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„Die Lage ist dramatisch“: „Esperanto“-Chef Martin Gremm zur Corona-Pandemie-Situation

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Von: Christopher Göbel

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Das "Esperanto" in Fulda leidet unter der Corona-Pandemie.
Das "Esperanto" in Fulda leidet unter der Corona-Pandemie. © Göbel

Martin Gremm ist Geschäftsführer des "Esperanto Hotel- und Kongresszentrums" in Fulda. Die Corona-Pandemie hat starke Auswirkungen auf die Hotellerie.

Fulda - Neben der Gastronomie ist auch die Hotellerie hart von der Corona-Pandemie betroffen. „Fulda aktuell“ sprach mit Martin Gremm, Geschäftsführer des „Esperanto Hotel und Kongresszentrum“ in Fulda über die aktuelle Situation.

„Die Lage ist leider weiterhin auch im ,Esperanto‘ wie in der gesamten Kongress- und Tourismusbranche dramatisch“, so Gremm. Das Reiseverbot bleibe bestehen, Kongresse dürften nicht stattfinden, die Restaurants blieben geschlossen und auch der Wellnessbereich dürfe nicht öffnen. „Uns fehlen jegliche Einnahmequellen, während die Betriebskosten weiterlaufen. Dennoch bleiben wir optimistisch und freuen uns über erste Zeichen der Hoffnung durch die Öffnungen im Einzelhandel“, sagt der Geschäftsführer.

Martin Gremm, Geschäftsführer des "Esperanto Hotel- und Kongresszentrums" in Fulda.
Martin Gremm, Geschäftsführer des "Esperanto Hotel- und Kongresszentrums" in Fulda. © Lewinski

Hygienekonzept erarbeitet

Die Zeit werde genutzt, um an einem ausführlichen Hygienekonzept zu arbeiten, um schnellstmöglich wieder Gäste empfangen zu können, sobald es die Lage und die Politik erlauben. „Wir glauben, dass unsere Größe hier ein entscheidender Vorteil sein kann. Wir können weite Sicherheitsabstände gewährleisten, verfügen über riesige Deckenhöhen und können einen sehr guten Luftaustausch stattfinden lassen. Wir überarbeiten unsere gesamten Restaurantkonzepte, durchdenken alle Laufwege, konzentrieren uns insbesondere auf spezielle Reinigungsmaßnahmen und sorgen für Schutzutensilien für unserer Mitarbeiter. An unseren Rezeptionen haben wir bereits Schutzglas angebracht.“

Im „Esperanto“ ist man der Meinung, dass jetzt getan werden sollte, um sich auf die neuen Umstände vorzubereiten, um den Gästen und auch dem eigenen Team bestmöglichsten Schutz gewährleisten zu können. „Wir wollen, dass sich unsere Gäste bei uns sicher fühlen können, wenn wir wieder öffnen dürfen. Die Gesundheit aller muss an erster Stelle stehen“, konstatiert Gremm. Im Hotel seien derzeit vereinzelt Geschäftsreisende untergebracht. „Wir freuen uns über jeden Gast, der durch unsere Tür kommt. Dennoch kann das leider nicht ansatzweise ausreichen, um unsere Kosten zu decken. Aber es bietet wenigen Mitarbeitern noch etwas zu tun.“

"Digitaler geworden"

Im „Esperanto“ sei man „digitaler“ geworden. „Um den Gutscheinverkauf für unserer Kunden zu vereinfachen, haben wir schnellstmöglich einen Onlinegutscheinshop auf unsere Website gestellt und freuen uns über jeden Gutscheinkäufer, der sich jetzt schon auf unsere Wiedereröffnung freut. Aktuell überdenken wir unsere Restaurantkonzepte, um hier eventuell auch vor einer Öffnung etwas bieten zu können. Diese Idee wird jedoch keine alternative Einnahmequelle werden, da unsere Betriebskosten zu hoch sind, als dass ein Take-away-Konzept hier helfen könnte.“

Bisher lag der Fokus unter der Woche im „Esperanto“ auf Kongressen und Großveranstaltungen. „Daher ist dieses Verbot für uns dramatisch. Wir nutzen dennoch gerade all unsere Kreativität, um neue Ausrichtungen ins Auge zu fassen, um unsere Mitarbeiter wieder beschäftigen zu können“, so Gremm. „Wir hoffen natürlich, dass es uns schnellstmöglich erlaubt sein wird, den Hotel- und Gastronomiebetrieb wieder aufzunehmen. Die ersten Lockerungen haben stattgefunden und es wird sich nun zeigen, ob die Sicherheitsmaßnahmen von der Bevölkerung eingehalten werden und somit weitere Branchen wieder öffnen dürfen. Wir werden bereit sein und unserer Vorteile für die Sicherheit der Gäste und unseres Teams nutzen.“

Existenzängste beim Personal

Derzeit ist ein Großteil des „Esperanto“-Personals ist nun zuhause und lebt diesen Monat von Kurzarbeitergeld und „Viele haben Existenzängste“, sagt der Geschäftsführer. „Im ,Esperanto‘ beschäftigen wir über 260 Mitarbeiter, die wieder arbeiten möchten. Wir müssen jetzt alles tun, um einer Öffnung entgegen zu arbeiten. Wir sind stolz auf unser Team, dass von Zuhause die Stellung hält“, sagt Gremm.

„Wir freuen uns sehr über den Zuspruch unserer Gäste, der uns erreicht. In einer so schweren Zeit wie dieser, ist es besonders schön zu hören, dass Gäste darauf warten, wieder zu uns kommen zu können oder uns einfach Kraft und Gesundheit wünschen. Wir hoffen, dass sich jeder an die Abstandsvorgaben hält, sodass auch weitere Betriebe wieder öffnen dürfen“, schaut Gremm optimistisch in die Zukunft.

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