Kyrill hat Spuren hinterlassen

Fulda. Sturm Kyrill hat auch in den hessischen Wldern seine Spuren hinterlassen. Aus allen Mittelgebirgslagen vom Ode

Fulda. Sturm Kyrill hat auch in den hessischen Wldern seine Spuren hinterlassen. Aus allen Mittelgebirgslagen vom Odenwald bis zum Reinhardswald im Norden und vom Westerwald ber den Vogelsberg bis zur Rhn im Osten berichten die Forstmtern des Landesbetriebs Hessen-Forst von Windwurf und -bruchschden. Neben Einzelwurf sind auch Windwurfflchen erkennbar. Das Ausma der Strme Vivian oder Wiebke aus dem Jahr 1990 drfte jedoch nicht erreicht werden.

Die Forstleute waren in den ersten Tagen mit Aufrumarbeiten an zahlreichen Land- und Kreisstraen, vorwiegend in den Hochlagen der Mittelgebirge befasst. Peu a peu wurden Forstwege freigeschnitten, um Zugang in die Wlder zu erhalten und den tatschlichen Schadensumfang erfassen zu knnen.

Die Aufarbeitung des Windwurfs ist uerst gefhrlich, da die Bume unter Spannung stehen und bei Trennschnitten hochschnellen knnen. Oft ist hierzu Baggeruntersttzung mit Greifzange erforderlich. Mit einem aussagekrftigen Ergebnis der Erhebungen des Schadensausmaes wird daher erst in den nchsten Wochen gerechnet.

Fr alle Waldliebhaber gilt, dass der Forst in den nchsten Wochen nicht betreten werden soll. Auch wenn der Sturm abgeebbt ist, bestehen erhebliche Gefahren von angebrochenen Bumen und sten oder von Teilen, die in den Kronen hngen geblieben sind. Diese knnen unvorhersehbar herunterfallen und dann zur Lebensgefahr werden.

Der Hauptgeschftsfhrer des Hauptverbandes der Deutschen Holz undKunststoffe verarbeitenden Industrie und verwandter Industriezweige e.V., Dirk-Uwe Klaas, fordert im Zusammenhang mit Kyrill in einer Presseerklrung: Nach dem verheerenden Orkan in der vergangenen Woche liegen nach unseren Schtzungen rund 10 Millionen Kubikmeter Holz alleine in Deutschland ungenutzt im Wald. Das ist immerhin rund ein Fnftel des gesamten jhrlichen Holzeinschlags in der Bundesrepublik. Wir fordern, dass dieses Holz schnell und unbrokratisch auf den Markt gelangt. Keinesfalls darf der wertvolle Rohstoff Holz jetzt berwiegend als billiger Brennstoff verschwendet werden. Denn auch aus Sturmholz knnen hochwertige Holzwerkstoffe hergestellt werden, wie beispielsweise Spanplatten fr die Mbelindustrie. Der Mangel an Holz fhrte unter anderem durch die vermehrte Verbrennung in den vergangenen Monaten zu Preissteigerungen des Rohstoffes um bis zu 30 Prozent. Sinnvoll genutzt, kann das Sturmholz die Preise wieder normalisieren helfen, was letztendlich auch dem Verbraucher zugute kommt."

Den Fiskus am Sturmschaden beteiligenKatastrophenschden, die nicht von der Versicherung bernommen werden, knnen in der Einkommensteuer-Erklrung geltend gemacht werden. Darauf weist der Bund der Steuerzahler Deutschland hin. Bei vermieteten oder betrieblich genutzten Immobilien knnen die Aufwendungen als Werbungs- bzw. Betriebskosten steuermindernd geltend gemacht werden. Bei privaten Immobilien besteht die Mglichkeit, diese Aufwendungen als auergewhnliche Belastungen in der Einkommensteuererklrung anzugeben und so den Fiskus an den Sturmschden zu beteiligen.

Wenn ein Ansatz als auergewhnliche Belastungen nicht in Betracht kommt, weil zum Beispiel die persnlich zumutbare Belastungsgrenze nicht erreicht wird, besteht seit kurzem die Mglichkeit, anfallende Reparaturaufwendungen als so genannte Handwerkerleistungen steuerlich geltend zu machen. Dieser Steuerbonus wird direkt mit der Einkommensteuerschuld verrechnet.

Wichtig hierbei ist, dass nur die Arbeitsleistungen und Anfahrtkosten von der Steuer abgesetzt werden knnen, nicht aber die Materialkosten. Die Absetzbarkeit ist auf 20 Prozent dieser Aufwendungen begrenzt. Der Hchstbetrag fr Handwerkerleistungen (z. B. Dachdeckerarbeiten oder Glaserarbeiten) liegt insoweit bei 600 Euro (20 Prozent von 3.000 Euro) pro Jahr und Haushalt. Als Nachweis fr die Inanspruchnahme der Leistungen muss dem Finanzamt die Rechnung und ein Kontoauszug, der die Zahlung auf das Konto des Empfngers belegt, vorgelegt werden. Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.

Mehr Infos zum Thema unter www.steuerzahler.de

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