„LAeufT“: Hilfe in vielen Einzelfällen

Diplom-Sozialpädagogin Nicolette Salmann wurde im ersten Jahr von „LAeufT“ von FSJ‘ler Bastian König unterstützt.
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Diplom-Sozialpädagogin Nicolette Salmann wurde im ersten Jahr von „LAeufT“ von FSJ‘ler Bastian König unterstützt.

Bilanz: Seit einem Jahr gibt es in Hilders das „LAeufT“-Projekt des „DRK Fulda“

VON BERTRAMLENZ

Hilders/Fulda. Eine wichtige Anlaufstelle für sozial benachteiligte Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie für die an einer Integration beteiligten Institutionen wie Kindergärten, Schulen und Vereinen sein – das ist das Ziel des Projekts „LAeufT“, das der „DRK“-Kreisverband Fulda vor gut einem Jahr in Hilders gestartet hatte. Anlass, gemeinsam mit Projektleiterin Nicolette Salmann Bilanz zu ziehen. Ihr steht Bastian König zur Seite, der das Projekt im Rahmen eines sozialen Jahres unterstützt.

Um beim Wortspiel zu bleiben: „LAeufT“ hat eine Laufzeit noch bis 31. Juli 2025. Das Projekt wurde gefördert vom Land Hessen 265.000 Euro), vom Landkresi Fulda 54.000 Euro), der Gemeinde Hilders 40.000 Euro) und vom „DRK“ Fulda mit 13.500 Euro.

Diplom-Sozialpädagogin Salmann kann bei „LAeufT“ auf die vielfältigen Erfahrungen bauen, die sie drei Jahre lang bei dem Projekt „Z.I.E.L – Zentrum für Inklusion und Entwicklung des ländlichen Raums“ am Michaelshof in Unterbernhards hat sammeln können. Das Vorhaben sollte die Flüchtlinge, die auf dem Michaelshof untergekommen waren, mit den Menschen aus der näheren Umgebung zusammenbringen. In verschiedenen Gruppen konnten sich die Teilnehmer kennenlernen, austauschen und voneinander lernen. Angeboten wurden zum Beispiel eine Plauderrunde, ein Frauentreff, Spieleabende, Nordic Walking- und Laufgruppen.

Daher weiß Salmann, wie wichtig eine okale Netzwerkarbeit ist, um gezielt praktische Erfahrungen des Miteinanders von Flüchtlingen und lokaler Landbevölkerung anstoßen zu können. Beobachtungen zeigten, dass sozial benachteiligte Familien ohne Migrationshintergrund eine ähnliche Unterstützung benötigten.

Die Sozialpädagogin erneuert die Zielsetzung, die schon zum Start des Projekt formuliert worden war: „ Wir wollen präventiv wirken und uns als Ansprechpartner und Vermittler im Umfeld der Familien etablieren. Der Kontakt zu Institutionen, Bildungsträgern, Arbeitgebern und Nachbarn wird hergestellt, um frühzeitig Probleme erkennen zu können“. Neben der persönlichen Begleitung würden Themenabende und Aktivitäten zu Menschenrechten,

Bildungsmöglichkeiten und politischer Teilhabe angeboten und Teilnehmende gegebenenfalls im Rahmen des erschlossenen Pools vermittelt. Salmann: „Es ist notwendig, sozial benachteiligte Familien, wie auch das umgebende Umfeld, bei einer Integration zu begleiten und für die besonderen Anforderungen dieses Prozesses zu sensibilisieren“. Die Projektarbeit solle die Bildung eines handlungsfähigen sozialen Netzwerks, insbesondere um Familien und besonders hilfebedürftige Einzelpersonen herum, unterstützen. Dazu gehört auch, ehrenamtlich tätige Personen mit und ohne Migrationshintergrund in die Arbeit zu integrieren. Diese können etwa als „Paten“, „Sprachvermittler“ oder als kulturelle Botschafter fungieren.

Und noch etwas ist wichti: Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien weisen einen deutlich niedrigeren Bildungserfolg auf. Auch die Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsplatzsuche ist deutlich erschwert. Mit den Angeboten will „LAeufT“ die Bildungschancen dieser Familien erhöhen und dazu beitragen, ein Mehr an Bildungsgerechtigkeit zu erreichen.

Mit Hilfe von „LAeufT“ sollen Probleme beziehungsweise Missverständnisse gelöst oder im Idealfall schon im Vorfeld vermieden werden. Salmann: „Langfristig gesehen soll die Arbeit des Projektes dazu beitragen, sozial benachteiligte Familien mit und ohne Migrationshintergrund zu einem festen, anerkannten und aktiven Teil der Gemeinde werden zu lassen“.

Kontakt entweder unter Telefonnnummer 0151/446 181 34 oder per E-Mail an nicolette.salmann@drk-fulda.de.

Das sagt der Bürgermeister

"Wir freuen uns sehr, dass trotz der anhaltenden Corona-Pandemie das Projekt so gut angelaufen ist." , berichtet Bürgermeister Ronny Lars Günkel aus Hilders. Under betont weiter: "Aus meiner Sicht ist es Frau Salmann mit viel Engagement gelungen, das Projekt ,LAeufT' im Gebiet der Marktgemeinde bekannt zu machen und dem Prrojekt ein Gesicht zu geben". Er erhoffe sich für die kommenden Jahre einen weiteren Ausbau des Netzwerks und sieht eine deutliche Bereicherung für die gesamte Gemeinde. "Das vielfältige und offene Angebot des Projektes schließt eine Lücke der sozialen Daseinsfürsorge."

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