Aus Müll wird Kunst

Fulda. Mit einer kleinen Kunstausstellung ist das Projekt "Upcycling" von Carisma und der Hochschule Fulda zu Ende gegangen.

Fulda. "Fast schon eine kleine Tradition" nannte Einrichtungsleiter Stefan Schwobe von den Carisma-Werkstätten für psychisch kranke Menschen anlässlich der Zusammenkunft zum Projektabschlusses die Kooperation der Carisma mit der Hochschule Fulda: Im Wintersemester hatte unter der Überschrift "Aus Müll wird Kunst" eine Studentengruppe des Fachbereichs Sozialwesen der Hochschule Fulda mit Werkstattmitarbeitern der Caritas-Einrichtung in Fulda-Maberzell durch kreatives "Upcycling" Kunstwerke aus Werkstattabfällen gefertigt.

Im Rahmen der kleinen Abschlussfeierstunde wurde das Projekt nochmals von Prof. Dr. Anne Lützenkirchen und Sozialpädagogin Gabriele Moll aus dem Carisma-Team vorgestellt. Auch wurden Sinn und Nutzen des "Upcyclings" erläutert, bei dem Abfälle durch Überführung in einen neue Funktion anders als beim Recycling ihren Wert beibehalten oder womöglich sogar steigern. Anschließend präsentierten die Arbeitsgruppen ihre Kunstwerke, die im Rahmen der Zusammenkünfte während der Projektphase entstanden waren: ein Jahreszeitenkalender in Form einer drehbaren Säule, ein Leuchtturmmodell, ein menschengroßer Weihnachtsengel oder auch eine Kollage zum Caritas-Thema "Der Mensch im Mittelpunkt". Verarbeitet wurden Papier, Pappe, Plastik- und Holzabfälle, aber auch Metallreste und Naturstoffe wie zum Beispiel Muschelschalen und gepresstes Herbstlaub.

Die Kooperation der beiden Institutionen ermöglicht es den Studenten, ihre sozialpädagogischen Studien durch praktische Einsätze zu ergänzen, denn – so Prof. Lützenkirchen – "einerseits muss man die Gruppe anleiten und zu kreativen Prozessen führen, andererseits muss man sich zurücknehmen, wenn es läuft. Denn die Gruppe soll bestimmen, wie das künstlerische Ergebnis am Ende aussieht, und nicht der Sozialpädagoge!" "Unsere Werkstatt-Mitarbeiter sind gerne mit dabei, wenn die Hochschulstudenten kommen", unterstrich Gabriele Moll, "denn die Zusammenarbeit ist eine Brücke aus dem geschützten Bereich der Werkstatt hinaus in die ‚normale‘ Welt. Das ist vielen Betreuten wichtig, sich da zu erproben."

Die Kunstgegenstände sollen in den Werkstätten als Exponate ihren festen Platz finden. "Upcycling" wird Thema bei Carisma bleiben. "Wir experimentieren auch in der Werkstatt damit, Materialreste und Abfälle sinnvoll zu hochwertigen Produkten zu verarbeiten", erläuterte Einrichtungsleiter Schwobe. "Es gibt schon ein paar Ansätze wie zum Beispiel die Verarbeitung von alten Großplakaten vergangener Caritas-Kampagnen zu Taschen und Futteralen, aber auf diesem Gebiet wollen wir unbedingt noch weitere Ideen entwickeln."

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