Lebensretter in der Not

1 von 7
2 von 7
3 von 7
4 von 7
5 von 7
6 von 7
In der vergangenen Ausgabe von „Fulda aktuell“ berichteten wir über die Wichtigkeit von Defibrillatoren, die im Ernstfall Leben retten können. Dank der Rückmeldungen hat die Redaktion die Standort-Karte der Fuldaer Innenstadt aktualisiert. Unter anderem der Centhof am Bahnhof Fulda und das Hotel Platzhirsch sind hinzugekommen. Natürlich gibt es auch außerhalb Fuldas Defibrillatoren. Einer ist beispielsweise bei „Küchen Sommerlad“ vorhanden, ein anderer Am Feuerwehrhaus beziehungsweise am Bürgerhaus in Lüdermünd direkt gegenüber von der Kirche, wie uns Leser Edwin Brähler mitteilte. Auch in der „H2-Gaststätte“ im „TC Grün-Weiß“ in der Fuldaer Johannisau (Olympiastraße) ist ein Defibrillator vorhanden.
7 von 7
In der vergangenen Ausgabe von „Fulda aktuell“ berichteten wir über die Wichtigkeit von Defibrillatoren, die im Ernstfall Leben retten können. Dank der Rückmeldungen hat die Redaktion die Standort-Karte der Fuldaer Innenstadt aktualisiert. Unter anderem der Centhof am Bahnhof Fulda und das Hotel Platzhirsch sind hinzugekommen. Natürlich gibt es auch außerhalb Fuldas Defibrillatoren. Einer ist beispielsweise bei „Küchen Sommerlad“ vorhanden, ein anderer Am Feuerwehrhaus beziehungsweise am Bürgerhaus in Lüdermünd direkt gegenüber von der Kirche, wie uns Leser Edwin Brähler mitteilte. Auch in der „H2-Gaststätte“ im „TC Grün-Weiß“ in der Fuldaer Johannisau (Olympiastraße) ist ein Defibrillator vorhanden.

In Fulda hängen zahlreiche "Defis" die im Notfall helfen können.

Fulda - Der plötzliche Herztod ist die häufigste Todesursache in Deutschland. Jährlich sterben laut DRK mehr als 100.000 Menschen, unabhängig vom Alter oder Geschlecht, am plötzlichen Herzversagen. Zunächst treten schwere Herzrhythmusstörungen auf, denen binnen weniger Minuten der Herzstillstand folgt. Betroffene verlieren das Bewusstsein und ihre Atmung setzt aus. Eine Überlebenschance gibt es nur, wenn unverzüglich mit Gegenmaß- nahmen begonnen wird. Denn mit jeder Minute, die das Herz stillsteht, sinkt die Überlebenschance der Person um zehn Prozent. Nur 2 bis 5 Prozent der Betroffenen erreichen rechtzeitig das Krankenhaus. Wichtig sind an dieser Stelle Ersthelfer, die wissen, was zu tun ist und mit Hilfe eines Defibrillators (ein medizinisches Gerät zur Erstbehandlung von Herzrhythmusstörungen) die Möglichkeit haben ein Menschenleben zu retten. Diese „automatisierten externen Defibrillatoren“ (AED) wurden speziell für nicht ausgebildete Ersthelfer konzipiert. Oft sind diese sogar öffentlich zugänglich. Was ist ein Defibrillator? Ein AED ist ein medizinisches Gerät, welches seit 2002 auch von Laien verwendet werden darf. Deshalb sind die AEDs so konzipiert, dass sie benutzerfreundlich und schnell zu bedienen sind. Ein Defibrillator ist vereinfacht gesagt ein „Reset“-Knopf für das Herz im Falle eines Kammerflimmerns. Bei einem Kammerflimmern ist die Kontraktion des Herzmuskels nicht mehr koordiniert, es wird kaum Blut aus der Herzkammer in den Kreislauf gepumpt und die Herzfrequenz liegt bei über 320 Schlägen pro Minute. Der kontrollierte Elektroschock, den ein Defibrillator abgibt, ist die einzige Möglichkeit, das Flimmern zu beenden.

Wie funktioniert der AED?

Nach dem Einschalten des Geräts bekommen Ersthelfer sofort audiovisuelle Schritt- für-Schritt Anweisungen des Defibrillators. Als erstes sollten die Elektroden, die sich im Geräte-Koffer befinden auf den Körper des Betroffenen geklebt werden. Das Gerät analysiert so das EKG des Patienten selbstständig und sucht alle zwei Minuten nach Herzrhythmusstörungen. Anschließend setzt das Gerät einen Elektroschock ab. Das Ziel dieses „Schocks“ ist es, das Herz auf seinen normalen Schlag zu bringen nachdem es einen Herzstillstand erlitten hat. Erkennt das Gerät, dass kein Kammerflimmern vorhanden ist, wird auch kein Stromimpuls weitergeleitet, sondern der Ersthelfer bekommt weitere Anweisungen zur Reanimation. Notfallszenario Ein Defibrillator wird eingesetzt, wenn folgende Symptome zu beobachten sind: Bewusstlosigkeit, keine Atmung, kein Puls oder sonstige Lebenszeichen. Wenn alle drei Symptome gemeinsam vorliegen, kann ein Kammerflimmern oder -flattern vorliegen. Zuerst sollte ein Notruf abgesetzt werden, anschließend wird Atmung und Puls des Betroffenen erneut kontrolliert. Im Anschluss sollte sofort mit der Reanimation (Herzdruckmassage) begonnen werden. Die Herzdruckmassage darf während der Suche nach einem AED nicht unterbrochen werden. Ist ein Defibrillator vor Ort, sollte dieser eingeschaltet werden.

Anschaffung

In der Anschaffung sind die Defibrillatoren einfach. Man kann die Geräte über das DRK oder direkt über Hersteller-Firmen bestellen. Die- se Firmen übernehmen an- schließend die Wartungsarbeiten und eine Schulung zur Erstinstallation. Das DRK ist ausschließlich dazu befugt über die Geräte zu schulen, je- doch nicht sie zu warten. Die Akkus der Defibrillatoren halten fünf Jahre. Allerdings muss das Gerät nach einem Einsatz gewartet und neu auf- geladen werden.

DRK Kurse

„Die Bedienung eines automatischen externen Defibrillator ist einfach, die Handhabung sollte aber in Verbindung mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, gelernt und trainiert sein“, so Sergei Puzer Abteilungsleiter für Ausbildung und Weiterbildung des DRK. Seit einigen Jahren gehört die Schulung des AED zum Erste-Hilfe-Kurs dazu. Leiter des DRK Peter Becker lud unsere „Fulda aktuell“ Redaktion zu solch einem Weiterbildungskurs ein, um die Bedienung des Defibrillators auszuprobieren. Schulungen werden im Erste- Hilfe-Kurs oder auch Speziell als AED-Kurs bei dem DRK angeboten. Kinder Die Reanimation eines Kin- des gleicht nicht der eines Erwachsenen. Es gibt spezielle Erste-Hilfe-Kurse die auf Babys und Kinder ausgerichtet sind. Auch bei den AEDs gibt es in dieser Hinsicht Unter- schiede. Für den Körper eines Kindes ist es besser, wenn spezielle Kinderelektroden, oder eine andere Kinderoption wie eine Kindertaste/ Kinderschlüssel, gebraucht werden um Folgeschäden zu vermeiden. Bei Kindern unter acht Jahren oder unter 25 Kilogramm müssen die Elektroden anders als bei einem Erwachsenen aufgeklebt werden. Eine Elektrode kommt zwischen die Schulterblätter und einer auf den Brustkorb. Für die Herzmassage müssen die Hände in solch einem Fall auf der Elektrode platziert werden.

Unterschied ICD und AED 

Ein Defibrillator kann auch implantiert werden. Im Gegensatz zum Herzschrittmacher wird ein Defibrillator dann implantiert, wenn das Herz eines Patienten zu schwach pumpt oder auf Grund schwerer Herzrhythmusstörungen wiederbelebt wurden musste. Durch einen Stromstoß des Defibrillators wird das Herz kurz zum Stillstand gebracht, damit es an- schließend wieder seinen normalen Rhythmus findet. Ein implantierbarer „Kardioverter-Defibrillator“ (ICD) er- kennt ein Kammerflimmern automatisch und reagiert innerhalb von wenigen Sekunden gezielt auf diesen Vor- gang. Setzt der implantierte ICD einmal aus, so kann dem Betroffenen auch mit einem AED geholfen werden.

Keine Gefahr

„Man kann mit diesem Gerät keine Fehler machen“, so Puzer. Das Gerät entscheidet durch das Durchführen eines EKG selbstständig was zu tun ist. Der Ersthelfer muss aus- schließlich seine Anweisungen befolgen. Schaden kann der Mensch nicht davon tragen.

Wichtig

Wenn der AED die Anweisung gibt, den Patient nicht zu berühren, analysiert er in dieser Zeit den Herzrhythmus, sprich die elektrische Aktivität des Herzens. Diese kann schon durch winzige Impulse beeinflusst werden. Der Automat erkennt selbständig, ob er das Herz des Patienten mit Stromstößen wieder in Takt bringen muss oder nicht.

AED in Fulda

Auf der Internetseite Definetz.de, können im „Defikaster“ Standorte von in der Nähe liegenden Defibrillatoren herausgefunden werden. „Man muss sich selbst schlau machen“, sagt Puzer. Eine genaue Auflistung sei leider nicht möglich, da nicht alle Firmen angeben, wenn diese einen AED anbringen lassen. Gekennzeichnet sind AEDs immer mit zwei Symbolen – ein Herz und ein Blitz.

In der vergangenen Ausgabe von „Fulda aktuell“ berichteten wir über die Wichtigkeit von Defibrillatoren, die im Ernstfall Leben retten können. Dank der Rückmeldungen hat die Redaktion die Standort-Karte der Fuldaer Innenstadt aktualisiert. Unter anderem der Centhof am Bahnhof Fulda und das Hotel Platzhirsch sind hinzugekommen. Natürlich gibt es auch außerhalb Fuldas Defibrillatoren. Einer ist beispielsweise bei „Küchen Sommerlad“ vorhanden, ein anderer Am Feuerwehrhaus beziehungsweise am Bürgerhaus in Lüdermünd direkt gegenüber von der Kirche, wie uns Leser Edwin Brähler mitteilte. Auch in der „H2-Gaststätte“ im „TC Grün-Weiß“ in der Fuldaer Johannisau (Olympiastraße) ist ein Defibrillator vorhanden.

Zwischenruf: Leben retten

Manchmal können Minuten über Leben und Tod entscheiden. Kammerflimmern zählt zu den häufigsten Gründen eines Herztodes. Beim Warten auf den Notarzt verstreicht oft zu viel Zeit und der Patient erhält zu spät die benötigte Hilfe. Aus diesem Grund wurden die automatisierten externen Defibrillatoren (AEDs) entwickelt. Sie können von jedem bedient werden und sind tatsächlich in der Lage, einem Menschen in Not das Leben zu retten. Sie hängen inzwischen an vielen öffentlichen Plätzen, wie zum Beispiel Flughäfen, Sporteinrichtungen und Ämtern. Nur leider wissen noch viel zu wenig Menschen, wofür ein Defibrillator gut ist und wo man so ein Gerät, wenn der Ernstfall eintritt, finden kann. Sollte nicht jeder schon einmal etwas über ein Gerät gehört haben, das bei der Reanimation eines Menschen sein Leben retten kann? Die Benutzung eines AED ist Bestandteil des Erste-Hilfe-Kurses. Doch auch dieser ist bei vielen Menschen schon eine Weile her. Würde man sich nicht ein Leben lang Vorwürfe machen, wenn man einem Menschen in Not nicht helfen könnte, nur weil man nicht mehr weiß, wie eine stabile Seitenlage geht oder dass man Puls und Atem kontrollieren müsste? Nun ist es doch so, dass jeder von uns einmal in solch eine Notlage geraten könnte, sei es als Patient oder als Ersthelfer. Würden sie auf der Straße zusammen brechen, würden sie sich wünschen, dass die Menschen in ihrer Nähe wissen was zu tun ist? Ich würde es mir definitiv wünschen. Deshalb ist es so wichtig seine Erste-Hilfe-Kenntnisse zu hinterfragen und auch regelmäßig aufzufrischen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Gefühl vermitteln, "dass wir alle Gemeinde sind"

"Fulda aktuell"-Gespräch mit dem designierten Eichenzeller Bürgermeister Johannes Rothmund
Gefühl vermitteln, "dass wir alle Gemeinde sind"

Förderbescheid über 117.800 Euro: Kindergarten Eckweisbach wird erweitert

Durch Anbau soll sich die räumliche Situation des Kindergartens "St. Michael" entspannen
Förderbescheid über 117.800 Euro: Kindergarten Eckweisbach wird erweitert

Knapp eine viertel Million Einsatzstunden: Hünfelder Bundespolizisten auch 2019 gefordert 

Vielfältige Einsatzbereiche für Hünfelder Bundespolizei auch im Jubiläumsjahr
Knapp eine viertel Million Einsatzstunden: Hünfelder Bundespolizisten auch 2019 gefordert 

Gefährlicher Eingriff  in Straßenverkehr: Drohne prallt bei Dirlos gegen Pkw-Windschutzscheibe

Polizei sucht nach demjenigen, der die Drohne gestartet hatte
Gefährlicher Eingriff  in Straßenverkehr: Drohne prallt bei Dirlos gegen Pkw-Windschutzscheibe

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.