Hünfelder Kulturpreis für Dietmar Weidenbörner

Freude bei Dietmar Weidenbörner (Zweiter von links). Mit dabei Bürgermeister Stefan Schwenk, Laudatorin Martina Sauerbier und Stadtverordnetenvorsteher Berthold Quell (von links).

Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft für sein Engagement um heimischen Dialekt gewürdigt 

Hünfeld - Er ist ein wortgewandter Mensch, der mit viel Empathie, mit Witz und Charme andere zu fesseln weiß. Und besonders gerne und gut tut er dies in Rhöner Platt. Für seine Verdienste im Fastnachtsbrauchtum und um die Mundart hat Dietmar Weidenbörner von Bürgermeister Stefan Schwenk den "Kulturpreis 2017" der Stadt Hünfeld verliehen bekommen.

Im voll besetzten Rathaussaal gab es für den 65-Jährigen jede Menge Anerkennung und Applaus. Dietmar Weidenbörner ist bekannt für seine Wortgewandtheit, machte Bürgermeister Schwenk deutlich. Das komme ihm als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft zu Gute und so war es auch während seiner Zeit als Stadtverordnetenvorsteher. Das seien aber auch Qualitäten, die ihn als Büttenredner, Präsident der "Hünfelder Karnevalsgesellschaft" (HKG), als Mundartdarsteller bei den Mundartabenden der "Kolpingfamilie" und den Rathausabenden ausgezeichnet haben. Außerdem trug Weidenbörner viele Jahre Verantwortung für den Hünfelder Rosenmontagsumzug und hat mit dem damaligen Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel den "Gaalbernschaude aus der Taufe gehoben.

„Menschen wie Dietmar Weidenbörner sind eine Bereicherung und so wertvoll für die kulturelle Identität unserer Stadt“, lobte Schwenk den Preisträger, der mit Platt in seiner Familie groß geworden ist. „Er kann es, pflegt es bis heute und verbreitet vielen Menschen damit großen Spaß.“ Schwenk ging auch auf die Entwicklung der Mundart ein. Die wenigsten der jungen Menschen verstehen es noch, Platt zu sprechen. Dem Rhöner sei diese Sprache aberzogen worden. „Das ist sehr schade. Das ist ganz einfach ein Verlust an kultureller Identität. Mundart ist mittlerweile zu einem großen Schatz geworden, zu einer bedrohten Art, die Pflege und Schutz verdient.“

Die Laudatio hielt Kulturstadträtin Martina Sauerbier, die gleichzeitig eine Mundartpartnerin von Weidenbörner ist. „Mundart, das ist Heimatliebe pur. Wie kaum etwas anders spiegeln Dialekte die Kultur und die Geschichte einer Gegend wieder.“ Dietmar Weidenbörner habe die Mundart aus einer Ecke, in die sie völlig unverdient gedrängt worden war, herausgeholt. Das verdiene Lob und Anerkennung. „Du host mit dinner Oart onser Platt widder enger de Lied gebroicht“, lobte Sauerbier.

Grußworte und Glückwünsche überbrachten außerdem Stadtverordnetenvorsteher Berthold Quell, Michael Kubicek als Vorsitzender der "HKG" und Berthold Schwalbach von der "Kolpingfamilie Hünfeld".

Weidenbörner dankte für die Auszeichnung und stellte die Frage: „Ist Mundart überhaupt Kultur? Davon bin ich zutiefst überzeugt.“ Er fühle sich geehrt und sei stolz auf den Preis. „Ich nehme die Auszeichnung nicht allein für mich, sondern teile die Ehrung mit denen, die so denken wie ich.“ Für die musikalische Begleitung sorgten Rainer Borneis, Joachim Hess und Steffen Diegmüller.

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