"Lebensechte" Übung des Deutschen Roten Kreuzes

Hünfeld. Das war das Einsatzstichwort einer Übung, an der auch der Rettungsdienst des DRK Kreisverbandes Hünfeld im Rahmen der Herbstübungen der F

Hünfeld. Das war das Einsatzstichwort einer Übung, an der auch der Rettungsdienst des DRK Kreisverbandes Hünfeld im Rahmen der Herbstübungen der Feuerwehren des Bezirks IV-Hünfeld in Dammersbach teilgenommen hat. Um 20:15 Uhr wurden 2 Rettungswagen und ein Notarzt parallel mit den Feuerwehren in den Hünfelder Stadtteil Dammersbach alarmiert, wo es in einem alten Haus zu einem Brand gekommen war, mehrere Personen seien im Gebäude.

8 Jugendliche, die von Mitgliedern der Notfalldarstellung des DRK Hünfeld sowie der Jugendfeuerwehr Dammersbach gestellt wurden, nutzten das leerstehende Gebäude als Treffpunkt und wollten mittels Brandbeschleuniger einen Ofen entzünden. Dabei kam es zu einer Explosion, wodurch 2 Jugendliche in unmittelbarer Nähe des Ofens schwer verletzt wurden. Das Feuer breitete sich schnell in die oberen Stockwerke aus und griff auf die Holztreppen im Gebäude über, sodass 5 Jugendlichen im ersten Obergeschoss der Weg ins Freie abgeschnitten wurde. Eine Jugendliche stürzte bei dem Versuch sich aus dem Gebäude zu retten und zog sich Verletzungen am Bein und Kopf zu. Dieses Szenario musste von den Feuerwehren und dem Rettungsdienst abgearbeitet werden.

Die Feuerwehr rettete die eingeschlossenen Personen aus dem Obergeschoss über eine Steckleiter und begann dann die Suche nach den weiteren Vermissten im verqualmten Gebäude. Auf Grund der Lage wurde ein weiterer Rettungswagen aus Hünfeld nachgefordert, der kurze Zeit später eintraf, ebenso wie der Organisatorische Leiter Rettungsdienst, der nun den Einsatzabschnitt der Patientenversorgung übernahm.Nach kurzer Zeit wurde die erste verletzte Person ins Freie gebracht und dem Rettungsdienst übergeben. Nun begann die realistische Versorgung durch die Rettungsdienstmitarbeiter und den Notarzt. Die Verletzungen waren täuschend echt von Mimtruppleiter Dominik Schäfer geschminkt worden, durch das schauspielerische Talent der Darsteller sahen sich die Einsatzkräfte nach einigen Sekunden wie im Realeinsatz. Der zweite schwerverletzte Jugendliche wurde von Feuerwehrmännern aus dem Gebäude gerettet. Er war durch die Explosion im Keller schwerst verletzt worden, hatte innere Verletzungen, keine ausreichende Atmung und musste somit intubiert und beatmet werden.

Plötzlich hörte man laute Schreie: der letzte vermisste Jugendliche wurde aus dem Gebäude gebracht und schrie wegen starker Schmerzen durch großflächige Verbrennungen am Oberkörper und den Armen. Der Adrenalinpegel der Einsatzkräfte stieg nochmals an, die Anspannung war jedem Mitwirkenden anzumerken. Trotzdem gelang es alle Verletzten zu retten und angemessen zu behandeln. Doch die Übung ging noch weiter.

Nun mussten die Verletzten mit den Rettungswagen in das Krankenhaus nach Hünfeld gebracht werden, wo das Personal schon durch den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst über die bald eintreffenden Patienten informiert wurde. Auch hier wussten die Mitarbeiter der Notfallaufnahme nichts von der Übung, teilweise wurde Personal in Rufbereitschaft alarmiert und musste in die Klinik kommen. Nachdem die Verletzten nacheinander im Krankenhaus Hünfeld eingetroffen waren, wurde die Übergabe in der Notfallaufnahme durchgeführt. Chirurgen, Internisten, Anästhesie, Röntgen, Labor und weiteres Aufnahmepersonal stand im Schockraum bereit und erwartete den Rettungsdienst. Der schwerstverletzte Jugendliche wurde vom Notarzt dem Schockraumteam übergeben, das nun auch seine Abläufe üben konnte. Der Brandverletzte wäre in Hünfeld erstversorgt und anschließend zur Weiterbehandlung mittels Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik verlegt worden.

"Wir haben vor allem versucht, junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes für diese Übung zu gewinnen", erklärt Steffen Diegmüller, Lehrrettungsassistent des DRK Kreisverbandes Hünfeld. "Nur so können Sie Erfahrungen mit umfangreichen Einsätzen sammeln, die nicht zu den Alltags-Notfällen gehören. Uns war klar, dass nicht alles rund abläuft – die Wirkung hat sich aber schon nach Übungsende bei den Kollegen gezeigt, als bei der Nachbesprechung eigenständig die Probleme zusammengetragen und erläutert wurden. Das war gut so, unser Übungsziel haben wir somit vollständig erreicht!"

Wie wichtig diese Übung war, konnten alle Übungsbeobachter, zu denen auch DRK Kreisgeschäftsführer Hans-Herbert Knittel und Kreisbereitschaftsleiterin Ines Altmüller gehörten, nur mehrfach betonen. Gerade das Üben des gesamten Ablaufs - von der Alarmierung über die Erstversorgung an der Einsatzstelle bis zur Weiterbehandlung in einer Klinik - ist von großer Wichtigkeit, um die Schnittstellen zwischen den ehrenamtlichen Feuerwehren, dem hauptamtlichen Rettungsdienst-personal und schließlich dem Schockraumteam im Krankenhaus zu verbessern.

Gerade weil es keine alltäglichen Einsätze sind kann man hier Defizite erkennen und muss weiter diese komplexen Situationen auch künftig gemeinsam trainieren, um im Ernstfall eine bestmögliche Versorgung durchführen zu können.

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