Mehr Kranke im Landkreis: DAK- Gesundheitsreport 2018 vorgestellt

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Bei der Vorstellung des „DAK-Gesundheitsreport 2018“: Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel,Christian Beser, Prof. Dr. Robert Behr, Dr. Sebastian Gärtner  

Am vergangenen Mittwoch wurde der DAK- Gesundheitsreport 2018 im Klinikum Fulda vorgestellt.

Von Martina Lewinski

Fulda - Der Chef der „DAK-Gesundheit“ in Fulda, Christian Beser, hatte am Mittwoch zum Präventionsgespräch im Klinikum Fulda eingeladen. „In den letzten Jahren haben die Krankenhausfälle über 100 Prozent zugenommen und fast jeder Vierte ist von Rückenschmerzen betroffen“, sagte Beser. Die „DAK-Gesundheit“ untersucht in ihren aktuellen „Gesundheitsreport“ mit dem Schwerpunkt „Rätsel Rücken; warum leiden so viele Hessen unter Schmerzen?“, wie weit Rückenleiden bei Arbeitnehmern verbreitet sind.

Im Vergleich zum Vorjahr sind im Landkreis Fulda die Krankenfälle und Ausfalltage deutlich gestiegen. Laut der „DAK-Gesundheit“ waren an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 47 krankgeschrieben. Fast jeder vierte Ausfalltag erfolgte aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen. An dem Präventionsgespräch nahmen unter anderem auch der Vorstandssprecher des Klinikums Fulda, Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Prof. Dr. Robert Behr, Direktor der Neurochirurgie, und Dr. Sebastian Gärtner, Orthopäde der Unfallchirurgie, teil. Gemeinsam wurde über Ursachen, Risikofaktoren und Präventionsmaßnahmen gesprochen. Trotz Prävention und zahlreicher Gesundheitskurse leiden in Hessen 2,3 Millionen Erwerbstätige unter Rückenschmerzen. Die „DAK-Gesundheit“ befragte bundesweit 5.000 Beschäftigte zu ihren Rückenleiden. 75 Prozent aller Befragten litten im vergangen Jahr an Rückenschmerzen. Am häufigsten schmerzt bei 79 Prozent die Lendenwirbelsäule und 41 Prozent haben Probleme im Nackenbereich. „Deshalb müssen wir gemeinsam mit Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld rückenfreundlicher gestalten“, fordert Beser.

Ursachen für Schmerzen seien häufig eine unbequeme Körperhaltung beim Arbeiten, hoher Termin- und Leistungsdruck oder wenig Freude beim Erledigen der Arbeit. All diese Faktoren machten eine Krankmeldung wahrscheinlicher. „Unsere Mitarbeiter arbeiten schwer, daher ist es uns wichtig ihnen Verhaltens- und Bewegungsmaßnahmen mitzugeben. Wir bieten ihnen deshalb Kurse an. Beispielsweise, wie man richtig hebt, ohne den Rücken unnötig zu belasten “, so Menzen. Denn die große Mehrheit in Hessen melde sich trotz Rückenschmerzen nicht krank. Daher zähle ein besser gestalteter Arbeitsplatz zu einer wichtigen Präventionsmaßnahme. „Die Bevölkerung muss Rückenleiden ernst nehmen und sich motivieren, etwas dagegen zu tun. Positiv ist, dass sich die meisten Betroffenen in Hessen trotz Schmerzen bemühen sich zu Bewegen“, so Behr. Ursachen wie Stress werden in Praxen kaum thematisiert.“ Da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei Diagnosen und Behandlungen berücksichtigt werden“, forderte Beser.

Außerdem betonte Behr: „Prävention gegen Rückenleiden sollte schon viel früher beginnen. Betrachtet man den Sportunterricht in den Schulen, muss sich einiges ändern. Die Kinder brauchen eine Erziehung zur richtigen Bewegung und Ernährung“. „Je früher man Fehlhaltungen korrigiert und erkennt, um so besser für die Gesundheit“, stimmte Menzel zu. Als erste Reaktion auf die aktuelle Studie bietet die „DAK- Gesundheit“ ihren Versicherten ab sofort ein neues onlinebasiertes Rücken-Coaching an. Dort erhalten Betroffene individuelle Hilfe bei akuten oder chronischen Rückenschmerzen. Auch unter der Internetadresse www.dak.de/ruecken finden Schmerzgeplagte Infos und praktische Tipps rund um das Thema „Gesunder Rücken“.

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