Mehr als nur Döner: Familie Karcabey verkauft das Arkadas

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Noch hinter dem Tresen des „Arkadas“ arbeiten die Brüder Gültekin (links) und Gazi Karcabey.

Es ist die Schocknachricht für Fans des Arkadas in Fulda: Die Familie Karcabey verkauft die Kultdönerbude.

Fulda. Mehr als nur Döner, mehr als nur eine Gast-Wirt-Beziehung, das war immer der Anspruch der Gastronomenfamilie Karcabey. Jetzt ist nach über 20 Jahren für das „Arkadas“ Schluss. Am morgigen Sonntag öffnen sich die Türen des Kult-Dönerladens in Fulda zum letzten Mal unter der Führung der Familie.

Die Erfolgsgeschichte des Döner- und Kebaphauses in der Florengasse begann 1994 an anderer Stelle. Recai Karcabey eröffnete in der Ohmstraße einen Imbiss Namens „Kapadokien“. Schnell wurde seine Begrüßung für Kunden zum Kult: „Hallo Arkadas!“ Arkadas ist türkisch und bedeutet Freund. „Für uns sind ihre Kunden zu Freunden geworden“, betont der heutige Chef Gültekin immer wieder.

Bereits mit 14 Jahren half er seinem Vater im Laden. Seit zwölf Jahren führt er das heutige „Arkadas“. Dabei unterstützen ihn Papa Recai, Mama Nezaket und sein Bruder Gazi immer fleißig. „Nur zusammen konnte das ,Arkadas’ das werden, was es heute ist“, so der Gültekin. Der Abschied von Kunden und Freunden fällt der Familie schwer. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber gesundheitlichen Probleme in der Familie zwingen uns dazu“, sagt Gültekin. Am Sonntag endet ein großer Lebensabschnitt für die Familie. Nicht selten standen sie 13 bis 14 Stunden täglich im Laden – immer für ihre Kunden da. „Wir verkaufen nicht nur Döner, wir haben eine Beziehung zu unseren Gästen aufgebaut und das war uns immer wichtig“, sagt Gültekin und berichtet, dass viele Kunden die Nachricht über den Verkauf „ihres“ „Arkadas“ sehr traurig aufgenommen hätten.

„Der neue Besitzer wird den Namen beibehalten. Aber wie er den Laden weiterführt kann ich nicht sagen“, so der Chef. Auch wie es für die Familie weitergeht, steht noch in den Sternen. „Erstmal möchten wir uns um unsere Gesundheit kümmern“, sagt er. Aber auch seine vier Kinder freuen sich darauf, mehr Zeit mit ihrem Papa zu verbringen. In der ersten Woche nach der Geschäftsübergabe wird die Familie dem neuen Besitzer unter die Arme greifen. „Danach wars das. Es ist, als würde man ein Kind verlieren“, zeigt sich Gültekin wehmütig. Mit dem „Arkadas“ in der Hand der Familie Karcabey verliert Fulda eine Vollblutgastronomen-Familie. „Wir hoffen, wir sehen unsere Kunden und Freunde dann immer mal wieder auf der Straße“, so Gültekin abschließend.

Wenn mir jemand zu Beginn meiner Redakteurskarriere gesagt hätte, dass ich mal einen Kommentar zu einer Dönerbude verfassen würde, hätte ich wohl mit dem Kopf geschüttelt. Doch der Verkauf des „Arkadas“ war für mich ein Schock. Ich verbinde mit der Gastronomenfamilie viele schöne Erinnerungen: die liebevoll gekennzeichneten Döner, da ich immer mit Sonderwünschen um die Ecke kam, oder die vielen schönen Unterhaltungen, die wir bei einem Besuch geführt haben.

Die Familie Karcabey lebt das „Arkadas“ und das merkt man bei jedem Besuch. Traurig stimmt mich der Abschied, denn nach einem langen Tag war das „Arkadas“ meine erste Anlaufstelle, leckeres Essen war meine Belohnung für getane Arbeit. Wenn ich dann total müde am Tresen der Brüder stand, verbesserte sich meine Laune schlagartig. Seit rund fünf Jahren ist das „Arkadas“ die Dönerbude meines Vertrauens. War ich anfangs sehr zögerlich, da es dort keine Knoblauch-Soße gab, konnte ich mich schnell an das Leben ohne Knoblauch im Döner gewöhnen. Denn während meiner Zeit beim „Malteser Hilfsdienst“ haben wir liebend gern unsere Pausen bei Gültekin und Gazi gemacht. Auch heute gehe ich mit Freunden und Exkollegen gerne „auf einen Döner“ in die Florengasse. Sogar meine Familie hat die Gastronomen ins Herz geschlossen. Die Freitagsabend-Tradition Essen vom „Arkadas“ muss jetzt erstmal aussetzen.

Doch ist die Entscheidung der Familie Karcabey ist völlig nachzuvollziehen. Gesundheit geht vor und die Arbeit als Gastronomen ist für diese sicherlich nicht förderlich. Ich wünsche der Familie viel Glück für die Zukunft und hoffe auf ein Wiedersehen. Ihr habt einen großartigen Job gemacht. Wir werden Euch vermissen.

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