Der Mann mit dem direkten Draht: 2019 scheidender MdL Dr. Walter Arnold im Redaktionsgespräch

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Dr. Walter Arnold beim „Fulda aktuell“-Redaktionsgespräch mit Bertram Lenz, Christopher

Dr. Walter Arnold wird den Hessischen Landtag 2019 verlassen. Bisher vier Nachfolge-Kandidaten stehen in den Startlöchern.

Fulda - Die Katze ist aus dem Sack: Dr. Walter Arnold wird nicht mehr für den Hessischen Landtag kandidieren. Bis Januar 2019 ist er noch Landtagsabgeordneter der CDU, danach wird – wahrscheinlich – eine andere Person den Landkreis Fulda neben CDU-Mann Markus Meysner vertreten. Ihren Hut haben bisher Thomas Hering, Benjamin Tschesnok, Johannes Rothmund und Ingrid Manns in den Ring geworfen. „Fulda aktuell“ hat Arnold, der seit 20 Jahren im Hessischen Landtag sitzt, aus diesem Grund eingeladen und mit ihm über die Lage im CDU-Kreisverband Fulda gesprochen. „Die Entscheidungsfindung war ein Prozess. Mitte 2017, als ich bekanntgab, erneut kandidieren zu wollen, gab es keine Anzeichen dafür, dass noch jemand anders antreten würde“, sagt Arnold. Es habe ihn allerdings überrascht, dass andere Parteikollegen parat standen. „Der Wunsch nach einem Generationswechsel ist da. Aber ich wollte nicht den Eindruck erwecken, an meinem Stuhl zu kleben.“ Es sei besser, „zu einem Zeitpunkt zu gehen, den man selbst entscheidet.“

„Positive Reaktionen“

Nach der Bekanntgabe seines Rückzuges vor wenigen Tagen habe er ausschließlich positive Reaktionen erfahren, vor allem wegen seiner politischen Leistungen in den vergangenen 20 Jahren. „Ich habe auch viel Zustimmung erfahren, dass die Unruhe in meiner Partei dadurch ein Ende hat“, so der Landtagsabgeordnete. Arnold sieht einen großen Unterschied darin, wenn neue Kandidaten gegen einen erfolgreichen Amtsinhaber antreten oder sich Kandidaten mit den gleichen Voraussetzungen miteinander beschäftigen müssen. „Wenn eine Position frei geworden ist, kann jeder seinen Hut in den Ring werfen, dann ist es ein Wettbewerb unter Gleichen“, so der MdL und CDU-Kreisvorsitzende.

„Sachlich bleiben“

In dieser Funktion ist Arnold auch zur Neutralität verpflichtet. Aus diesem Grund will er auch keinen „eigenen“ Nachfolger präsentieren. „Aber eines ist sicher: Ich werde den am 19. Februar gewählten Kandidaten unterstützen“, versichert er. Am wichtigsten ist dem 68-Jährigen Politiker die Geschlossenheit seiner Partei – im Hinblick auf die Landtagswahl.

Eines ist Arnold bewusst: „Ich kann jetzt freier agieren, denn ich habe jetzt kein Eigeninteresse mehr“, sagt er. Seine Aufgabe als Kreisvorsitzender sei es nun, darauf zu achten, dass die Kandidaten bis zur Delegiertenversammlung im Februar sachlich bleiben. Arnold kann auf eine lange Liste erfolgreicher Arbeit für die Region Fulda im Wiesbadener Landtag zurückblicken. „Ich habe mir in den vergangenen zehn Jahren ein Netzwerk aufgebaut, das ich auch weiterhin pflegen möchte. Kurze Wege zu Ministern, bis hin zu Referatsleitern hätten manches für die Region vereinfacht. „Ich hätte gerne aus der Position des finanzpolitischen Sprechers meiner Fraktion heraus weitergemacht“, sagt er. Und man merkt ihm deutlich an, dass er zwar nun einen Schlussstrich gezogen hat, ihm diese Entscheidung aber nicht leicht gefallen ist. Denn die Region Fulda ist ihm wichtig. Bedeutende Projekte hat er bereits in den zuständigen Ministerien angesprochen. „Das Klinikum Fulda ist eines davon. Dort droht der Entzug der Zulassung für die Herzchirurgie. Dem muss entgegengewirkt werden. Dafür führe ich gerade Gespräche mit dem Klinikum Fulda und dem Universitätsklinikum Frankfurt.“

Auch die Hochschule Fulda, die sich laut Arnold „prächtig entwickelt hat“, muss weiterhin unterstützt werden. „Die hiesige Hochschule soll eine Außenstelle der Philipps-Universität Marburg werden. Und zwar in dem Sinne, dass die Studenten, die am Klinikum Fulda ihre klinischen Semester absolvieren, auch in der Barockstadt die Vorlesungen anhören können. „Ich möchte auch ein ,Kompetenzzentrum für Pflege’ in der Region etablieren. Dafür laufen gerade Gespräche mit der „Kerckhoff-Klinik“ in Bad Nauheim und dem Fachbereich Gesundheit der Hochschule Fulda“, so Arnold. „Bei allen Angelegenheiten, die mit Geld zu tun haben – beispielsweise der Länderfinanzausgleich – ist es gut, einen direkten Draht zum Finanzminister zu haben“, sagt der Ex-Finanzstaatssekretär. Aber auch kurze Wege in Bezug auf „Hessentag“ 2021 und „Landesgartenschau“ im Jahr 2023 in derselben Stadt schreibt Arnold sich auf seine Fahne.

„Inzwischen hat sich mit Johannes Rothmund ein vierter Bewerber für das Mandat gemeldet. Als CDU-Kreisvorsitzender bin ich neutral hinsichtlich des Gleichbehandlungs-Grundsatzes aller Bewerbungen. Als amtierender Landtagsabgeordneter aber habe ich sehr klare Vorstellungen zur Qualität meines Nachfolgers. Hier habe ich große Sympathien für die Bewerbung von Johannes Rothmund“, sagt der versierte Landtagsabgeordnete.

Auf den Vorwurf von Manns, dass die Region in Fulda nicht gut vertreten sei, reagiert Arnold jedoch unwirsch. Er habe der Kandidatin in einem Telefonat mitgeteilt, dass in den vergangenen Legislaturperioden Osthessen und Fulda durch Oda Scheibelhuber, Alois Rhiel, ihn selbst und Dr. Wolfgang Dippel „stets sehr gut vertreten“ gewesen sei. Dies habe Manns auch verstanden, so Arnold.

Mit Volldampf bis 2019

Nach dem Ausscheiden aus dem Hessischen Landtag will Arnold weiterhin auf kommunalpolitischer Ebene aktiv bleiben, unter anderem auch als osthessischer Bezirksvorsitzender. „Wir haben einige Schwerpunktthemen, darunter die Entwicklung des ländlichen Raumes, die ich als Bezirksvorsitzender in das Landtagswahlprogramm der CDU bringen möchte“, sagt der Abgeordnete. In dieser Funktion ist er am Mittwochabend bei der Delegiertenversammlung in Neuhof mit 42 von 49 Stimmen wiedergewählt worden. Als Landtagsabgeordneter will Walter Arnold bis Januar 2019 noch „mit Volldampf“ weiterarbeiten. „Vielleicht können einige meiner Projekte bis dahin umgesetzt werden“, gibt er sich hoffnungsvoll.

Dr. Walter Arnold beim „Fulda aktuell“-Redaktionsgespräch mit Bertram Lenz, Christopher

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