Von Leben und Tod: Ausstellung „Noch mal leben“ im „Vonderau Museum“

Die Gesprächspartner der Mittwochsrunden in der Ausstellung „Noch mal leben“ im „Vonderau Museum“.

Bewegende Fotos und Texte von Walter Schels und Beate Lakotta in Fulda.

Fulda. Es gibt kein Leben ohne Tod. Diese einfache und doch so schwer fassbare Erkenntnis kann nicht verhindern, dass wir uns mit dem Gedanken an die eigene Endlichkeit schwer tun. Die Gewissheit, einmal nicht mehr zu sein, löst Angst aus. Sie macht uns einander fremd. Gleichzeitig ist der Tod jene Instanz, die uns alle verbindet, einander gleich werden lässt.

Der Fotograf Walter Schels, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Fotografen und die Journalistin Beate Lakotta baten unheilbar Kranke, sie in ihren letzten Tagen begleiten zu dürfen. Die meisten der Porträtierten haben ihre letzte Zeit in einem Hospiz verbracht.

Aus diesen Begegnungen entstanden einfühlsame Porträts von Menschen, die sich ihrer Nähe zum Tod sehr bewusst waren. Die großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen alte und junge Menschen, kurz vor und unmittelbar nach ihrem Tod. Die Doppelporträts strahlen jene Ruhe aus, die es braucht, um sich mit dem Sterben und der eigenen Sterblichkeit beschäftigen zu können. Es entstanden berührende Bilder, die nicht nur betroffen sondern auch hoffnungsvoll darüber machen, wie man die letzten Tage im Leben bewusst leben kann. Die Ausstellung berichtet von den Erfahrungen, Ängsten und Hoffnungen der Sterbenden und lässt sie noch einmal zu Wort kommen.

Beate Lakotta, geboren 1965, ist Buchautorin und Reporterin beim Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Walter Schels, geboren 1936, wurde vor allem bekannt durch seine Charakterstudien von Menschen und Tieren. Für ihre 2003 im Spiegel veröffentlichte Reportage „Noch mal leben vor dem Tod“ wurden beide mit dem „Hansel-Mieth-Preis“ für engagierte Reportage und dem Deutschen Sozialpreis der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege ausgezeichnet. Für die Porträts erhielt Walter Schels einen zweiten Preis beim Wettbewerb „World Press Photo 2004“.

Die Ausstellung ist bis November zu den üblichen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet zwei Euro. Der Hospiz-Förderverein, der diese Ausstellung nach Fulda gebracht hat, bietet jeden Mittwoch von 15 bis 16 Uhr ein Gesprächspartner zum Dialog. Während der Ausstellung hat der Hospiz-Förderverein „LebensWert“ Fulda kompetente und professionelle Gesprächspartner aus der hospizlichen, palliativen und seelsorgerischen Arbeit eingeladen. Sie stellen sich immer mittwochs von 15 bis 16 Uhr zum Gespräch zur Verfügung. Mit dabei sind unter anderem Bischof Dr. Michael Gerber und weitere Fachleute im Bereich Palliativ und Hospiz aus der Region.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es unter www.hospiz-foerderverein-fulda.de im Internet.

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