Das Mammut kehrt zurück

Kaltensundheim. Im Dezember 1957 wurden bei Ausschachtungsarbeiten fr einen Wasserleitungsgraben bei Kaltensundheim Skelettreste eines Mastodons

Kaltensundheim. Im Dezember 1957 wurden bei Ausschachtungsarbeiten fr einen Wasserleitungsgraben bei Kaltensundheim Skelettreste eines Mastodons (Mammut borsoni) gefunden. Wenige Monate spter trat ein nahezu vollstndiges Skelett zutage ein bis dahin einmaliger Fund, der in der ganzen Welt fr Aufsehen sorgte. Jetzt erinnert eine Dauerausstellung im Kaltensundheimer Dorfmuseum an die Grabungen, die sich fast ber 20 Jahre erstreckten. Damit ist das Mastodon endlich in seine Heimatgemeinde zurckgekehrt.

Die durch die Grabungen erschlossene Fundstelle ist ein fossiler Erdfall, der vermutlich durch die Auslaugung von Rt-Gips entstanden und in den unteren Muschelkalk eingebrochen ist. Er hatte einen Durchmesser von etwa 100 Metern und war wegen seiner Tallage zunchst mit Wasser gefllt. Er war aber nicht nur Lebensraum fr Tiere wie Fische und Amphibien, sondern wurde fr groe Sugetiere, die hierher zur Trnke kamen, auch zu einer tdlichen Falle. All das ereignete sich vor rund 2,6 bis 2,4 Millionen Jahren.

Wir haben fast 50 Jahre gebraucht, um der Bevlkerung diese Weltsensation wieder vor Augen zu fhren", sagt Karl-Friedrich Abe, der Leiter der Thringer Verwaltung des Biosphrenreservates Rhn. Die Ausstellung wurde mit finanzieller Untersttzung des Thringer Ministeriums fr Landwirtschaft, Umwelt und Naturschutz aufgebaut. In die inhaltliche Ausgestaltung waren die Mitarbeiter der Thringer Verwaltungsstelle des Biosphrenreservats eingebunden.

Wie Dr. Gottfried Bhme, der extra aus Berlin gekommen war und fr einige Zeit selbst die Ausgrabungen bei Kaltensundheim geleitet hat, erlutert, waren die riesigen Mastodone reine Vegetarier, die sich hauptschlich von Blttern und Baumrinde ernhrten. Mit ihren Stozhnen sollen sie die Rinde regelrecht vom Baum geschlt haben.

Der Originalfund des Mastodon-Skeletts aus Kaltensundheim befindet sich im Museum im thringischen Schleusingen. Den Initiatoren der Ausstellung, der Verwaltung des Biosphrenreservats, ist es jedoch gelungen, vom Unterschenkel, Oberschenkel und Unterkiefer des damals ausgegrabenen Tieres Originalabdrcke anfertigen zu lassen. Sie sind nun gemeinsam mit einem Wandbild und mehreren Informationstafeln in einem eigenen Raum des Dorfmuseums zu sehen. Zur damaligen Zeit waren die Zhne des Mastodons schon bekannt von anderen Grabungen her. Aber das waren nur Einzelzhne oder Einzelknochen. Hier in Kaltensundheim wurde zum ersten Mal ein zusammenhngendes Skelett ausgegraben - damit war es das erste Skelett berhaupt, mit dem man die Gestalt des Mastodons erfassen konnte", erinnert Dr. Gottfried Bhme an die Bedeutung der Ausgrabungen.

Diese Ausstellung ist ein Kleinod, die einen wichtigen Baustein fr das Biosphrenreservat Rhn liefert", meint auch der Staatssekretr im Thringer Ministerium fr Landwirtschaft, Umwelt und Naturschutz, Prof. Dr. Christian Juckenack. Fossilien, fgt er hinzu, haben seit jeher eine enorme Anziehungskraft auf die Menschen ausgebt. Gemeinsam mit den Bildern, Informationstafeln und dem Modell zur Geologie sei die Ausstellung mit den Originalabdrcken eine gelungene Kombination.

Karl-Friedrich Abe ist sich sicher, dass die Mastodon-Ausstellung im Kaltensundheimer Dorfmuseum einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Identitt leistet und eine aktive Werbung fr das Biosphrenreservat Rhn darstellt.

Kaltensundheims Brgermeister Edgar Gottbeht hofft, dass die Ausstellung viele interessierte Besucher anziehen wird. Auerdem ergnzt sie die bereits bestehenden Informationspunkte im Ort und ist ein weiterer Baustein unserer Kommune auf dem Weg zu einer Modellgemeinde im Biosphrenreservat", hebt Gottbeht hervor.

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