Künftiger Fuldaer Bischof legt Treueeid ab

Dr. Michael Gerber zu Gast bei Ministerpräsident Volker Bouffier in Wiesbaden

Fulda - Der ernannte Bischof von Fulda, Dr. Michael Gerber, hat am mittwoch vor Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier in Wiesbaden den Treueid mit der im Reichskonkordat vorgesehenen Formel abgelegt. Der Eid wurde von allen bisher im Land neu ernannten katholischen Bischöfen vor den jeweiligen Ministerpräsidenten gesprochen. Eingeführt wird Weihbischof Dr. Gerber am 31. März.

„Ich freue mich, dass mit Weihbischof Dr. Michael Gerber jetzt ein neuer Bischof vor seiner Einführung steht. Die gemeinsame Aufgabe von Kirche und Staat ist es, den Menschen Orientierung zu geben und die Gesellschaft zusammenzuhalten. In Hessen blicken wir auf eine gute Zusammenarbeit mit den Kirchen zurück. Ich bin zuversichtlich, dass wir das gute Miteinander und den Dialog zwischen Landesregierung und Kirche auch mit Bischof Dr. Michael Gerber als Nachfolger von Bischof Heinz Josef Algermissen sehr gut fortsetzen können“, so Bouffier.

Weihbischof Dr. Gerber nahm die Gelegenheit des gegenseitigen Kennenlernens bereits vor der Amtseinführung gerne wahr und sprach die erst kürzlich begonnene Legislaturperiode an: „Sie haben in den kommenden Jahren zum Wohl des Landes viele Entscheidungen zu treffen. Dazu wünsche ich Ihnen Gottes reichen Segen. Der Treueid ist für den Bischof auch Anstoß, im Gebet um den Beistand des Heiligen Geistes zu bitten.“

Es sei katholisches Verständnis, so der künftige Bischof von Fulda, dass Kirche und Staat voneinander getrennt und in ihrem Handeln autonom seien. Gleichzeitig ergebe sich eine wichtige Schnittmenge, da beide den gleichen Menschen dienten. Die Kirche setze sich für notleidende Menschen unabhängig von ihrer Religion oder Herkunft ein und fördere das Engagement der Gemeindemitglieder im demokratischen Gemeinwesen. In seiner Ansprache wies er auf das Erstarken extremistischer Strömungen hin und betonte die Verantwortung auch der Kirchen, vereinfachenden Polarisierungen zu widersprechen. „Es ist gemeinsames Interesse des Staates und der Kirchen, bürgerschaftliches Engagement zu fördern und Haltungen auszuprägen, die konstruktiv und kreativ in dieser Gesellschaft wirken.“

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