Meinungs-Quartett: "Rainbow Looms"

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Bunte Bändchen aus tausenden von Gummis - sind "Rainbow Looms" eher Fluch oder Segen? Oder nur ein flüchtiger Trend?

Schützt unseren Nachwuchs

Was ist das Kostbarste in unserer Gesellschaft? Es sind unsere Kinder! Deshalb müssen wir unseren Nachwuchs schützen, wo immer es nötig und möglich ist. Die Kids sind nach wie vor die schwächsten Glieder, verfügen in vielen Bereichen über einen nur unzureichenden oder gar keinen "Schutzschirm". Von optischer, akustischer und geistiger "Umweltverschmutzung" in den täglichen Schmuddel-Soaps gequält, werden sie zudem noch real durch allerlei Schund vergiftet beziehungsweise piesaken  sich selbst. Dazu zähle ich auch den aktuellen Trend der Loom-Bänder. Muss man denn jeden Blöd- und Schwachsinn mitmachen, der  – diesmal aus China – nach Europa schwappt?  Wenn schon die Eltern nicht imstande sind, ihre Kinder zu schützen, dann muss eben der Gesetzgeber durch entsprechende Vorgaben eingreifen.

Gefährlicher Trend?

Ich muss sagen, dass ich zweigeteilter Meinung bin, was diese Loom-Bändchen angeht. Natürlich ist es auf der einen Seite eine sinnvolle und kreative Beschäftigung für Kinder und sicherlich tausend Mal besser als fernzuschauen, auf der anderen Seite aber auch Geldmacherei. Die jüngste Tochter meines Mannes, die dem Trend mit den Bändchen vollkommen verfallen ist, hat neulich eine dünne Zeitschrift mitgebracht, die satte 2,99 Euro gekostet hat. Darin zu finden: Anleitungen für Bändchen, Taschen und Blütenringe. Blöd nur: Die Anleitung für den Blütenring stimmte schon mal nicht, sodass ein "YouTube"-Tutorial-Video helfen musste.Bedenklich finde ich natürlich, dass in den Fälschungen der Gummi-Bändchen gefährliche Weichmacher enthalten sind, die giftig für Kinder sein können.

Bezahlbar und bunt

Meine Tochter beschenkt alle Freunde und Verwandten seit Wochen mit bunten Armbändchen und Ketten, die aus den "Rainbow Looms" zusammengeknüpft sind. Sie hat viel Spaß daran und kann sich stundenlang damit beschäftigen. Ich finde nichts Schlimmes an den Dingern, auch wenn die Produkte schon mehrere Dosen füllen. Ich halte die Looms für eine nette und nicht zuletzt kreative Freizeitbeschäftigung, die derzeit absolut "in" ist – sogar der Papst hat eines. Doch der Hype um die bunten Gummis wird bald verebben und etwas Neues wird die Welt erobern. Wer weiß, was das sein wird. Und so bin ich noch ganz zufrieden, dass diese Loomie-Manie bezahlbar ist, sie hübsch aussehen und die Ergebnisse Bestand haben – zumindest so lange, bis die  Gummiringe spröde werden.

Unnötige Panik

In den letzten Tagen häufen sich die Horror-Geschichten um die "Rainbow-Loom”-Gummibändchen. Von fast abgestorbenen Fingern, Möglichkeiten des Erstickens und gefährlichen Weichmachern ist da zu lesen. Allerdings verstehe ich die Panik um die Gefahren der Gummi-Bändchen nicht.­­­ Gegenstände aus Gummi können also Weichmacher enthalten, Finger oder andere Körperteile sterben ab, wenn man die Bänder zu fest darum schnürt und Kleinkinder können ersticken, wenn sie die kleinen Dinger verschlucken – wer hätte es gedacht. Jetzt mal ehrlich: Diese ganzen Dinge haben doch nichts mit den "Rainbow-Loom” Gummis per se zu tun, sondern können auch bei anderen Bändern oder Plastikgegenständen auftreten. Es gilt also wie immer: Eltern sollten aufpassen was sie kaufen und wie ihre Kinder damit spielen.

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