Hand in Hand zum Gemeinschaftswerk

An dieser Wand auf dem Gelände der Adolf-von-Dalberg-Schule werden ab 1. April die sechs Fliesen zu sehen sein. Beim Ortstermin dabei waren (von links): Schulleiter Klaus Niesel, Anja Roßmann, stellvertretende Vorsitzende des „Kinderschutzbundes Fulda“, Vorsitzende Ulrike Westphal-Geiger, Mosaikkünstlerin Andrea Bäuml, Betreuungskraft Kimberly Diaz und Christian Leinweber vom Gebäudemanagement der Stadt Fulda.
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An dieser Wand auf dem Gelände der Adolf-von-Dalberg-Schule werden ab 1. April die sechs Fliesen zu sehen sein. Beim Ortstermin dabei waren (von links): Schulleiter Klaus Niesel, Anja Roßmann, stellvertretende Vorsitzende des „Kinderschutzbundes Fulda“, Vorsitzende Ulrike Westphal-Geiger, Mosaikkünstlerin Andrea Bäuml, Betreuungskraft Kimberly Diaz und Christian Leinweber vom Gebäudemanagement der Stadt Fulda.

Mosaikprojekt des „Kinderschutzbundes Fulda“ wird am 1. April vorgestellt

Fulda .Kinder und Jugendliche haben gerade in diesen von der Pandemie geprägten Zeiten sehr viel einstecken müssen. Insgesamt finden die Deutschen, dass Kinderinteressen hierzulande entschieden zu kurz kommen. Das ergab eine repräsentative aktuelle Umfrage, die das „Deutsche Kinderhilfswerk“ in Auftrag gegeben hatte und aus der am Mittwoch die „Welt“ zitiert.

Ist Deutschland ein kinderfreundliches Land? Dieser Aussage stimmt nur noch eine Minderheit von 48 Prozent der von „Forsa“ befragten Erwachsenen zu. 2015 waren es noch 58 Prozent und 2018 immerhin 56 Prozent. Besonders groß ist die Diskrepanz bei den Themen Gewaltschutz und Armutsbekämpfung.

Als „die Lobby für Kinder“ und als Anlaufpunkt bei allen möglichen Problemen verstehen sich die Mitglieder des „Fuldaer Kinderschutzbundes“, deren Arbeit man auf folgenden Nenner bringen kann: Unterstützen, entlasten und fördern. Hauptsitz des Vereins ist das Büro in der Magdeburger Straße 17, von wo aus die vielschichtigen Aktivitäten der ehrenamtlich Tätigen für Stadt und Kreis Fulda gesteuert werden.

Im Mittelpunkt steht der Einsatz für die Rechte von Kindern und Jugendlichen, denen hinreichend Möglichkeiten und Chancen gegeben werden, ihre Fähigkeiten zu entfalten. Dass dabei mitunter viele Hände an einem Strang ziehen, beweist ein Projekt, das mit Schülerinnen und Schülern der Fuldaer Adolf-von-Dalberg-Schule und der Mosaikkünstlerin Andrea Bäuml aus dem Schlitzer Stadtteil Rimbach in den Herbstferien durchgeführt wurde. Doch davon später mehr.

Aktiv seit 2002

Den Kreis- und Ortsverband Fulda des „Kinderschutzbundes“ gibt es seit 2002, und seit dieser Zeit konnten viele Projekte realisiert werden. Immer geleitet von dem Grundgedanken, der übereinstimmt mit der UN-Kinderrechtskonvention. Deren Leitsätze sind beispielsweise das gewaltfreie Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen und das Bemühen, allen gleiche Bildungschancen zu verschaffen.

Vorsitzende Ulrike Westphal-Geiger und ihre Stellvertreterin Anja Roßmann betonen im Gespräch mit FULDA AKTUELL, dass während der Pandemie gerade der Beratungsbedarf von Eltern stark gestiegen sei. Erste Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bieten das täglich geschaltete „Kinder- und Jugendtelefon“ 116111 sowie eben das „Elterntelefon“ 0800/1110550. Diese Angebote sind niederschwellig und anonym und geben Ratsuchenden die Möglichkeit, sich zu sammeln und zu orientieren. Vorsitzende Westphal-Geiger: „Das Telefon ist bundesweit geschaltet und Fulda in Hessen der einzige Standort, der beide Telefone besetzt. Hierzu bilden wir in der Regel jährlich neue Beraterinnen und Berater in Lehrgängen von 60 bis 80 Stunden aus“. Derzeit werden noch Interessierte gesucht: Ein Infoabend findet am kommenden Dienstag, 22. Februar, statt. Auskünfte gibt es unter der Telefonnummer 0661/ 9016551.

2014 wurde vom Vorstand des Kinderschutzbundes die Aktion „DeutschlandLotsen“ gegründet, bei der eine Familie aus Fulda eine geflüchtete Familie beispielsweise bei der Arbeitsplatz- oder Wohnungssuche unterstützt. Die Idee war, dass Mütter und Väter genauso wie ihre Kinder in Schule oder Kindergarten an die Hand genommen und durch das Leben in Deutschland gelenkt werden müssen. Dies habe regen Anklang gefunden. Westphal-Geiger: „Die Familien partizipierten an den Netzwerken ihrer Patenfamilien. Der Erfolg dieser Aktion zeigt sich auch darin, dass der Landkreis das Projekt übernommen hat und es nun als ‚Intergrationlotsen‘ weiterführt“.

Aus der Begleitung der geflüchteten Familien ergab sich die Erkenntnis, dass die Mütter meist zu wenig Deutsch gelernt haben und nur die Väter zur Arbeit gehen. Aus diesem Grund gibt es das „Intercafé Hallo Frauen“, wo sich die Frauen treffen und je nach Bedürfnissen Expertinnen wie Ärztinnen, Pädagoginnen und Psychologinnen einladen oder kulturelle Erlebnisse planen.

Schulische Arbeit

Zurück zur anfangs erwähnten Aktion: Ein wichtiger Kooperationspartner für den Verein ist die Adolf-von-Dalberg-

Schule. „Hier sind sechs pädagogisch geschulte Mitarbeiter für die Kinder da und führen im Rahmen der Betreuung unterschiedliche Projekte wie Essensbegleitung, Zähneputzen, individuelle Förderung oder auch Museumsbesuche durch“.

Ganz aktuell ist „bunt is(s)t gesund – regional ist genial“, wo den Kindern und ihren Eltern über vier Grundschuljahre Basiswissen von gesunder und nachhaltiger (regional erzeugter) Ernährung nahegebracht wird.

In den Ferien steht für Kinder und Jugendliche (sechs bis 14 Jahre) die Ferienbetreuung an. Von 7.30 bis 17 Uhr erleben die Kinder aktive Tage, die je nach Jahreszeit unter einem anderen „Stern“ stehen. Neben Museumsbesuchen und Besuchen in der Landesbibliothek gibt es ein buntes Angebot mit Sport, Spiel, Spaß und Ausflügen in den Sommerferien. Westphal-Geiger: „Uns ist es wichtig, dass die Kinder etwas erleben und somit auch etwas zu den Berichten von Ferienerlebnissen beitragen können“.

In den Herbstferien gab es nun ein ganz besonderes Kunstprojekt, zu dessen Gelingen Viele beigetragen haben: Unter Anleitung von Andrea Bäuml fertigten die Kinder sechs 40x60 große Mosaike, die eine Wand auf dem Schulgelände zieren werden.

Beteiligt an dem Erfolg waren neben den kleinen Künstlern und Bäuml das Architekturbüro „Reith & Wehner“, die Stadt Fulda mit Christian Leinweber vom Gebäudemanagement, der städtische Betriebshof, der den Unterbau für die Fliesen schuf, die Firma „Fliesen Münkel“ aus Hünfeld, die die Fliesen spendete, und „Raiffeisen“. Am Mittwoch gab es einen Ortstermin, denn die Vernissage soll am 1. April sein.

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