Löffel mit Leidenschaft: Maximilian von Bredow kochte bei "The Taste"

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Maximilian von Bredow aus Fulda, bekannt aus "The Taste".

"The Taste"-Finalist Max von Bredow über „The Taste“, Promi-Status und mehr.

Fulda/München. Maximilian von Bredow ist 31 Jahre alt, gelernter Koch und seit sechs Jahren Tagungs- und Bankettleiter im „Esperanto Kongresszentrum“ in Fulda. Und er hat durch den „Sat1“-Kochwettbewerb „The Taste“ gerade einen Promi-Status in seiner Heimatstadt Fulda. „Das ist ein sehr ungewohntes Gefühl für mich“, erzählt der sympathische Hobbykoch im Gespräch mit „Fulda aktuell“ in der Lounge des „Esperanto“. „Natürlich bin ich stolz, wenn die Leute mich wiedererkennen und Selfies machen wollen“, schmunzelt er.

Aus mehr als 1.000 Bewerbern wurde er nach einem Casting und Vorkochen in München als Kandidat in die wöchentlich ausgestrahlte Show eingeladen. „Ich hatte diese Sendung noch nie gesehen“, gibt Maximilian zu. Auf dem Weg zum Studio habe er sich zum ersten Mal angeschaut, worum es bei „The Taste“ eigentlich geht. „Es war eine verlorene Wette“, sagt der 31-Jährige über seinen Grund, sich dort zu bewerben. „Aber rückblickend würde ich auf jeden Fall wieder mitmachen, auch wenn meine Mutter und meine Schwester mich zunächst für verrückt erklärt hatten.“

Auswanderer und Zivi

Maximilian von Bredow wuchs in Fulda auf. Seine Eltern führten das Hotel „Europa“ am Neuenberg. Für ihn war schon früh klar, dass er eine Lehre als Koch absolvieren wollte, „aber nicht im Hotel meiner Eltern und auch nicht in Fulda“, sagt er. Darum ging er für drei Jahre in die Lüneburger Heide. Nach den drei Jahren Ausbildung entschloss sich der damals 18-Jährige, nach England auszuwandern, um die Sprache zu lernen. „Dort habe ich ein Jahr gearbeitet, aber durch einen Schicksalsschlag musste ich sozusagen über Nacht wieder nach Fulda zurückkommen und im Hotel meiner Eltern die Küche übernehmen“, erzählt von Bredow. Er machte dann tagsüber Zivildienst im „Antoniusheim“ und kochte abends im „Europa“.

Seit sechs Jahren ist er beim „Esperanto“ beschäftigt und fühlt sich dort sehr wohl. „Mit der Bewerbung zur Show musste ich auch versichern, dass ich für die Dreharbeiten fünf Wochen am Stück Urlaub genehmigt bekomme. Das war für meinen Chef im ,Esperanto‘ überhaupt kein Problem“, sagt von Bredow.

Maximilian von Bredow aus Fulda, bekannt aus "The Taste".

Nachdem er Casting und Vorkochen hinter sich gebracht hatte, begannen die Dreharbeiten in München. Die Folgen wurden alle in fünf Wochen abgedreht. Eines hat er im Verlauf der Show an sich selbst festgestellt: „Ich bin viel lockerer geworden, habe mich selbst ganz neu entdeckt und bin empathischer geworden“, sagt der Hobbykoch. Das merke man auch im Verlauf der Sendung. „Vor allem sind viele Freundschaften mit den anderen Kandidaten entstanden“, freut sich von Bredow. Man besuche sich gegenseitig privat. Zu seinem Geburtstag seien die Koch- Kollegen aus „The Taste“ nach Fulda gekommen, um gemeinsam mit ihm zu feiern.

Alexander Herrmann sei sein Wunsch-Coach gewesen. „Er gab uns nach jeder Show ein persönliches Feedback. Er hat uns gecoacht und motiviert“, sagt Maximilian, „wenn auch außerhalb des Studios „nur per ,WhatsApp‘.“ Maria Groß, Frank Rosin und Tim Raue waren neben Herrmann die anderen Coaches. „Jeder ist mit seinem Team anders umgegangen“, erzählt der Fuldaer. „Mit Maria sind wir nachts durch die Münchener Biergärten gezogen“, erinnert er sich lachend.

Alle Hobbyköche steckten viel Herzblut in die Show und vor allem in ihre kulinarischen Kreationen auf den Löffeln. „Wir wussten bis zur Verkündung vor der Kamera nicht, was das Thema war und mit welchen Zutaten wir arbeiten sollten“, sagt von Bredow. „Bei der Tamarinde oder der ,Kotzfrucht‘ stand ich kurzzeitig wirklich wie der sprichwörtliche Ochs‘ vorm Berg“, sagt er. Er sei aber dennoch immer gut mit der zur Verfügung stehenden Zeit klargekommen. Keines der Gerichte habe er vorher jemals gekocht.

Leider nicht gewonnen

Zum Sieg mit einer Prämie von 50.000 Euro und einem eigenen Kochbuch hat es am Ende leider nicht gereicht. „Ich gönne es Marko“, sagt der Fuldaer. „Es war etwas schade, zu verlieren, als meine Mutter und mein Freund im Publikum saßen und mich super angefeuert haben“, erinnert sich Maximilian. Das Finale wurde am vergangenen Mittwoch ausgestrahlt. „Ich bin insgesamt schon ein bisschen enttäuscht. Und vor allem den Joker fand ich unfair“, sagt er rückblickend.

Aber das Kochen bleibt weiterhin sein größtes Hobby, auch wenn er beruflich im „Esperanto“ damit gar nichts zu tun hat. „Ich koche leidenschaftlich gerne zuhause, aber mein Lieblingsessen ist Döner“, erzählt er. Dabei wechsele er die Dönerläden in Fulda regelmäßig. „Döner schmeckt immer und überall gut“, schmunzelt er.

Vor kurzem sei er in einem Lebensmittelmarkt gewesen. „Die Kassiererin hatte mich erkannt und kommentierte alles, was sie über den Scanner zog“, lacht der sympathische Fuldaer. „Ich hatte tatsächlich eine ,Fünf-Minuten-Terrine‘ dabei. Als die Kassiererin diese in die Hand nahm, stutzte sie kurz, ehe sie meinte: ,Ach, Sie sind ja auch nur ein Mensch‘“, erinnert sich Max von Bredow schmunzelnd.

In Fulda kocht er nicht nur für sich selbst, sondern präsentiert seine kreativen Kochkünste auch Freunden und beim privaten Home-Cooking mit Fremden. „Ich lade dann auf Spendenbasis in mein Zuhause ein und koche“, erzählt der 31-Jährige. „Ich koche kaum ein Rezept zweimal“, sagt er. Seine Inspiration holt er sich in Kochbüchern „mit Bildern“, denn ein Vorbild hat er nicht. Nach „The Taste“ hat er sich 60 Porzellan-Löffel gekauft und kocht auch bei befreundeten Gastronomen aus der Region. „Man kochte in der Show ja normale Mengen und überlegte dann, was man davon auf den Löffel platziert“, sagt er. „Ich fand meine Löffel jedes Mal toll“, sagt der Fuldaer mit Selbstbewusstsein.

Das „The Taste“-Kochbuch der siebten Staffel gibt es im Buchhandel. „Wer möchte, kann zu mir kommen und ich signiere es“, schmunzelt Maximilian von Bredow. Er ist über „Facebook“ und „Instagram“ zu finden.

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