Lebensraum für das Birkwild schaffen

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Hofbieber. Naturschutzaktivitäten am Stirnberg und im Roten Moor mit dem Harvester.

Hofbieber. Das Hessische Forstamt Hofbieber führt momentan im Auftrag der oberen Naturschutzbehörde Pflegearbeiten in den Naturschutzgebieten (NSG) Rotes Moor und im NSG Stirnberg beiEhrenberg durch. Die Maßnahmen haben Ende September begonnen und werden voraussichtlich noch bis Mitte November dauern. Dabei finden Auflichtungen der Flächen mit dem Harvester statt.

Im NSG Stirnberg dienen diese Maßnahmen dem Birkwild, dessen natürlicher Lebensraum wieder hergestellt  und erweitert werden soll. Dementsprechend kann sich das Birkwild weiter ausbreiten und so werden die Vorgaben aus dem Artenhilfsprogramm des Landes Hessen und den Forderungen der Naturschutzverbände weiter umgesetzt.

Da das NSG Stirnberg zur Kernzone des Biosphärenreservates Rhön zählt, musste für die geplante Fichtenentnahme zuvor eine Ausnahmegenehmigung von der Oberen Naturschutzbehörde (ONB) erteilt werden. Die Forderung der ONB eines Kahlschlags wurdevon der Oberen Forstbehörde als nicht notwendig erachtet. So einigte man sich auf eine Durchforstung der Fichten mit einer Massenentnahme von 40 Prozent auf einer Flächevon 15 Hektar.

Die sensiblen Quellbereiche innerhalb der Durchforstungsfläche wurden mit Trassier-Band abgesperrt. Der angrenzende Waldweg dient als Holzlagerplatz und Abfuhrweg. Nach Abschluss der Pflegemaßnahme wird der ordnungsgemäße Zustand des Weges wiederhergestellt. Die Funktion als Wander- und Loipenweg wird durch diese Maßnahme nicht beeinträchtigt.

Im Unterschied zum NSG Stirnberg werden im NSG Rotes Moor langfristige Pflegepläne durchgeführt. Dort können solche Maßnahmen erfolgen, da der Bereich zur Pflegezone und nicht zur Kernzone des NSG gehört. So entspricht das Forstamt Hofbieber den fachli-chen Vorgaben der UNESCO und der Verordnung des Hessischen Naturschutzgesetzes. Durch die Entnahme der nicht standortgemäßen Fichtenbestockung sollen die Flächen durch Sukzession in einen ursprünglichen Birken-Moorwald zurückgeführt und Offenland-flächen gefördert werden.

Die Maßnahme findet ausschließlich im Bereich der Pflegezone auf ca. 1,5 Hektar statt. Hier werden die Fichten in der Nähe des Parkplatzes Moordorf entlang der B 278 zu 100 Prozent entnommen. Die entstehenden Schäden und Verschlammungen an dem Wald-weg werden im Anschluss wieder beseitigt. Diese Maßnahmen können nur in dieser Jahreszeit durchgeführt werden, da in wenigenWochen diese Gebiete wieder als Langlaufstrecke für Wintersportler dienen könnten. Im Frühling und Sommer überschneiden sich die Arbeiten mit den Setz- und Brutzeiten vieler Vogelarten insbesondere auch mit denen des Birkwildes.

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