Mekka der Segler

Wasserkuppe. Nach dem dritten gültigen Wertungsrennen am Mittwoch dieser Woche stand fest: Der vierte internationale Segelflug Grandprix auf der Wass

Wasserkuppe. Nach dem dritten gültigen Wertungsrennen am Mittwoch dieser Woche stand fest: Der vierte internationale Segelflug Grandprix auf der Wasserkuppe ist gültig und somit auch der gesamte Wettbewerb. Roland Stuck war die Freude anzusehen.

Wir sitzen im Café und ich erfahre, dass Stuck in Mühlhausen geboren ist, in Strasbourg lebt und als "Vater der Grandprix Bewegung" gilt! Sein großes Anliegen ist, den Segelflug weltweit noch populärer zu machen und zu zeigen, dass dieser Sport mehr bedeutet, als mit dem Flugzeug nur schöne  Kreise am Himmel zu ziehen. Der Grandprix ist aggressiver, spektakulärer – zieht die Zuschauer in seinen Bann.

Aber: Strenge Sicherheitsbedingungen sind genauso sorgfältig zu beachten wie das Reglement während eines solch‘ atemberaubenden "Rennens in der Luft". Ein bemerkenswerter Mann, dieser Franzose. Eine ganz andere Biographie schreibt Raymond Kleber, den ich etwas später in Hangar 7 am Tower treffe. "Nice to meet you!", begrüßt er mich, obwohl sein Deutsch ausgezeichnet ist. Mister Kleber war 1969 direkt von Vietnam auf die Wasserkuppe versetzt worden. Hier wurde er Kommandeur der 616th AC&W Squadron und verantwortlich für 500 Leute.

Die Aufgabe des Colonel "Ray" Kleber war die Sicherung des Luftraumes durch Radargerät. Aber auch zur Gestaltung der Start- und Landebahnsituation damals, hat der mehrfach ausgezeichnete Freund der Wasserkuppe in seiner Dienstzeit von 1969-1973 seinen Beitrag geleistet. Heute lebt "Ray" in North Carolina (USA) und kommt mit seiner Frau jedes Jahr und diesmal selbstverständlich als Ehrengast auf die Wasserkuppe.

Karl Senne bestellt sich einen Kaffee, ich nehme Mineralwasser. Muss man die Reporter- und Moderatorenlegende überhaupt vorstellen? "Es gibt kaum eine Sportart, die ich nicht betrieben habe", schmunzelt er mir entgegen. Als junger Leichtathlet lief er 10,8 auf 100 (seine Ausdrucksweise). Mit Reinhold Messner ging es den Ortler hinauf, nachdem der berühmte Bergsteiger den vierzehnten Achttausender bezwungen hatte. Hockey habe er gespielt und Autorennen gefahren. Auf dem Nürburgring – immer wieder durch die "Grüne Hölle"! 1961, damals beim WDR tätig, machte er für die ARD einen Film über die Deutsche Meisterschaft im Segelfliegen. 1968 erwarb er den Motorflugschein, ab 1978 dann betrieb Senne aktiv den Segelflugsport – bis heute. Aus Liebe zu diesem anspruchsvollen Sport ist er besonders gern auf die Wasserkuppe gekommen, um gemeinsam mit anderen Kollegen diesen besonderen Event die ganze Woche hindurch zu moderieren, die besten Piloten der Welt zu treffen und einen aufregenden Segelflug Grandprix zu erleben.

Roland Stuck von der Fédération Aéronautique Internationale FAI, die Veranstalter des Grandprix ist, meinte in unserem Gespräch: "Das vierte Weltfinale im Segelflug musste auf der Wasserkuppe stattfinden. Sie ist nunmal das Mekka des Weltsegelfluges!" Ich glaube, dass würde auch Karl Senne so unterschreiben, der nach unserem Gespräch zu einem Interview mit dem ZDF eilte.

Eine absolute Topleistung rund um den gesamten Segelflug- und Grandprixbetrieb, besonders die Professionalität der "Schlepps" der qualifizierten Top-Piloten in den "Himmel hinein", liefert die Crew der Flugschule Wasserkuppe ab. Das muss man einfach so sagen. Auch heute, Donnerstag, dem 28.07.2011 haben die Veranstalter Glück mit dem Wetter. Es wird gestartet und ein weiterer Sieger ermittelt. Die Rhön erlebt mit dem hundertjährigen Jubiläum des Berges der Flieger und dem internationalen Grandprix eine besondere Attraktion, die unvergessen bleiben wird.

(Text & Fotos: Klaus W. Sitzmann)

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