Meinungsquartett: Fahrradhelm - ja oder nein?

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Keine Helmpflicht: Die Redaktion diskutiert über die Entscheidung des Bundesgerichtshofes.

Falsches Signal des Gerichts

Ich empfinde das Urteil des Bundesgerichtshofes als falsches Signal. Es stellt den Fahrradhelm-Verweigerern einen Freibrief, einen Persilschein aus, und liefert ihnen Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe für das Nichttragen des mitunter schwere, ja lebensbedrohliche Verletzungen vermeidenden Kopfschutzes. Schon zweimal mussten die bundesdeutschen Richter und Politiker quasi von der Versicherungswirtschaft "angetrieben" werden, sinnvolle Gesetzesvorlagen zu formulieren: bei der Gurtpflicht für Autofahrer und bei der Helmpflicht für Motorradfahrer. Und stellt heute noch jemand diese Errungenschaften wirklich in Frage? Manche müssen eben zu ihrem Glück gezwungen werden, und wenn die Einsicht zum Helmtragen nicht bei Allen vorhanden ist, dann muss eben mit Sanktionen nachgeholfen werden.

Fahrradhelme - die kleinen Lebensretter

Ich bin schon als Kind immer sehr viel und sehr gerne Fahrrad gefahren. Aber, um ganz ehrlich zu sein, ich kann mich nicht dran erinnern, dabei einen Helm getragen zu haben. Ich weiß, dass ich einen pinken Helm hatte, aber getragen habe ich den nicht wirklich. War irgendwie peinlich. Heutzutage fahre ich mit Helm und finde das mittlerweile auch extrem wichtig. Ich habe einen Bekannten, der mal einen Fahrradunfall hatte und nur, weil er einen Helm getragen hatte, ist ihm nichts weiter passiert. Der Helm war danach hinüber.Ich denke, eine allgemeine Pflicht für Fahrradhelme wäre sinnvoll, da so sicherlich der ein oder andere Unfall weniger fatal ausgehen würde. Außerdem wären so auch die Erwachsenen ein Vorbild für Kinder.  Und: Heutzutage sind Fahrradhelme ja zum Teil sogar richtig schick und gar nicht mehr peinlich.

Appelle an den Menschenverstand

Fahrradhelme erhöhen die Sicherheit des Radfahrers. Das ist unbestritten. Doch eine allgemeine Pflicht für alle Fahrradfahrer sollte es nicht geben. Wie beim Rauchen oder der Ausübung von Extremsportarten liegt es im Ermessen jedes einzelnen Menschen, wie er für seine eigene Sicherheit sorgt und welche Risiken er bereit ist einzugehen. Überspitzt: Die Politikkönnte versuchen, allen Cabriolet-Fahrern eine Helmpflicht aufzudrücken. Denn diese sind durch weniger Blech über dem Kopf bei einem Unfall auch weniger geschützt. Wer verantwortungsvoll handeln will, sollte zumindest bei seinen eigenen Kindern auf den Radler-Helm achten. Ich befürchte, dass durch eine Helmpflicht die Zahl der Freizeit-Radler sinken könnte. Man muss nicht alles reglementieren und verordnen. Appelle an den Verstand können mehr bewirken als Verbote.

Richtige Entscheidung

Wenn ich mal mit dem Fahrrad unterwegs sein sollte, was ja schon selten genug vorkommt, habe ich auch keinen Helm auf. Ich glaube, ich besitze nicht mal einen Fahrradhelm. Natürlich ist mir bewusst, dass mich ein solcher im Falle eines Unfalls vor schwereren Verletzungen bewahren kann, trotzdem steige ich grundsätzlich ohne auf das Rad. Das sich der Bundesgerichtshof gegen eine Helmpflicht entschieden hat, ist meiner Meinung nach richtig. Fahrradfahren ist keine Risikosportart und auch andere Sportarten, bei denen man sich durchaus gleich schwere  Verletzungen zuziehen kann, zum Beispiel beim Inline skaten. Auch hier gibt es keine Helmpflicht, warum also beim Radfahren? Jedem ist das Risiko bei einem Unfall bewusst. Man muss auch nicht alles gesetzlich regeln.

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