herr Krämer den Anruf eines Fuldaer Anwaltes, der im Zusammenhang mit dem Gespräch des Vortrages verdeutlichte, dass er ab sofort die arbeitsrechtlichen Interessen von Dr. Büttner vertrete. Krämer: „Dieser Anruf legt eindeutig nahe, dass Dr. Büttner sehr wohl von seiner Kündigung Kenntnis hatte und nicht erst, wie er es darstellt, über die Medien.“ Am 24. Juli 2019 wurde Herrn Dr. Büttner die Kündigung überstellt mit dem Hinweis, dass zwingend die Insolvenz angemeldet werden muss.

Falsch ist die Aussage, dass das Dienst-Handy und die Email-Adresse Büttners abgeschaltet worden seien, um Informationen zu unterbinden.

Richtig ist dagegen, dass dies ein durchaus üblicher Vorgang im Zuge einer fristlosen Kündigung ist und man davon ausgehen konnte, dass Dr. Büttner ein privates Handy besitze und daher sicherlich Möglichkeiten hatte, Stellung zu beziehen.

Falsch ist, dass der Vorstand der Kreishandwerkerschaft in Zusammenhang mit einer ,Ausputzerfunktion' genannt wird.

Richtig ist dagegen, dass Dr. Büttner Geschäftsführer der PPH und der Kreishandwerkerschaft war. Dies bedeutet im Umkehrschluss, sollten für die Kreishandwerkerschaft unrentable Leistungen übernommen oder auch Leistungen gänzlich ohne Berechnung wie zum Beispiel für die Trendmesse erbracht worden seien, muss der Geschäftsführer sie selber in Auftrag gegeben, selber genehmigt haben – und selber verantworten müssen.

Falsch ist es, dass der Vorstand eine langjährige Misswirtschaft oder fehlende Transparenz Dr. Büttner in die Schuhe schieben will.

Richtig ist dagegen, dass Dr. Büttner als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft und der PPH für alle Vorgänge verantwortlich zeichnet.

Falsch ist, dass Dr. Büttner keinen Vertrag zur Geschäftsführung der PPH habe, richtig ist dagegen wie Dr. Büttner selber schreibt, dass er die „Geschäftsführung übernommen hat, weil er Chancen sah, positive Impulse für den regionalen Arbeitsmarkt mit Vorteilen für Innungsbetriebe setzen zu können.“

Falsch ist, dass Dr. Büttner für seine Arbeit keine Vergütung erhalten hat.

Richtig ist, dass Dr. Büttner ein Arbeitsverhältnis bei der Kreishandwerkerschaft hatte und diese Tätigkeit, die er in Personalunion für die PPH ausgeführt hat, entsprechend vergütet worden ist.

Falsch ist, dass es hinsichtlich der Zahlen der PPH eine Transparenz gegeben habe.

Richtig ist dagegen, dass die gelieferten Zahlen keine Transparenz geboten haben, sondern eine gravierende Desinformation bedeuteten.

Falsch ist, dass der Vorstand leichtfertig und systematisch den guten Ruf der Kreishandwerkerschaft öffentlich demontiere. 

Richtig ist dagegen, dass dem Vorstand keine Alternative zur fristlosen Kündigung blieb.

 „Aufgrund der Desinformation und der nicht korrekten Zahlen mussten wir so handeln, um weiteren Schaden von der Kreishandwerkerschaft Fulda fernzuhalten, verdeutlicht der stellvertretende Kreishandwerksmeister Michael Wißler.

Falsch ist es, dass der Vorstand der Kreishandwerkerschaft einen Sündenbock für Fehler suche.

Richtig ist dagegen, dass aufgrund der gravierenden Desinformation eine gemeinsame Aufarbeitung von Fehlern nicht mehr möglich war, das Vertrauensverhältnis zerrüttet ist".

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