Wohin steuert die CDU? Gespräch mit dem Fuldaer CDU-Kreisvorsitzenden Markus Meysner 

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CDU-Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender Markus Meysner (Mitte) stand „Fulda aktuell“-Verlagsleiter Michael Schwabe (rechts) und Redaktionsleiter Bertram Lenz Rede und Antwort.

Landtagsabgeordneter zu Gast der "Fulda aktuell"-Redaktion

Fulda - Der Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Fulda, Markus Meysner, ist ein Freund klarer Worte. Die der Landtagsabgeordnete auch im Gespräch mit der „Fulda aktuell“-Redaktion findet, in dem es – natürlich – um die aktuelle Situation der Partei geht.

Landauf landab ist von einem „Beben“ die Rede, das die CDU nach Thüringen und dem angekündigten Rückzug von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer erfasst habe. „Wir stehen an der Klippe, sind aber noch nicht drüber gestürzt“, so Meysner. Die CDU müsse jetzt aufpassen, welchen Weg sie einschlage. Der 53-Jährige warnt davor, irgendwelche Signale in Richtung AfD auszusenden, um diese nicht hoffähig zu machen. Wohin dies führe, könne man am Beispiel von SPD und Linken sehen.

Der 53-Jährige: „Links- wie Rechtsextremismus ist zum Wohle der Demokratie gleichermaßen abzulehnen. Und wir müssen zeigen, dass die Werte, die die CDU verkörpert, damit in keinster Weise vereinbar sind“. Und Meysner zitiert den ehemaligen Ministerpräsidenten und früheren CDU-Landesvorsitzenden Roland Koch, der davon gesprochen habe, „dass die CDU wieder Leitplanken braucht“, die nicht aus dem Blick geraten dürften, da sich die Partei ansonsten unglaubwürdig mache.

„Wir müssen definieren, wo es eine rote Linie gibt, die weder überschritten noch aufgeweicht werden darf. Wir müssen sagen ,Bis hierhin und nicht weiter‘ und zur Not auch in die Opposition gehen“. Was bei der Wahl zum neuen Ministerpräsidenten von Thüringen vor sich gegangen ist, bewertet Meysner so: „CDU und FDP haben scheinbar nicht alle Möglichkeiten durchgespielt, wie auf eine sich ergebende Situation reagiert werden sollte. Und bei Absprachen, die möglicherweise im Vorfeld getroffen wurden, sind vielleicht nicht alle mitgenommen worden. Kurz, die Taktik war nicht zu Ende gedacht und hat ein Riesenbeben ausgelöst“.

Der Rückzug von Parteichefin Kramp-Karrenbauer ist in Meysners Augen „richtig und verdient Respekt“. Denn gerade auch das Vertrauensverhältnis zu Bundeskanzlerin Angela Merkel sei nicht mehr da gewesen, was die Stellungnahme Merkels aus Südafrika zu Thüringen nur allzu deutlich mache. „Ein Satz hat da ausgereicht“, unterstreicht der 53-Jährige und formuliert eindeutig seine Präferenz, Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur nicht zu trennen: „Das muss alles in einem Fluss sein. Schon die kleinste Kante kann eine Unebenheit bringen“.

Anschließend outet sich der Landtagsabgeordnete als „Merz-Fan“ und erinnert an das Votum des Fuldaer CDU-Kreisvorstandes von 2018, der damals Friedrich Merz als CDU-Parteichef vorgeschlagen hatte. Inzwischen habe sich aktuell auch die Mittelstandsvereinigung „MIT“ der CDU im Kreis Fulda für den 62-Jährigen ausgesprochen. Meysner: „Ich glaube, dass es die im besten Sinne konservative Art von Merz ist, welche die Leute anspricht und sich vielleicht wieder der CDU zuwenden lässt. Zudem kann er die Menschen begeistern, ist in Wirtschaftsfragen bewandert und weltweit hervorragend vernetzt“.

In seinem Kreisverband stoße er gegenwärtig auf großes Unverständnis: „Viele fragen mich, was denn mit ihrer CDU los sei und verstehen die Welt nicht mehr“. Da sei es gut, wenn man in einer überschaubaren Region wie in Stadt und Kreis Fulda ganz nah an den Leuten sei – von denen sich einige „aus Frust über Dinge, die gemacht worden sind, der AfD zugewandt haben“. Meysner: „Es ist wichtig, in einer solchen Situation auf die Menschen zuzugehen und ihnen zuzuhören, um zu erfahren, was ihnen wichtig ist. Und klar zu machen, wofür die CDU steht – eben mit den erwähnten Leitplanken“.

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