Der leise Tod: Die Afrikanische Schweinepest ist auf dem Vormarsch

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Die Afrikanische Schweinepest befindet sich auf dem Vormarsch nach Deutschland. Wie gefährlich ist das Virus?

Fulda - Sie ist auf dem Vormarsch in Richtung Deutschland: die Afrikanische Schweinepest. Seit 2006 breitet sie sich in Osteuropa aus und hat sich über Estland, Lettland und Litauen seit 2014 langsam nach Polen ausgedehnt. Im Juni 2017 wurde die Viruserkrankung erstmals in der Tschechischen Republik festgestellt, der Erkrankungsort liegt nur rund 300 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

„Es besteht nach Meinung der seuchenhygienischen Experten ein sehr hohes Risiko, dass die Afrikanische Schweinepest in absehbarer Zeit auch in Deutschland auftreten könnte“, erklärt Dr. Hubert Beier, Geschäftsführer des „Kreisbauernverbands Fulda-Hünfeld“. Die hochvirulente Viren der afrikanischen Schweinepest verursachen hohes Fieber, Appetitverlust sowie Hämorrhagien in der Haut und an den inneren Organen. Der Tod tritt üblicherweise nach zwei bis zehn Tagen ein. In der Regel verläuft die Infektion tödlich.

Die Afrikanische Schweinepest ist auf den Menschen nicht übertragbar, dennoch sind einige Maßnahmen, zur Verhinderung der Verbreitung zu beachten. „Speisereste sind ordnungsgemäß zu entsorgen und dürfen nicht achtlos weggeworfen werden –auch nicht zur Verfütterung von verwilderten Katzen oder ähnlichen Zwecken“, sagt Leoni Rehnert von der Pressestelle des „Landkreises Fulda“. Das Warzenschwein wird als natürliches Reservoir des Afrikanischen Schweinepest- Viruses angesehen. Es zeigt in der Regel keine Krankheitssymptome. Ausgehend vom Warzenschwein wird das Virus über Lederzecken verbreitet. Das Vorkommen von Lederzecken ist für die Übertragung beziehungsweise die Aufrechterhaltung des Infektionszyklus allerdings nicht zwingend erforderlich. Neben der Übertragung durch Zecken kann die Ansteckung gehaltener Schweine über den direkten Kontakt mit infizierten Tieren (Sekrete, Blut, Sperma), die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen beziehungsweise –zubereitungen oder andere indirekte Übertragungswege (Fahrzeuge, kontaminierte Ausrüstungsgegenstände, Jagdausrüstung, landwirtschaftlich genutzte Geräte und Maschinen, Kleidung) erfolgen.

Eine Verschleppung mit Gegenständen (Fahrzeuge, Geräte, Bekleidung, Schuhzeug) und kontaminierten Futtermitteln ist über weite Zeiträume und Distanzen möglich. „Daher ist von allerhöchster Bedeutung, dass alle Schweinehalter, auch Hobby- und Kleinsthalter, gemeinsam die notwendigen Mindestmaßnahmen zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest umzusetzen. Wichtig sind hierbei vor allem die Hygienemaßnahmen, die die Tierbestände wirksam vor dem Eintrag von Tierseuchen schützen können“, so der Kreisbauernverband-Geschäftsführer Beier. Da es bislang keinen wirksamen Impfstoff gegen die Erkrankung gibt, reduziert sich die Handlungsfähigkeit auf Präventionsmaßnahmen. So hält der „Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld“ die Reduzierung des Wildschweinbestand in Deutschland als eine wichtige Voraussetzung, um das Übertragungsrisiko der Seuche zu reduzieren. Rund 70 Prozent des Schwarzwildbestandes sollen erlegt werden. „Derzeit findet ein reger Austausch mit betroffenen Ländern, Deutschland und der EU-Kommission statt, um die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest einzudämmen. Für jede Region muss situationsabhängig im Seuchenfall eine geeignete Bekämpfungsmaßnahme erarbeitet werden“, erklärt Rehnert von der Kreispressestelle.

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