„Wir haben Hoffnung“: Lebensretter aus Fulda und Geheilter treffen sich

Der US-Amerikaner Paul Leighton traf seinen Knochenmarkspender Thomas Hering aus Fulda heute zum ersten Mal.
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Der US-Amerikaner Paul Leighton traf seinen Knochenmarkspender Thomas Hering aus Fulda heute zum ersten Mal.
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Der US-Amerikaner Paul Leighton traf seinen Knochenmarkspender Thomas Hering aus Fulda heute zum ersten Mal.

Der US-Amerikaner Paul Leighton lebt heute nur, weil er eine Knochenmarksspende von Thomas Hering aus Fulda erhielt. Nun trafen die beiden zum ersten Mal aufeinander.

Fulda -  Es ist kaum zu beschreiben, wie sich Thomas Hering aus Fulda am Donnerstag auf dem Bahngleis 6 am Fuldaer Bahnhof gefühlt haben muss. Sehnsüchtig blickte er in die Ferne. Wer jetzt denkt, dies wird eine Liebesgeschichte, der hat falsch gedacht. Der Polizist wartete auf seinen genetischen Zwilling. Thomas hat vor zwei Jahren das Leben des Amerikaners Paul Leighton gerettet. Am Donnerstag war es endlich soweit. Nach unzähligen E-Mails und Briefen konnte Paul seinem Lebensretter endlich selbst danken.

„Gestern war ich viel aufgeregter. Jetzt wird es konkret und ich freue mich einfach, ihn endlich in die Arme schließen zu können“, so Lebensretter Thomas. Der 45-Jährige ließ sich vor 20 Jahren bei der „Deutsche Knochenmark Spenderdatei (DKMS)“ typisieren. Ein Familienmitglied war erkrankt, Thomas wollte helfen. „Leider konnte ich da nicht helfen“, so Hering. Er selbst sieht seine Tat als nichts „Großes“. „Ich war nur zwei Tage in Köln, um mein Knochenmark zu spenden. Ich hatte keine großen Entbehrungen“, sagte Hering. Viel mehr würden die Menschen tun, die Hilfstransporte für Menschen in Not organisieren oder andere Projekte unterstützen. Er habe nach dem Mini-Maxi-Prinzip gehandelt. „Wenig Aufwand, große Wirkung“, erklärt Hering. Für den Stammzellen-Empfänger ist diese Spende keine Kleinigkeit. Für ihn bedeutete diese Tat „Leben“. „Es ist ein Wunder“, so Paul Leigthon völlig überwältigt. Gemeinsam mit seiner Frau Laura und seinen 14-jährigen Zwillingen Tiana und Leigthon befindet er sich auf Europatour. „Als ich die Spende erhalten hatte, wusste ich, ich werde diesen Mann treffen“, so der 67-Jährige. Der Moment als sich die beiden Männer in die Arme schlossen, war unbeschreiblich. Seinen Gesundheitszustand beschreibt der Amerikaner heute als „spektakulär“. Er habe keine Nebenwirkungen, außer das er alt werde und das ist: „einfach großartig“.

Zwei Jahre mussten die beiden Männer darauf warten, dass die Identität des anderen preisgegeben wurde. „Wir wussten nur, dass der Spender männlich ist“, erzählt Paul. Bis Paul zwei Jahre nach der Transplantation als geheilt galt, mussten Spender und Empfänger anonym bleiben. „Es ist immer wieder toll, den Moment des Treffens mitzuerleben“, so Julia Runge von der „DKMS“. „Bei manchen genetischen Zwillingen bleibt es bei dem einen Treffen. Aber es gibt auch die, die zu richtigen Freunden werden. Bei Paul und Thomas wird es auch so werden, denke ich“, so Runge.

Zwei Tage werden die genetischen Zwillinge miteinander verbringen. „Es ist ein überwältigendes Gefühl“, erklärt Thomas, als er Paul endlich im Arm halten durfte. „Ich werde ihm Fulda zeigen und auch die Deutsch-Amerikanische Geschichte wird Teil unseres Programms sein“, so Thomas. „Wir blicken nicht mehr in die Vergangenheit“, erklärte Paul. Das gemeinsame Motto der beiden Männer lautet: „Wir haben Hoffnung.“

Wenn man Lebensretter und Geretteten sieht, könnte man denken, es sei doch eine Liebesgeschichte und zwar von der Liebe zum Leben, das durch eine Stammzellenspende gerettet wurde.

Zwischenruf von Antonia Schmidt: Lebensretter sein

Auch für die Redaktion war das erste Treffen zwischen Lebensretter und Gerettetem kein alltäglicher Pressetermin. Mitfiebernd standen wir auf dem Bahngleis. Das Herz klopfte wie wild, als endlich der Zug, in dem Paul saß, einfuhr. Ein emotionaler Moment – auch für mich als Beobachter. Unvorstellbar ist es für mich, wie es sich anfühlt, ein Leben zu retten. Auch ich habe mich vor Jahren, während eines Seminars in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr, typisieren lassen. Nach einiger Zeit kam ein Brief der „DKMS“. Eine Feintypisierung stand an.

In mir stieg die Hoffnung, ich könnte ein Spender werden. Aber auch gleichzeitig bekam ich Angst. Würde eine Spende schmerzhaft werden? Ich gebe zu, schon bei einer Blutabnahme wird mir schwindelig. Daher hatte ich mich auch für eine Typisierung über Speichel entschieden. Die Feintypisierung war jedoch mit einer Blutentnahme verbunden. Der Wunsch einem Menschen zu helfen, trieb mich an.

Leider war ich kein geeigneter Spender. Aber diese Erfahrung bestärkte mich in der Entscheidung, ein möglicher Spender zu sein. Immer wieder spreche ich mit Freunden und Bekannten über dieses Thema. Denn ich würde nicht nur mein Knochenmark spenden, sondern auch meine Organe. Wenn ich tot bin, brauche ich die sowieso nicht mehr. Dann wäre mein Tod in jedem Fall für etwas gut.

Auch, wenn mir viele sagen, dass ich als junger Mensch nicht über solche Dinge nachdenken solle, finde ich es wichtig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzten. Ich kann nur an Sie appellieren: Lassen Sie sich typisieren! Seien Sie Lebensretter! Für den Spender bedeutet es keinen großen Aufwand für den Empfänger bedeutet es zu leben.

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