Morgen ist Europawahl: 410 Millionen Menschen sind aufgerufen

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Hessen. Thomas Mann (CDU), Margarete Ziegler-Raschdorf (CDU), Martina Werner (SPD) und Udo Bollmann (SPD) sind die hessischen Spitzenkandidaten.

Europa. Morgen dürfen alle Europäer, die in Deutschland leben, ihr Parlament wählen. Bereits seit Donnerstag wird in einigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gewählt.

Seit 1979 finden die Europawahlen statt. Aufgrund des damals und auch in den Folgejahren kaum mit Kompetenzen ausgestatteten Parlaments nahmen die Europawahlen, die alle fünf Jahre stattfinden, in nahezu allen Mitgliedsstaaten eine geringere Rolle ein als die Wahlen der nationalen Parlamente.

Die Wahlbeteiligung sank kontinuierlich. In der Bundesrepublik Deutschland sank sie von 65,7 Prozent in 1979 auf 43,3 Prozent vor fünf Jahren. Europaweit sank die Beteiligung von 63 Prozent vor 35 Jahren auf 34 Prozent in 2009. Das derzeitige Europäische Parlament hat 754 Mitglieder, darunter 99 deutsche Abgeordnete. Insgesamt gehören die Mitglieder 150 nationalen Parteien an, die auf europäischer Ebene zu zehn Parteien zusammengefasst sind. Die Europawahl 2014 ist die erste, bei der die Mandate nach dem "Vertrag von Lissabon" – einer Weiterentwicklung des EU-Verfassungsvertrages – verteilt werden.

Die Anzahl der Abgeordneten erhöht sich durch die Vergrößerung des Parlaments, so dass nun die Mitgliedsstaaten 18 zusätzliche Abgeordnete entsenden können. Maximal 96 Parlamentarier pro Land dürfen ins Parlament einziehen. Deutschland jedoch behält seine derzeit 99 Sitze.

Als Spitzenkadidaten der "großen" Parteien treten Jean-Claude Juncker (59) für die "Europäische Volkspartei" (EVP, Christdemokraten) und Martin Schulz (58) für die SPD (Sozialisten) an. Rund 410 Millionen Menschen sind zur Wahl aufgerufen.

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Sie treten an EU-Spitzenkandidaten von CDU und SPD

Nord-/Osthessen. Für die Region sind derzeit vier kandidaten auf zahlreichen Wahlplakaten zur Europawahl zu sehen. Thomas Mann und Margarete Ziegler-Raschdorf (beiden CDU) sowie Udo Bollmann und Martina Werner (beide SPD) möchten ins Europäische Parlament gewählt werden beziehungsweise Mitglieder bleiben.  Auf dem hierzulande geltenden Wahlzettel sind alle Parteien außer der CDU mit bundesweiten Listen vertreten. Lediglich die Christdemokraten sind mit den hessischen Kandidaten aufgeführt.

Der Spitzenkandidat der hessischen CDU, Thomas Mann, ist seit 1994 Mitglied des Europaparlaments. Er wurde am 28. Januar 1946 in Naumburg/Saale geboren und lebt heute in Schwalbach am Taunus. Mann ist gelernter Industriekaufmann. Er arbeitete zwei Jahrzehnte in der Werbung als Texter, Konzeptioner und Kreativ-Direktor.

Margarete Ziegler-Raschdorf (CDU) war von 2004 bis 2009 Mitglied des Hessischen Landtages. Sie ist verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie ist Juristin und derzeit "Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler". Sie ist zudem kommunalpolitisch aktiv.

Martina Werner (SPD) ist die Kandidatin, die in Nord- und Osthessen antritt, da Barbara Weiler für die morgen stattfindende Europawahl nicht mehr antritt. Nach dem Abitur und einer Ausbildung zur Hotelkauffrau studierte sie Wirtschaftswissenschaften mit dem Abschluss Diplomökonomin in Kassel. Dort war sie von 1989 bis 1992 Stadtverordnete. Neben kommunalpolitischen Ämtern ist sie seit 2003 stellvertretende Bezirksvorsitzende der SPD Hessen Nord.

Udo Bollmann arbeitet seit 1999 als hessischer Abgeordneter für die SPD im Europäischen Parlament. Er betreut die Region zwischen Lauterbach und Lorsch. Von 1998 bis 1999 war er an der "Justus-Liebig-Universität" in Gießen als Hochschuldozent und "Jean-Monnet-Professor" für Europastudien tätig. Er wurde am 8. Juni 1956 in Gießen geboren.

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