Musical-Ereignis: Der Medicus geht umjubelt in die zweite Saison

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Umjubelte Wiederaufnahme von "Der Medicus" im Schlosstheater Fulda.

Großartige Stimmen, großartige Musik, großartige Inszenierung - Der Musicalsommer Fulda startet in die neue Saison.

Fulda - Ein literarisches Mammutwerk und dazu einen Weltbestseller wie „Der Medicus“ als Musical auf die Bühne zu bringen, ist keine leichte Aufgabe. „Spotlight“-Produzent Peter Scholz ist dazu eigens nach Boston gereist, um den Schöpfer Noah Gordon persönlich von der Idee zu überzeugen. Der riesige Erfolg, der der Uraufführung in Fulda und den nachfolgenden Aufführungen im vergangenen Jahr beschieden war, ist der beste Beweis dafür, dass die Idee des (zunächst) unmöglich Scheinenden von Produzent Scholz und Komponist Dennis Martin goldrichtig war.

Auch diesen „Musical-Sommer“ setzt „Der Medicus“ seinen am Mittwochabend begonnenen Siegeszug fort. Nach der umjubelten Premiere mit bewährten und neuen Kräften auf der Bühne des Fuldaer Schlosstheaters geht das Musical in die neue Saison. Besonders genannt seien hier die sicher agierenden und stimmlich überzeugenden Hauptrollen Friedrich Rau (Rob Cole), Johanna Zett (Mary“), Christian Schöne (Karim) und natürlich der altgediente Reinhard Brussmann (Ibn Sina), der in Fulda als erster Musical-Bonifatius bekannt ist. Bis in die kleinste Rolle ist das Ensemble perfekt besetzt.

Die Geschichte von Rob Cole

„Der Medicus“ erzählt die Geschichte des Engländers Rob Cole, der im 11. Jahrhundert als Waisenkind Zuflucht bei einem Bader (Sebastian Lohse), einem fahren Arzt, findet. Auf dem Weg lernt er Mary kennen und lieben. Doch Rob will mehr wissen, und so führt ihn sein Weg ins weit entfernte Isfahan, um dort beim berühmten Arzt Ibn Sina zu lernen. Dort macht er zudem Bekanntschaft mit dem späteren Schah Karim, Mirdin (Kristian Lucas) und trifft zu seiner Überraschung auch Mary wieder.

Robs Wissensdurst ist übermächtig und er beginnt mit der – streng verbotenen – Obduktion von Leichen. Die Pest und ein Konflikt mit dem Schah sorgen für weitere Probleme. Doch am Ende wird – wie es sein muss – alles gut. Mary und Rob leben mit ihrem Sohn Samuel am Ende in Schottland, dem Ort, an dem sie zuhause sind.

In der Regie von Holger Hauer wird auch in diesem Jahr ein buntes, bezauberndes und nicht zuletzt verzauberndes Musical geboten. Wer den „Medicus“ im vergangenen Jahr bereits gesehen hat, wird einige Neuerungen in Inszenierung und Bühnenbild erkennen. Das Lied „Kein Zurück mehr“ ist neu hinzugekommen und vier weitere Songs wurden musikalisch aufgepeppt – nicht auffällig, aber in kleinen Details. „Der Medicus“ beim „Musicalsommer Fulda“ ist und bleibt ein mitreißendes Stück, das in die Welt von „1001 Nacht“ entführt.

Ohrwurm-Garantie

Die Melodien aus der Feder von Dennis Martin sind abwechslungsreich und mitreißend. jede für sich ist ein Ohrwurm und die Leitmotive ziehen sich in bester Musical-Manier durch das gesamte Stück. Die Choreographien (Kim Duddy) sind rasant und ausgefeilt. Die  Inszenierung nimmt den Zuschauer mit, leitet ihn durch die vielen Szenen und Schauplätze und bedarf keiner weiteren Erläuterung. Kreativ ist auch das Bühnenbild, das von den Schottischen Highlands über die „Madrassa“ bis hin zum orientalischen Palast jede Atmosphäre unterstützt.

Großartige Songs

Die zu Herzen gehende Ballade „Kilmarnock“, gesungen von Johanna Zett, steht neben großartigen Ensemble-Nummern wie „Ala Schah“, das traumhafte Duett „Wenn die Sterne mit uns sind“ von Friedrich Rau und Zett wird durch das gefährlich-grausame „Alles nur ein Spiel“ zwischen Rau und Christian Schöne komplettiert. Reinhard Brussmann glänzt wie üblich mit klarer Artikulation und sonorer Tenorstimme.

Alles in allem bietet „Der Medicus“ auch in diese Saison wieder Musical erster Klasse. Ein besonders Lob gilt den Kindern, die professionell agieren und den „Großen“ auf der Bühne in nichts nachstehen. Der einzige Wehmutstropfen: Die Musik ist nicht live. Produzent Scholz hatte allerdings mehrfach erklärt, dass sowohl die Location als auch die finanzielle Situation ein Live-Orchester für insgesamt 82 Aufführungen nicht zulasse – aber ein ganz klein wenig wird das Musicalerlebnis doch geschmälert. Doch das lebendige und versierte Geschehen auf der Bühne lässt das marginal werden.

Promis zur Premiere

Zur Premiere waren neben zahlreicher Prominenz aus Politik und Wirtschaft in diesem Jahr auch Alice und Ellen Kessler sowie die Moderatorin Carolin Reiber nach Fulda gekommen. Stehende Ovationen waren der Lohn des Musical-Teams, das wieder einmal gezeigt hat, dass Fulda genau der richtige Ort für das Genre Musical ist und sich der „Musical Sommer Fulda“ bestens etabliert hat. Im kommenden Jahr gibt es „Die Schatzinsel“, „Die Päpstin“ und „Der Medicus“ – und man darf gespannt sein, an welchem Musical-Schatz die Macher für 2020 arbeiten.

„Der Medicus“ in Fulda ist ein Erlebnis, das man nicht verpassen darf. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.spotlight-musicals.de. Tickets kann man entweder telefonisch unter der Nummer 0661/25008090 oder im Internet bei „Eventim“ ordern.

Fulminante Premiere von "Der Medicus" in Fulda

 

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