Kunst und Kübel: Metall-Installation am Stadtschloss mit Bäumchen bedeckt

+
Franz Erhard Walthers Kunstwerk vor dem „Stadtschloss“ ist derzeit mit drei Blumenkübeln „abgedeckt“, damit Passanten nicht ausrutschen.

Ein Kunstwerk von Franz Erhard Walther mitten in Fulda wurde wegen des Winters abgedeckt.

Fulda - Ein Kunstwerk von Franz Erhard Walter ziert den Platz zwischen Stadtschloss und Hauptwache. Im Boden liegt eine beschriftete Metallplatte. Es handelt sich dabei um eines von insgesamt fünf solcher Kunstwerke des 1939 in Fulda geborenen Künstlers, der bei der „57. Kunstbiennale“ in Venedig im Jahr 2017 den „Goldenen Löwen“ erhielt.

Jetzt im Winter hat die Stadt Fulda das Kunstwerk mit drei Pflanzkübeln inklusive Buchsbäumen zugestellt. „Bei den Blumenkübeln handelt es sich um eine Absicherung gegen Unfälle durch winterliche Rutschgefahr auf den Metallplatten“, sagt Stadt-Pressesprecher Johannes Heller auf Anfrage von „Fulda aktuell“. Der Grund dafür sei, dass es in vergangenen Wintern bereits mehrfach Unfälle von Fußgängern gegeben habe, die auf der glatten Platte ausgerutscht seien. „In einem Fall war sogar ein komplizierter Knochenbruch die Folge“, so Heller.

Aufrauen der Platte unwirksam

Bereits im Zuge der Umgestaltung des Schloss-Ehrenhofs im Jahr 2014 gab es in Absprache mit dem Künstler von Seiten der Stadt den Versuch, die Platte durch Aufrauen der Metalloberfläche zu entschärfen. „Dies hatte jedoch nur kurzzeitig Erfolg, denn die schwereren Unfällen sind erst danach passiert“, sagt Heller. Deshalb habe die Stadt in den folgenden Wintern zunächst rot-weiße Warnbaken um die Platte aufgestellt. Da diese Lösung jedoch optisch nicht zufriedenstellend war, wurden mit Beginn der Frostperiode im Dezember des Vorjahres erstmals drei Blumenkübel aufgestellt, die nicht direkt auf dem Kunstwerk, sondern auf Gummimatten stehen. „Das Aufstellen der Blumenkübel stellt einen Kompromiss dar zwischen der Verpflichtung der Stadt, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, und der Möglichkeit, das Kunstwerk auch im Winter erlebbar zu halten. Aus Sicht des Kunstliebhabers ist die Situation sicher nicht erfreulich, allerdings bedeuten die Kübel aus Sicht der Stadt bereits eine deutliche optische Verbesserung gegenüber der Absicherung durch die Warnbaken“, so der Stadt-Pressesprecher.

Fünf Objekte in Fulda

Im Fuldaer Stadtgebiet sind insgesamt fünf „Raumformen“ von Walther vorhanden. Diese ähnlich gestalteten Metallplatten befinden sich neben dem Ehrenhof des „Stadtschlosses“ oberhalb des „Paulustores“, an der „Pauluspromenade“ beim Bischofspalais, am Rand des Domplatzes und vor der „Michaelskirche“. „Die vier letztgenannten übrigen Standorte liegen nicht im Verkehrsraum und stellen deshalb für Fußgänger im Winter keine Gefahr dar“, erläutert Heller.

Dass das Kunstwerk beim „Stadtschloss“ nicht mit Salz abgestreut wird, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, begründet Heller so: „Streusalz kann – gerade bei einem wiederkehrenden Einsatz während eines langen Winters – die Metalloberfläche massiv schädigen.“

Dauerhafte Lösung gesucht

Die Stadt sei in Gesprächen mit Walther, um eine dauerhafte Lösung ohne Pflanzkübel oder Warnbaken zu finden. Heller benennt eine Kompromisslösung, die auch mit dem Künstler abgesprochen sei: „Dies könnte so aussehen, dass die Platte bei Frost und Glättegefahr mit Sand gestreut wird und die Blumenkübel als Absperrung rund um die Platte aufgestellt werden. Die Praktikabilität einer solchen Lösung wird derzeit geprüft.“

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Wohnhaus in Lauterbach: Klingelanlage angezündet

Hausbewohnerin bemerkt Brandstiftung rechtzeitig und alarmiert Polizei, die nach Zeugen sucht.
Wohnhaus in Lauterbach: Klingelanlage angezündet

Linienbus kollidiert mit Pferd in Hilders

Der Unfall ereignete sich am Donnerstagnachmittag auf der B 458.
Linienbus kollidiert mit Pferd in Hilders

DRK Fulda: Ehrenamtliches Engagement erleichtern und attraktiver machen

Zum "Internationalen Tag des Ehrenamtes" am 5. Dezember: Appell der Präsidentin des DRK-Kreisverbandes Fulda 
DRK Fulda: Ehrenamtliches Engagement erleichtern und attraktiver machen

"STI Group" mit Stammsitz in Lauterbach bleibt als Familienunternehmen erhalten

Inhaberin Dr. Kristina Stabernack will Firmengruppe als Ganzes weiterführen
"STI Group" mit Stammsitz in Lauterbach bleibt als Familienunternehmen erhalten

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.