Michelsrombach: Ein Dorf im Land der Buchfinken

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Unsere Serie "Kleines Dorf ganz groß": Michelsrombach - viel Wald, eine Autobahn und die Grenze zum Vogelsberg.

Hünfeld - Die Gemarkung Michelsrombach ist die größte im Hünfelder Stadtgebiet.  Viel Wald und Feld umgibt das Dorf, das heute 1.150 Einwohner zählt. Direkt an der A7 entstand vor rund 14 Jahren das Logistikgebiet „Hessisches Kegelspiel“. „Der Name war von uns nicht so gewollt. Von dort aus sieht man das Hessische Kegelspiel nicht einmal“, sagt Ortsbeiratsmitglied Hermann Jahn. „Unser Vorschlag war, das Logistikgebiet ,Buchfinkenland’ zu nennen“, fügt Ortsvorsteher Stefan Eckart hinzu. Denn in Michelsrombach befindet man sich inmitten des „Buchfinkenlandes“, das seinen Namen einem großen Vorkommen dieser Vögel verdankt.

Man habe sogar überlegt, eigene Ortsschilder mit dieser Bezeichnung aufzustellen. „Die Idee entstand, als unsere Nachbarn im ,Kiebitzgrund’ das machten. Als ,Hessen mobil’ verbot, solche Schilder aufzustellen, haben wir es auch gelassen. Entwürfe gab es allerdings schon“, sagt Eckart.

An der Kreisgrenze

Michelsrombach wurde im Jahr 852 erstmals urkundlich erwähnt. „Der Name Rombach, der vom gleichnamigen Bach kommt, wurde bereits 801 genannt“, so Karl Fey vom ortsansässigen Heimat- und Geschichtsverein. Michelsrombach liegt an der Grenze zum Vogelsberg. Das namensähnliche Fraurombach gehört bereits zu Schlitz. Oberrombach, das in Richtung Hünfeld liegt, gehört ebenfalls zur Stadt Hünfeld, der Michelsrombach im Jahr 1971 eingegliedert wurde.

Busse verbesserungswürdig

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten etwa 800 Menschen in dem Dorf. Danach kamen viele Heimatvertriebene und heute leben viele junge Familien dort. Ein Neubaugebiet ist derzeit ausgewiesen, ein weiteres könnte entstehen, wie Eckart sagt. Im Öffentlichen Personennahverkehr ist Michelsrombach an die Buslinie 73 angeschlossen und auch ein „Bürgerbus“ mit ehrenamtlichen Fahrern befördert vor allem Senioren mehrmals pro Woche zum Einkaufen oder Arztbesuchen in die Stadt. „Mit dem ÖPNV kommt man aber kaum von einem Ort zum anderen“, bemängelt Ortsbeiratsmitglied Steffen Friedel. „Ins benachbarte Fraurombach, das nur vier Kilometer entfernt ist, müsste man über Hünfeld und Fulda fahren“, sagt sein Kollege Jahn. „An einem Tag hin und zurück schafft man mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht“, bekräftigt er. Das Logistikgebiet direkt an der A7 besteht seit dem Jahr 2004. Bereits vier Jahre vorher hatte der damalige Ortsbeirat dem Hünfelder Bürgermeister Eberhard Fennel die ersten Pläne vorgelegt. Heute haben sich mehrere Logistiker aufgrund der günstigen Lage dort angesiedelt.Auch ein großes Lebensmittelunternehmen aus Fulda plant, dort ein Lager zu bauen.

Mit den ansässigen Firmen hoffen die Michelsrombacher auf eine Erhöhung der Arbeitsplätze im Ort. „Dann würde sich vielleicht auch wieder ein Supermarkt gebaut werden“, hofft Jahn. „Früher gab es vier Läden und zwei Banken hier“, erinnert er sich. „Und heute haben wir noch einen Bauernladen mit Metzger. Alles andere muss man in Hünfeld erledigen“, bedauert das Ortsbeiratsmitglied. Das eigene Logistikgebiet bemerken die Michelsrombacher kaum, dafür aber das aus dem benachbarten Fraurombach. „Da fahren viele Laster an uns vorbei“, sagt Friedel. Dieser zunehmende Lkw-Verkehr sei der Grund gewesen, ein eigenes Logistikgebiet zu planen, um die Michelsrombacher zu entlasten, so der Ortsvorsteher Eckart.

Reges Vereinsleben

Das Vereinsleben in Michelsrombach ist rege. Rund 60 Veranstaltungstage pro Jahr werden von den Mitgliedern organisiert. Eines der größten ist die Kirmes, die gerade wenige Wochen her ist. „Die außergewöhnlich hohen Hüte der Kirmesburschen erklären sich dadurch, dass früher auf Kirmessen auch Blumen geschossen wurden, die an den Hut gesteckt wurden“, sagt Fey. Die Michelsrombacher scheinen gut im Schießen gewesen zu sein, sodass die Hüte größer werden mussten, um die Blumen anstecken zu können.

Kirmes und mehr

Ein Großteil der Michelsrombacher ist in den Vereinen von der Feuerwehr über den Gesangverein bis hin zu Kolping, „KfD“ und Schützenverein organisiert. „Wir feiern jedes Jahr vier bis fünf Tage Fastnacht“, erzählt Eckert. „Bierfest“, „Backhausfest“, „Kallbachfest“, „Wurstschießen“ oder „Weinfest“ sind weitere Events im Dorfleben. Vor zwei Jahren hat die Dorfgemeinschaft ein Oldtimertreffen ins Leben gerufen.

Der Staatsforst Michelsrombacher Wald, der bis nach Fulda und Schlitz reicht, gehört nur zum Teil zur Gemarkung Michelsrombach. Viele Spaziergänger nutzen die „Grüne Lunge“ und zwei Quellen im unter Naturschutz stehenden Breitbachtal versorgen unter anderem die Stadt Hünfeld mit Trinkwasser. „Früher war Michelsrombach dafür bekannt, dass es viele Wilderer und Holzdiebe gab“; sagt der Heimatforscher Fey,. der gerade am zweiten Band seiner chronologischen Historie über die Michelsrombacher Häuser und Gehöfte arbeitet. Der erste Teil, der laut Fey auch viele jüngere Dorfbewohner interessiert, kann über den Heimat- und Geschichtsverein bezogen werden.

Auch wenn der Vogelsberg nicht weit entfernt ist, so fühlen sich die Michelsrombacher doch „definitiv dem Fuldaer Land zugehörig“, so Ortsvorsteher Eckart, der das Amt seit vier Jahren inne hat. Er hofft, dass „sein“ Ort weiterhin von Windkraftanlagen „verschont bleibt“ und sich durch das Logistikgebiet Möglichkeiten zur Weiterentwicklung ergeben. Froh ist er darüber, dass es noch die Grundschule, zu der Kinder aus sechs Ortsteilen kommen, sowie eine Kindertagesstätte mit vier Gruppen sowie die von der Kirche initiierte Gruppe „Spatzennest“ gibt.

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