Mein Name ist Bond: 007 und Schumi im Parforceritt durch die „Grüne Hölle“

Nürburgring. "Mein Name ist Bond. James Bond." So stellt sich der "Geheimagent im Auftrag Ihrer Majestät"  in seinen Filmen imm

Nürburgring. "Mein Name ist Bond. James Bond." So stellt sich der "Geheimagent im Auftrag Ihrer Majestät"  in seinen Filmen immer wieder den Kinobesuchern und vor allem seinen "Gegnern" vor,  bestellt cool einen trockenen "Martini", "geschüttelt, nicht gerührt" – und dann ist fast ununterbrochen atemberaubende Action angesagt. So wie beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Deshalb hätte man sich für dieses außergewöhnliche Event kaum einen besseren Protagonisten vorstellen können als "007", der im wahren Leben Daniel Craig heißt. Der britische Schauspieler war der Superstar unter den 1-A-Promis in der "Grünen Hölle" der Hoch-Eifel, stahl an Pfingstsonntag fast schon Michael Schumacher  die Schau.

Aber nur fast. "Schumi" drehte in seinem Silberpfeil eine Ehrenrunde über die legendäre Nordschleife, verabschiedete und bedankte sich bei seinen unzähligen Fans für die langjährige treue Unterstützung. "Ich verbinde viele schöne Erinnerungen mit dem Nürburgring und will meinen Anhängern damit eine Freude bereiten", sagte der Kerpener im Vorfeld des Events. "Das ist immer wieder ein fantastisches Erlebnis, vor allem wenn man bedenkt, dass hier der Mythos der Silberpfeile begründet wurde. Eine Runde auf der schönsten und schwierigsten Rennstrecke der Welt ist für jeden Rennfahrer ein motorsportliches Highlight." Und Höhepunkte gab es  – einmal mehr – viele beim größten Motorsport-Ereignis der Welt, das auch bei der 41. Auflage noch für Überraschungen und Novitäten gut ist. Keine Überraschung ist in aller Regel die Witterung, die in der Eifel von Schnee über Gewitterschauer bis hin zu brütender Hitze – und das mitunter in nur kurzen Wechselabständen – immer wieder für Wetter-Kapriolen sorgt. Diesmal war schon im Vorfeld die Sicht  aufgrund von Nebel derart schlecht, dass die Trainingseinheiten immer wieder unterbrochen werden mussten.  Mitunter war die "Suppe" so dicht, dass man keine 20 Meter weit sehen konnte – bei Geschwindigkeiten von weit über 200 km/h hätte Lebensgefahr für die Piloten und die mehr als 200.000 Zuschauer entlang der Strecke bestanden.  So verwunderte es nicht, dass der 41. Langstrecken-Klassikers als die ereignisreichste, aber auch kürzeste Auflage in die Annalen der Motorsport-Historie einging. In der Nacht auf Pfingstmontag wurde das Rennen für neuneinhalb Stunden unterbrochen, starke Regenfälle und dichter Nebel sorgten für einen "Break" der actiongeladenen Hatz.

Da hatte Michael Schumacher jedoch schon seine Ehrenrunde gedreht, noch trockenen und gedrosselten (Blei-)Fußes und begleitet vom frenetischen Beifall seiner Fans. "Eskortiert" wurde er dabei von den Rennfahrer-Kollegen Nico Rosberg, Karl Wendlinger, Bernd Mayländer und Bernd Schneider. Letzterer trug sich einen Tag und gut 24 Stunden später als Erster in die Siegerliste des "41. ADAC Zurich 24h-Rennens" ein, das als "kürzestes" in die Geschichte eingehen sollte. Mit der Nummer 9 fuhr das "Black Falcon Quartett" mit Schneider, Sean Edwards, Nicki Thiim und Jeroen Bleekemolen auf Platz 1. Bleekemolen hatte sich freilich schon frühzeitig vom Nürburgring verabschiedet, weil er Vater von Zwillingen wurde. "Freude hoch drei" also bei den "Schwarzen Falken". Den umgekehrten Weg gingen unter anderem Martin Tomczyk, Augusto Farfus und Mike Rockenfeller. Die drei ließen sich von der "Deutschen Tourenwagen Masters" (DTM) in England in die Eifel einfliegen. Rockenfeller füllte dabei immerhin als stolzer Sieger von "Brands Hatch" sein "Nürburgring-Team" auf.

Nicht ganz so optimal lief es beim "Bond-Team". Trotz persönlicher Unterstützung von  "007" und einer Galavorstellung von Darren Turner/Stefan Mücke/Allan Simonsen und Pedro Lamy fuhr der Aston Martin Vantage GT3  zum 100. Jubiläum der englischen Nobelmarke auf dem Nürburgring "nur" auf den zehnten Rang. "Im Angesicht des Todes" eine starke Performance" der Aston Martin-Piloten, auch wenn letztendliche für Daniel Craig nur "Ein Quantum Trost" übrig blieb.

Trostspenden könnte möglicherweise auch in den kommenden Tagen, Wochen und  Monaten angesagt sein, wenn es um das künftige Konzept für die Nutzung des Nürburg-rings  geht. "Dont sell it, save it" – unter diesem Slogan subsummierten Fahrer, Teams, Bürgerinitiativen und Zuschauer  mit Plakaten,  Aufklebern, Flugzetteln und Petitionen ihren Protest gegen einen möglicherweise überhasteten Verkauf der Rennstrecke und des "Ringwerks" an private Investoren. Ring und Region bildeten eine Einheit, die Rennstrecke müsse in öffentlicher,  zumindest dem Gemeinwohl verpflichteter Hand bleiben, lautete die Botschaft des   Bündnisses der Motorsport- und Nürburgring-Freunde. "Eine Botschaft hörte ich auch, allein mir fehlte der Glaube" – mit diesem Satz fasste "Fulda aktuell"-Objektleiter Michael Schwabe seine Eindrücke von einer Mitfahrt in einem Rennboliden zusammen. Mit angeblich "angezogener Handbremse" und "Ausreizen der Geschwindigkeitsgrenze bis allenfalls maximal 80 Prozent" (so die Einordnung der Stressfaktoren durch den Pace-Car-Piloten) fegte und schwebte er gemeinsam mit dem Hauptgewinner unserer Verlosung in einem wahren Husarenritt über die Curbs der Michael-Schumacher-Schikane, durch Hatzenbach, Flugplatz, Schwedenkreuz, Adenauer Forst, Bergwerk, Hohe Acht, Pflanzgarten und mit 300 Stundenkilometern über die Döttinger Höhe – schweißgebadet, verkrampft und blass im Gesicht, aber hocherfreut "Im Angesicht des Todes" diesen Ritt durch die "Grüne Hölle" der Eifel  überlebt zu haben. Da konnte nur "Ein Quantum Trost" von Bond, James Bond, das Herzrasen von Schwabe, Michael Schwabe,  ein wenig dämpfen...

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