Krieg ohne Konzept

Seit 200 Jahren herrscht Krieg in Afghanistan, in einem Land, das man als solches und nach unseren Vorstellungen eigentlich so gar nicht bezeich

Seit 200 Jahren herrscht Krieg in Afghanistan, in einem Land, das man als solches und nach unseren Vorstellungen eigentlich so gar nicht bezeichnen drfte. Drei Gromchte haben sich mit den unterschiedlichsten Motiven und Volksstmmen am Hindukusch im wahrsten Sinne des Wortes herumgeschlagen, sind dabei klglich gescheitert. Zuerst die imperialistischen Briten, dann die nicht weniger eroberungslsternen Sowjetrussen, und schlielich die selbsterklrte Weltmacht Nummer 1, die US-Amerikaner.

Das heit, gescheitert ist die Mission nach deren eigenem Selbstverstndnis (noch) nicht, wie ihre geprgelten Vorgnger werden die Amis (und ihre Verbndeten) jedoch frher oder spter mit Schimpf und Schande und verbrannter Erde das Land verlassen mssen. Ohne aus den Niederlagen in Korea, Vietnam oder Somalia sinnvolle Schlsse und Lehren gezogen zu haben. Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen - in einer Region, die von Korruption und Kriminalitt, von Clans und War-Lords, von Drogenhndlern und Waffenschmugglern, von Taliban und Al-Kaida kontrolliert wird. Es ist politisch fahrlssig und unter angeblich strategischen Notwendigkeiten menschlich umso mehr verwerflich, unsere jungen Soldaten in einem Krieg zu verheizen, der als solcher noch nicht einmal so genannt werden darf und fr den es schon gar kein Konzept gibt. Werden dort jetzt eigentlich (noch) die Terroristenfhrer der Anschlge vom 11. September 2001 oder die schon besiegten Taliban (wieder) bekmpft, wird den Muslimen die christlich-westliche Lebensart aufgezwungen, soll Aufbauhilfe fr die Polizei, das Militr oder die Bevlkerung geleistet werden? Die gleichen Pazifisten" aus Grnen und SPD, die uns seinerzeit in Regierungsverantwortung aus vermeintlicher Solidaritt mit den USA in diesen verhngnisvollen Schlamassel hineinmanvrierten, mchten nun so schnell wie mglich wieder heraus aus Afghanistan, die Kanzlerin die Zahl der Soldaten indes noch aufstocken. Der Auenminister will keinen festen Abzugstermin nennen und jetzt sogar mit gemigten Wirtschafts-Taliban" verhandeln (ein Hohn fr die Angehrigen der Gefallenen), der Verteidigungsminister die deutschen Soldaten in Kunduz mehr aufs Land und unter die Leute schicken (und damit der Gefahr von Selbstmord-Attentaten aussetzen). Der Innenminister hat kein Geld und kaum bereitwillige Ausbildungspolizisten, der unerfahrene Entwicklungshilfe-minister macht die weitere Untersttzung nichtstaatlicher Organisationen von der Unterstellung unter das Oberkommando der Militrs abhngig (unter NATO-Hohheit hat sich Afghanistan brigens zum grten illegalen Opium-Produzenten der Welt entwickelt). Und da haben wir ber die Folgen der fatalen Bombardierung des Tanklastzuges und die anschlieend streng geheime" (Des-)Informationspolitik der Bundesregierung noch nicht einmal geredet.

Glauben in diesem Zusammenhang ein Herr Struck - und viele Konsorten mehr nach ihm - denn wirklich ernsthaft, dass sich Deutschlands Schicksal, unsere Freiheit, das westliche Wohl oder Weh' tatschlich am Hindukusch entscheidet? Afghanistan ist ein Krieg ohne Konzept, in dem es nur Verlierer gibt!______________________________________________________________

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