Landtagsabgeordneter Markus Meysner zu Gast

Markus Meysner (CDU) im Gespräch mit Redaktionsleiter Bertram Lenz.
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Markus Meysner (CDU) im Gespräch mit Redaktionsleiter Bertram Lenz.

Ein Gespräch mit Markus Meysner läuft zum Glück meist völlig anders ab als von ähnlich gelagerten Terminen gewohnt: Der 55-Jährige erweist sich einmal mehr als äußerst humorvoller Interviewgast, der immer wieder spannende, humorvolle – aber auch sehr nachdenkliche – Episoden seines Lebens als Landes- und Parteipolitiker einstreut.

Fulda. „Fulda aktuell“ hatte ihn eingeladen, um gemeinsam eine „Halbzeitbilanz“ der Landtags-Legislaturperiode in Wiesbaden zu ziehen. CDU und Grüne stellen dort mit einer Stimme Mehrheit erneut die Regierungskoalition.

Der frühere Bürgermeister der Stadt Tann selbst sitzt seit 2013 für die CDU im Landtag und ist mit einer ganz gehörigen Portion Enthusiasmus bei der Sache. Auch wenn er nicht mit seinen Erfolgen hausieren geht, sondern es vorzieht, im Hintergrund zu wirken. Wobei der gebürtige Fuldaer, der in Petersberg aufwuchs und bei der dortigen Gemeindeverwaltung eine Ausbildung absolvierte, stets das Wohl der Region Fulda im Blick hat. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang auch die von ihm initiierte WhatsApp-Gruppe, mit der er Unternehmer und andere Entscheidungsträger aktuell über Entwicklungen der Corona-Krise, über die neuesten Verordnungen und Auslegungshinweis informiert sowie über schnelle und effektive Hilfsmöglichkeiten aufklärt.

Streiter für die Region

Mitunter freilich sei das Grummeln schon vernehmbar, wenn die CDU im Kreis Fulda, wo traditionell diese Partei gewählt werde, mit Thomas Hering und ihm nur zwei Landtagsabgeordnete stelle. „Und beispielsweise keinen Minister mehr wie Dr. Alois Rhiel oder Staatssekretäre wie dies mit Dr. Walter Arnold und Dr. Wolfgang Dippel der Fall gewesen ist“. Gleichwohl ist Meysner stolz darauf, dass sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell Vieles für Stadt und Kreis Fulda in Wiesbaden habe erreicht werden können: Angefangen von Fördergeldern für Klinikum und Hochschule über den (leider abgesagten) Hessentag und die Landesgartenschau in 2023 bis hin zu erheblichen Mitteln für die Feuerwehren oder für das Vorzeigeprojekt „Smart City Eichenzell“, auch wenn dies Bundesmittel waren.

Die anfangs erwähnte Ein-Stimmen-Mehrheit von CDU und Grünen setzt nicht nur bei Abstimmungen im Landtag, sondern auch bei vorangegangenen Ausschusssitzungen ein hohes Maß an Disziplin voraus. „Wichtig ist, dass alle da sind beziehungsweise dass diejenigen, die nicht anwesend sein können, rechtzeitig für Vertretung sorgen“, so Meysner.

Hinter verschlossenen Türen werde seitens CDU und Grünen schon hart und offen diskutiert, dann aber „mit einer Stimme“ gesprochen. Wichtig sei, dass die Ideologie zurückgestellt und sich vielmehr auf Sachthemen konzentriert werde.

Basis des gemeinsamen Handelns sei der ausgehandelte Koalitionsvertrag, sagt der 55-Jährige, der bezüglich der Grünen von einem „sehr sachlichen und fairen Miteinander“ spricht, das von einem „sehr hohen gegenseitigen Vertrauen“ geprägt sei.

Meysner ist im Wirtschaftsausschuss und Umweltausschuss vertreten und hat den Vorsitz der Enquetekommission „Mobilität der Zukunft in Hessen 2030“ inne. Er sehe sich mit seinen Anliegen und als Interessensvertreter ernst genommen und freue sich darüber, dass im Team viel erreicht worden sei. In der Fraktion fühle er sich hervorragend an- und aufgenommen.

Vom „Schränkchen“

Dabei sei es wichtig, außerhalb des Plenarsaales zwischenmenschlich gute Beziehungen auch zu Vertretern anderer Parteien aufzubauen, da Vieles im kleinen Kreis besprochen und gelöst werden könne. Und Meysner erwähnt

sein ominöses Schränkchen, das er einst für 80 Euro erstanden hat und das inzwischen einen legendären Ruf über Parteigrenzen hinweg genießt. Eingeweihte wissen, was gemeint ist…

Bei einem solchen Gespräch bleibt es natürlich nicht aus, über die Corona-Pandemie zu reden. Da zitiert Meysner das Motto, wonach Hessen besonnen bleibe und lobt Ministerpräsident Volker Bouffier: „Der MP hat immer ein offenes Ohr“, sagt der 55-Jährige. Sein Parteivorsitzender nehme beispielsweise die Empfehlungen der Ausschüsse ernst und nehme Anregungen gerne auf. Gemeinsam sei es bislang gelungen, die Krise gut zu bewältigen, „auch wenn die Zahlungen der Ausgleichsgelder nicht so zügig geklappt hat wie gedacht“. In vielen Fällen aber habe sich Finanzminister Michael Boddenberg persönlich eingeschaltet, und oftmals habe es daran gelegen, dass von den Betroffenen falsche Daten übermittelt oder Fristen nicht eingehalten worden seien. Wichtig ist für Meysner, mit den von der Pandemie gebeutelten Unternehmern und ihren Interessensvertretern in stetem Austausch zu bleiben. Dies betreffe besonders den Bereich der Freizeitindustrie mit ihren Sparten wie Hotellerie, Gastronomie oder auch Veranstaltungswirtschaft.

Abschließend bleibt es nicht aus, mit dem Fuldaer CDU-Kreisvorsitzenden über den Kanzlerkandidaten der Union, Armin Laschet, zu sprechen. Meysner: „Die CDU ist nicht nur Armin Laschet. Unser Vorteil ist, dass wir mit hoch qualifizierten Persönlichkeiten von Merz, Söder über Spahn bis Merkel, Kramp-Karrenbauer und auch Maaßen das ganze Spektrum dessen abdecken, was Politik ausmacht. Und das müssen wir dem Wähler verdeutlichen, um ein mögliches Rot-Rot-Grünes-Bündnis auf Bundesebene und damit ideologische Verblendung zu verhindern.

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