Menschen mit Handicap helfen Flutopfern

Caritas-Vorstandsmitglied Ansgar Erb, Angelo Cannizzo von der „VVM GmbH“, Albert Wiegand und Matthias Hornung von der Caritas-Werkstatt in Neuenberg sowie Katastrophenhelfer Wilhelm Hartmann, von links.
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Caritas-Vorstandsmitglied Ansgar Erb, Angelo Cannizzo von der „VVM GmbH“, Albert Wiegand und Matthias Hornung von der Caritas-Werkstatt in Neuenberg sowie Katastrophenhelfer Wilhelm Hartmann, von links.

Die Flutkatastrophe im Sommer 2021 in Teilen Nordrhein-Westfalens und Rheinland-Pfalz‘ hat die Menschen in Deutschland und darüber hinaus schockiert. In den betroffenen Gebieten kämpfen die Menschen noch immer mit den Folgen, rund 9.000 Haushalte sind im Ahrtal derzeit noch ohne Strom und Heizung.

Fulda Einen Beitrag zum Wiederaufbau leistet die Caritas-Werkstatt für Menschen mit Handicap in der St.-Vinzenz-Straße in Fulda-Neuenberg. Die Firma „VVM GmbH“ aus Fulda, die Komplettanbieter für Elektro- und Installationsmaterial ist, hat die Caritas-Werkstatt beauftragt, das gespendete Material für die Flutopfer zu verpacken.

Schalterdosen und Hohlwanddosen werden in Fulda sortiert und für den Versand vorbereitet. Damit leistet die Caritas nicht nur Hilfe für das Ahrtal, sondern trägt auch einen Teil zum Umweltschutz bei: Denn das Material musste in einem Baumarkt wegen einer Markenänderung abgeschrieben werden, so dass die Dosen normalerweise im Müll gelandet wären.

Die „VVM GmbH“ lenkte an dieser Stelle jedoch ein: Warum originalverpacktes, voll funktionsfähiges Material in Zeiten von Materialknappheit einfach so wegwerfen? An anderer Stelle wird dies dringend benötigt. So kam die Idee, das Material in der Caritas-Werkstatt neu verpacken und versandbereit machen zu lassen.

„In unseren Werkstätten bieten wir Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, einen Weg ins Arbeitsleben zu finden und Qualifikationen für dieses zu erlangen. Dies ist sehr wichtig für sie, um einen strukturierten Alltag zu erlangen und sich selbst als Teil der Gesellschaft wahrzunehmen. Durch die Zusammenarbeit mit Firmen aus der Region kann das gelingen“, sagt Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch. „Wenn sie mit ihrer Arbeit auch noch etwas Gutes tun, macht es noch mehr Freude. Und der Umweltaspekt spielt für uns immer eine große Rolle. Wir waren direkt begeistert vom Vorschlag der ,VVM‘“, sagt Markus Reiter, Caritas-Ressortleiter Behindertenhilfe. Der Auftrag der „VVM GmbH“ ist in seinen Augen deshalb eine überaus lohnende Kooperation für alle Beteiligten.

Das Material für die Elektroinstallation wird in der Caritas-Werkstatt in Neuenberg nicht nur sortiert und neu verpackt, sondern auch direkt auf Paletten versandfertig gelagert. Anschließend hilft eine weitere Firma aus der Region: Die „Gärtnerei Hartmann“ aus Fulda bringt die Paletten in ein Baustoffzelt in Walporzheim, von dort aus werden die Haushalte im Ahrtal mit den Schalterdosen versorgt. So gingen insgesamt acht Paletten mit wertvollem Material auf die Reise. „Wir und unsere Mitarbeitenden wünschen den Menschen in den betroffenen Gebieten alles Gute und viel Kraft. Wir freuen uns, dass wir mit der Arbeit in unserer Werkstatt einen kleinen Beitrag zur Katastrophenhilfe leisten können“, so Caritasdirektor Juch. 

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