Literaturpreis 2020 der Stadt Fulda geht an zwei Autorinnen 

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Gruppenbild mit Jury und Organisatoren (von links): Frank Witzel, Silke Hartmann (Agentur Kulturperle), Christoph Schröder, Insa Wilke, Oberbürgermeister DR. Heiko Wingenfeld, Jan Brandt und Johanna Maxl
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Nadine Schneider 
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Olivia Wenzel

Olivia Wenzel und Nadine Schneider werden die Auszeichnung am 26. Mai entgegen nehmen 

Fulda - Den in diesem Jahr zum zweiten Mal vergebenen Literaturpreis der Stadt Fulda, der das beste deutschsprachige Debüt würdigt, erhalten diesmal gleich zwei Autorinnen: Olivia Wenzel wird für ihren Erstlingsroman „1000 Serpentinen Angst“ (S. Fischer) ausgezeichnet und Nadine Schneider für ihr Romandebüt „Drei Kilometer“ (Jung und Jung) geehrt.

Eine fünfköpfige, hochkarätig besetzte Jury hatte aus den aktuellen literarischen Erstlingswerken in den Bereichen Lyrik und Prosa das beste deutschsprachige Debüt ausgewählt und dabei die Titel beider Autorinnen als gleichermaßen preiswürdig empfunden. Mit der Ehrung ist ein Preisgeld von 10.000 Euro verbunden, das sich beide Schriftstellerinnen teilen.

Zur Jury in diesem Jahr zählten die renommierten Autoren Jan Brandt und Frank Witzel, Literaturkritikerin Insa Wilke und Literaturkritiker Christoph Schröder sowie Autorin Johanna Maxl, die im vergangenen Jahr für ihren Debütroman „Unser großes Album elektrischer Tage“ (Matthes & Seitz) mit dem 2019 erstmals vergebenen Literaturpreis der Stadt Fulda ausgezeichnet worden war.

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld dankte den Jury-Mitgliedern für ihr Engagement im Dienst zur Förderung junger Talente. Die Jury hatte in den Textgattungen Lyrik und Prosa aus den Erstlingswerken der Büchersaison zunächst eine Vorauswahl getroffen und zu einer Long-List mit 25 Titeln zusammengestellt. Diese verdichtete sich später zu einer Short-List der sieben favorisierten Titel. Bei der abschließenden Entscheidungsfindung der Jury-Mitglieder im Fuldaer Stadtschloss wurde schnell deutlich, dass es in diesem Jahr zwingend zwei Preisträgerinnen geben müsse.

In der Begründung der Jury heißt es: „Mit dem Literaturpreis Fulda werden 2020 Nadine Schneider und Olivia Wenzel ausgezeichnet. Die Jury hat sich in diesem Jahr bewusst entschieden, zwei konträre Erzählweisen auszuzeichnen. Beide Debüts verbindet die gesellschaftliche Relevanz ihrer Thematik, für die sie jeweils einen eigenen formalästhetischen Ansatz wählen.“

Der Roman „Drei Kilometer“ erzählt von der Zeit in einem rumänischen Dorf vor dem Sturz der Diktatur. Be-sonders bemerkenswert sei „die ruhige poetische Sprache, in der Nadine Schneider von Beziehungen erzählt und durch Auslassungen große Imaginationsräume schafft“. Olivia Wenzels Buch „1000 Serpentinen Angst“ handele von den Konsequenzen anhaltender Diskriminierung in einer Weise, die es in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur so noch nicht gegeben habe, urteilt die Jury.

Oberbürgermeister Wingenfeld war vom Votum der Jury überrascht, für das Jahr 2020 gleich zwei Preisträgerinnen zu benennen. Nachdem die Entscheidung gefallen war, informierte das Fuldaer Stadtoberhaupt die Autorinnen telefonisch. Nadine Schneider und Olivia Wenzel hätten sich über die Nachricht gefreut und werden den Literaturpreis der Stadt Fulda 2020 im Mai in Fulda persönlich entgegennehmen, so  Wingenfeld.

Die Verleihung des Literaturpreises erfolgt zum diesjährigen Abschluss der renommierten Lesereihe „Literatur im Stadtschloss“ am Dienstag, 26. Mai, um 20 Uhr im Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses. Die Laudatio auf die Preisträgerinnen hält Jury-Mitglied und Autor Jan Brandt.

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