Vier Landräte gegen Suedlink-Trasse durch ihre Kreise 

Ablehnende Stellungnahme der Landräte der Kreise Fulda, Hersfeld-Rotenburg, Werra-Meißner und Main-Kinzig 

Osthessen - Vor der Bekanntgabe des vorläufigen Verlaufs der Suedlink-Trasse durch den Netzbetreiber Tennet mahnen die Landräte der Kreise Fulda, Hersfeld-Rotenburg, Werra-Meißner und Main-Kinzig zu einer objektiven Beurteilung der Gesamtsituation. Berücksichtigt werden müssten durch Tennet alle Möglichkeiten für den Verlauf des späteren Trassenkorridors.

Der Fuldaer Landrat Bernd Woide befürchtet massive Nachteile für die Bevölkerung: „Ich hoffe, die Planer berücksichtigen, dass bei einer Linienführung durch Hessen eine erhebliche Zahl von Bürgern betroffen wäre. Gegen einen Korridor in unserer Region – insbesondere durch das Nadelöhr östlich von Fulda – sprechen hohe Raumwiderstände und eine massive Überbündelung durch Autobahn, ICE-Trasse, Laugenleitungen, Erdgas und bestehende Stromleitungen.“

„Unsere Bürger sind bereits jetzt durch Autobahnen, Eisenbahnstrecken und Stromleitungen stark belastet“, ergänzt Hersfeld-Rotenburgs Landrat Dr. Michael Koch: „Wie stark unsere Landwirte durch die Trasse beeinträchtigt werden, lässt sich bislang nur vermuten. Vergleichbare Projekte unter diesen extremen Bedingungen hat es bisher nie gegeben. Bereits durch die geplante ICE-Neubaustrecke müssen die Bürger in unseren vier Landkreisen zukünftig weitere Eingriffe hinnehmen. Ich warne davor, die Kumulation der Belastungen unserer Bürger durch Infrastrukturmaßnahmen zu unterschätzen.“

Werra-Meißners Landrat Stefan Reuß zählt weitere Gründe auf, die gegen den Verlauf auf hessischem Gebiet sprechen: „An erster Stelle sind die extremen Beeinträchtigungen der Natur und Biotope zu nennen, sowie die gravierenden Auswirkungen auf unsere Landwirtschaft. Im Extremfall stehen hier Existenzen auf dem Spiel. Hinzu kommen die schwierigen topografischen Verhältnisse auf hessischer Seite. Die erwartbaren Nachteile für meinen Landkreis sind nicht hinnehmbar.“

Landrat Thorsten Stolz aus dem Main-Kinzig-Kreis fügt hinzu: „Infrastrukturprojekte erfordern Akzeptanz. Dafür haben wir von politischer Seite sehr intensiv unseren Beitrag geleistet beim Ausbau der Gleisstrecke und dem weiteren Ausbau der Bahnverbindung zwischen Frankfurt und Fulda in den nächsten Jahren. Schon hier zeigten sich große planerische und geologische Schwierigkeiten, den Bergwinkel im Osten des Kreises zu durchstoßen, mit entsprechend berechtigten Widerständen in der Bevölkerung. Durch die Vielzahl der Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre ist die Akzeptanz in der Bevölkerung dafür am Limit.“

Alle Landräte zählen daher auf die Objektivität der nun planenden und entscheidenden Gremien für Suedlink. „Aus unserer Sicht sprechen die besseren Gründe für eine Trassenführung außerhalb unserer Landkreise“, so die Landräte abschließend.

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